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Aktuelle Veranstaltungen
Aktuelles 2009
Eingetragen am Fr. 11.12.2009Sünchinger Schlossmusik
Musikalischer Leckerbissen.
Ein musikalischer Leckerbissen wurde am Freitagabend den Besuchern des Weihnachtskonzerts im Rondellzimmer des Schlosses geboten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur in Wörth“ fand ein Weihnachtskonzert statt. Die Sünchinger Schlossmusik war zum zweiten Mal nach Wörth gekommen. Der Erlös der Veranstaltung kommt der Aktion „Freude durch Helfen“ der Verlagsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung zugute.
Zu Beginn war ein A-Capella-Stück zu hören: Die drei Sängerinnen Astrid Schwesinger (Sopran), Ulrike Nester (Mezzosopran) und Monika Auberger (Alt) trugen den „Gesang der Engel“ vor. Dabei und auch bei den folgenden Liedern wurde deutlich, wie sehr die drei Stimmlagen miteinander harmonieren und ein geschlossenes Ganzes bilden. Häufig stand die herrliche Stimme von Astrid Schwesinger im Mittelpunkt und Ulrike Nester und Monika Auberger sorgten dann für die kongeniale Begleitung.
Im weiteren Verlauf des Konzerts wurde deutlich, welch vielfältige Variationsmöglichkeiten die spezielle Besetzung bietet. Der Gründer des Ensembles, Werner Güntner, sorgte mit seinem angenehm kräftig klingenden, warmen Kontrabass für die Basis der anderen Instrumentalisten. Charlotte Petruschka war mit ihrer Querflöte teils begleitend zu hören aber auch mit virtuosen Passagen, so bei dem teils rasanten Walzer „Die Schlittschuhläufer“ von Emil Waldteufel. Eine wesentliche Bereicherung war die Konzertgitarre, die Josef Duscher spielte, so zum Beispiel in „Lagrima“ von Francisco Tarrega. Renata Parláková-Baumann entlockte ihrem E-Piano auch Klänge, die an eine Orgel beziehungsweise an ein Cembalo erinnerten.
Die herausragende Akustik des Rondellzimmers wurde sowohl bei den Gesangsdarbietungen als auch bei den Instrumentalklängen deutlich. Nach dem Streifzug durch bekannte Weihnachtslieder – etwa „Maria durch ein’ Dornwald ging“ und „Aba heidschi bumbeidschi“ – stand eine Eigenkomposition von Werner Güntner auf dem Programm, der damit hervorragend auf das Weihnachtsfest einstimmte. In dem Lied heißt es am Schluss: „Friede kehre bei uns ein, ein Wunder kann Weihnacht sein !"
[...] Insgesamt kamen 230 Euro an Spenden zusammen, die an die Weihnachtsaktion „Freude durch Helfen“ weitergeleitet werden.
[Donau-Post, Soller]
Eingetragen am So. 06.12.2009Kinder singen für Kinder
Mit Konzert auf Adventszeit eingestimmt.
Benefizaktion erbrachte stattliche Summe von 920 Euro.
Einen großen Andrang von Besuchern aus nah und fern gab es am zweiten Adventssonntag in der Expositurkirche St. Michael in Hofdorf beim Benefizkonzert des St. Michaelschors mit Anton Menges. Diese Veranstaltung stand unter dem Motto "Kinder singen für Kinder 2009". Der Erlös wurde zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung vollständig dem Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK) Ostbayerns überreicht.
Die Mitwirkenden des Nachmittags waren der Sängerverein 1893 Wörth, das Trompeten-Duo Matthias Binder und Tobias Biederer, die Elternband "St. Bonifaz" aus Regensburg-Prüfening sowie Sprecherin Edeltraud Forster aus Wiesent. Der Hofdorfer Chor mit seinen jungen Sängerinnen und Sängern, der schon seit 1997 besteht, hat sich für den Höhepunkt des Jahres in den vergangenen Wochen hart und konzentriert vorbereitet, um einen wesentlichen Beitrag für einen guten Zweck zu leisten. Während der hektischen Wochen vor dem Fest wurden die Besucher mit einfühlsamen Texten "von der staaden Zeit" und besinnlichen Liedern fast zwei Stunden lang auf die Advents- und Weihnachtszeit eingestimmt. Sie konnten sich entspannen und Abstand nehmen von der Hektik des Alltags.
Die Einleitung des Nachmittags erfolgte mit den herrlichen Kinderstimmen des Hofdorfer Chores, mit dem Lied “Wagt Euch zu den Ufern". Edeltraud Forster aus Wiesent trug besinnliche und anschauliche Texte vor. Der Sängerverein Wörth unter der Leitung seines Dirigenten Markus Rupprecht glänzte mit gelungenen Darbietungen.
Sein Debüt gab bei diesem Konzert das Trompeten-Duo Matthias Binder und Tobias Biederer. Beide brachten die Stücke "Es ist ein Ros¹ entsprungen", "s is Feierabend" und "Tochter Zion" zu Gehör. Die Elternband "St. Bonifaz" aus Prüfening sorgte mit seinen Instrumenten, einer Bassgeige, Querflöten, Gitarre und Geigen, für wunderbare Klänge und trug Lieder vor.
Schließlich erfolgte die Scheckübergabe an den Vorsitzenden des VKKK Ostbayern, Professor Dr. Helmig. Ihm konnte Anton Menges den Erlös des Nachmittags, die stattliche Summe von 920 Euro, übergeben, die von den Eltern der Kinderchormitglieder bei der Sammlung der Spende zusammengetragen worden war. Professor Dr. Helmig bedankte sich ganz herzlich für diese Spende und dankte allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung: "Sie alle haben ein Stück mitgeholfen, das Werk des Kinderkrankenhauses und des dazu gehörenden Elternhauses zu verwirklichen." [...]
[Donau-Post, Willi Kaiser]
Eingetragen am Sa. 21.11.2009Oskar Stock und die Wörther Stubenmusi
Vor der traumhaften Kulisse des Rondellzimmers hielt der Buchautor Oskar Stock aus Landshut, der weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt ist, am Sonntagabend eine eindrucksvolle Lesung. Die Zuhörer erlebten vorweihnachtlich besinnliche Stunden, denen es auch an Heiterkeit nicht fehlte. Perfekt ergänzt wurden die vorgetragenen Gedichte und Geschichten durch die harmonische, ruhige Musik der Gruppe „Wörther Stub´nmusi“.
[...] trug der Literat einige bayerische Gedichte vor, in denen es um Weihnachtsvorfreude, Weihnachtsmärkte und den unbeschreiblichen Zauber des Advents ging. Ein Gedicht kritisierte aber auch den übermäßigen Weihnachtsschmuck, der die Nacht „taghell erleuchtet“. Natürlich durften der Nikolaus und Knecht Rupprecht nicht fehlen. Oskar Stock erzählte die Geschichte der kleinen Anna, die mit ihren Wunschzetteln an den Nikolaus auf dem Postamt für großes Durcheinander sorgt. Nachdenklich stimmten einige Gedichte, die zum Frieden und zur Überwindung von Hektik und Hetzerei auffordern.
Nach einer kurzen Pause [...] gab der Poet im zweiten Teil seiner Lesung einige amüsante Geschichten zum Besten. So berichtete er beispielsweise von der „Sammelleidenschaft“ seiner Frau im Hinblick auf Weihnachtsplätzchenrezepte, die dazu führt, dass es unzählige verschiedene Plätzchen in allen mögliche Farben gibt, die letztlich nicht gegessen werden.
Sehr unterhaltsam war die Geschichte vom Christbaumkauf, in der die Probleme mit schiefen oder zu großen Christbäumen thematisiert werden. Auch die Suche nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk wurde humorvoll aufgegriffen. Oskar Stock erzählte von seiner Mutter, die zu Weihnachten vier Wärmflaschen geschenkt bekam oder vom „Vergessenen Schal“, der so gut versteckt ist, dass das Geschenk erst am nächsten Osterfest wieder zum Vorschein kommt.
Einige Erzählungen und Gedichte stellten auch die mannigfaltigen Weihnachtsbräuche in den Mittelpunkt So wurde von der Lichtheiligen „Luzia“ erzählt und vom grausamen Tod der heiligen Barbara, auf die das Sammeln von Barbara-Zweigen am 4. Dezember zurückgeht.
Von der Christmette am Heiligen Abend und dem früher üblichen Verzehr der frisch geschlachteten „Mettensau“ wusste der Autor ebenfalls Einiges zu berichten. Seine persönliche Interpretation der Weihnachtsgeschichte in Form von zwei Gedichten rundete die Vielzahl an Gebotenem ab. [...]
Text und Bilder: Simon Stadler, Donau-Post
Eingetragen am Fr. 06.11.2009Zither Manä - Ausverkauft
Zither Manä rockte im ausverkauften Rondellzimmer.
Das Bayerische Original Zither-Manä, alias Manfred Zick, Erfinder des Zither-Rocks, hat in Bayern längst Kult Status mit Suchtfaktor erreicht. Bereits im Vorverkauf wurden alle Karten des Soloauftritts „Zither Manä – Ländler und Blues der Südstaaten“ [...] am Freitagabend im Rondellzimmer verkauft.
Das Riffing begeisterte durch Einfallsreichtum und Abwechslung. Der Sound unplugged, fett groovende Mundharmonika-Einlagen, aber auch kritische politisierende aufrüttelnde, teils grenzwertige Texte rissen das Publikum mit und brachten „Manä“ mehrfach standing Ovations ein.
Alles begann mit einer Session von Rockmusikern nach einem Volksmusikauftritt. Es entstand eine ausgefallene einträchtige Mischung aus Rock/Blues mit Volksliedern. „Am 6. Januar feiere ich nun bereits mein 30-jähriges Bühnenjubiläum“, berichtete der pensionierte Lehrer, der im Alter von neun bis zwölf klassischen Zitterunterricht erfuhr und das Zitterspiel vom Vater vorgelebt bekam. Mit „Shine on , „Sonnyboy blue“, „Fields of Athenry“ würdigte er seine Vorbilder Pink Floyd, Sonnyboy Williams und Paddy Reilly. Aber auch den Kraudn-Sepp, Roider Jackl und Kiem Pauli fanden als Gegenpart in seinem Programm Gefallen. Karl Valentin erklärte er zum Vorläufer des Rap, und stellte mit dem futuristischen chinesischen Couplet den Beweis an.
„I komponier was i mog“, setzte Manä seinem Publikum zu. Er lebt seine Musik, sein Köper schwing mit, sein Kopf rhythmisch wippend, dabei wandert seine Brille die schmale Nase entlang nach vorne. Schelmisch grinsend blickt er über den Brillenrand und saugt die Begeisterung des Publikums auf.
Schallendes Gelächter brachten ihm die Ausführungen einer Feldstudie tief in Bayern ein. „Wissen Sie warum die CSU in Bayern so weit vorne ist? Ganz einfach, die Stifte in den Wahlkabinen sind so kurz angebunden, dass nur ganz oben ein Kreuz gemacht werden kann. Das Schuhplatteln kann nur auf die Abwehr von Stechmücken zurückzuführen sein“, so Zick. Die Studie befasste sich auch mit dem Thema Liebe und Ehe, so solle sich die Frau dem Manne unterwerfen, was sie aber nicht tue. Wissenschaftlich erwiesen sei auch, dass die Frauen keinen Bart hätten, da sie bei der Dauer der Rasur nicht so lange schweigen könnten. Auch gab er den Tipp, „heirat` nie Oane ohne Geld, denn zwida wiad a Jede“. Seit Jahren sammelt Zick ausgefallene Grabinschriften. „Hier liegt Andreas Hut, der Frau und den Kindern tuts gut“ oder „Hier ruht mein selten treuer Mann“, führte er aus. „Pfarrer dürfen alles, aber heiraten müssn`s net, meine Ausführung zum Zöllebat“, wettert der Künstler weiter.
Das kritische umgeschriebene Liedgut „Es dunkelt wieder in Deutschland“ hat er wieder in sein Programm aufgenommen und klar Stellung gegen braun gezogen. Er widmet dieses Lied seinem Freund Zupfgeigenhansl, Fritz Thomas, der nach einem einem Konzert von Rechtsradikalen abgefangen wurde und heute noch an den Folgen leidet. „Jetzt schaun mir genauer hin, bevor es zu spät ist“, fordert Zick zum Zusammenstehen auf, damit den Verirrten ihr Irrsinn vergeht. „Ich kenne den Zither-Manä seit Jahren aus dem Fernsehen. Er ist hinreißend, kann absolut begeistern und ist einfach super gut“, so Maria Rösch aus Wiesent. Hans Vogl aus Bogen erstaunt die improvisierende Verbindung von Volksmusik und Rock mit nur einem Instrument. „Er ist einfach ein Künstler“, strahlt Vogl hingerissen. Zither-Manä brachte an diesem Abend den Blues, die Musik der echten Schwarzen aus den Südstaaten in das Land der „Schwarzen“ aus den bayerischen Südstaaten. [...]
Text und Bilder Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Sa. 10.10.2009Der Räuber Bim
10./11./17./18. Oktober 2009
Umjubelte Uraufführung
Die mehr als 20 Proben haben sich gelohnt: Die Nachwuchsdarsteller der Kolping-Theaterbühne ernteten vorgestern und gestern mit ihrem Zweiakter „Der Räuber Bim" viel Applaus und bereiteten den vielen Zuschauern im Schlosskeller eineinhalb vergnügliche Stunden.
Begonnen hatte alles damit, dass Hans Eigenstetter im Fundus von Sepp Wierer ein Bilderbuch aus dem Jahr 1961 über den Räuber Bim gefunden hatte. Sofort erkannte er das Potenzial, welches das Buch für eine Bühneninszenierung mit sich bringen würde. Er machte sich daran das Bilderbuch von Karl Heintz aus dem Jahr 1961 umzuschreiben und in ein Schauspiel zu verwandeln. Zusammen mit seiner Frau Traudl, wie Hans Eigenstetter eine begnadete Theaterspielerin, übernahm er auch die Regie und brachte mit den Nachwuchsdarstellern der Kolping-Theaterbühne das Stück auf die Bühne.
Als Ort ausgewählt wurde [...] der altehrwürdige Schlosskeller. Zu den jungen Darstellern wählte er mit Georg Walsberger einen der erfahrensten Theaterspieler des Wörther Ensembles hinzu. Damit aber noch nicht genug. Die Musiker Z´wiad und ein Film von Alfred Bemmerl wurden perfekt in die Inszenierung integriert. Beides sorgt für das Besondere an dem Zweiakter. [...]
Schon beim Betreten des Schlosskellers fiel den Betrachtern auf, dass sich das Team um Traudl und Hans Eigenstetter bereits mit dem aufwändigen Bühnenbild selbst übertroffen hatte. Ein Rathaus und ein Stadtturm stehen im Mittelpunkt des Bühnenbildes und lassen die Zuschauer mit weiteren Requisiten in das Jahr 1949 eintauchen. Viele Stunden haben dafür neben dem Ehepaar Eigenstetter Bühnentechniker Alois Gmeinwieser, Alfred Bemmerl und Franz Griesbeck aufgewendet. Die Arbeit hat sich jedoch gelohnt, denn nicht nur über das Bühnenbild kann in Superlativen gesprochen und geschrieben werden. Auch die Auswahl der Kostüme und die Leistungen der jungen Laiendarsteller-Truppe verdienen höchsten Respekt und Anerkennung.
Im Mittelpunkt des Zweiakters steht der Räuber Bim (Florian Stadler), der die Bewohner des Dorfes Unterleitmering in Angst und Schrecken versetzt. Der Bürgermeister (Georg Walsberger) setzt den Gendarmen Wimmerl (Pia Eigenstetter) an, um den Räuber zu fassen. Wimmerl kommt bei der Jagd jedoch nicht allzu weit: Zum einen hat er Angst, zum anderen schläft er in seinem Schlupfwinkel regelmäßig ein. Gut, dass es den kleinen Seppi (Michael Stadler) gibt. Sonst wäre der Kontakt zum Räuber wohl nie hergestellt worden. Um Leben im Dorf sorgen Seppis Mutter (Lena Griesbeck), der Bürgermeister (Georg Walsberger), Frau Brandmeier (Monika Rothermund), Frau Müller (Magdalena Piendl), die Berger-Oma (Theresa Schindler) und Anni (Juliane Stadler). Im zweiten Akt taucht noch ein Feuerwehrler (Robin Griesbeck) aus Oberleitmering auf, der für viel Wirbel sorgt. In die Geschichte mit eingebunden wurden ferner die vier Musiker von Z`wiad. Dies waren Josef Eicher, Martin Seidl und Reinhard Diener. Da Florian Eicher am Wochenende verhindert war, übernahm seinen Part Georg Kulzer.
Ein besonderes Highlight folgte im zweiten Akt. Alfred Bemmerl drehte einen Film, welcher für die Handlung wichtig ist und auf einer Leinwand über dem Bühnenbild gezeigt wurde. Viel Arbeit hatte bei der Aufführung Bühnentechniker Alois Gmeinwieser, der für die vielen Licht- und Toneffekte zuständig war. Die Aufgaben der Souffleuse übernahm Gaby Griesbeck. Um das perfekte Erscheinen der Darsteller kümmerten sich die Maskenbildnerinnen Elisabeth und Claudia Schneider.[...]
[Text Markus Schmautz, Donau-Post; Bild 1 und 2 Hans Eigenstetter, Bild 3 und 4 Markus Schmautz, Donau-Post]
Eingetragen am Sa. 19.09.20093165 - Monolog eines Henkers
Ein Gastspiel der Burgfestspiele Leuchtenberg richtete im Schlosskeller den Fokus auf eine der wohl einsamsten, traurigsten und doch diskussionsbedürftigsten Biographien aus Wörth und Umgebung. Das Schauspiel „3165 – Monolog eines Henkers“ erzählte das Schicksal von Johann Reichhart, geboren 1893 in Wichenbach bei Tiefenthal. Reichhart war der letzte bayerische Henker und ist Inhaber des schauderhaften Weltrekords im Köpfen von Menschen.
„I hob doch nur meine Arbeit g´macht!“, rief Hans (gespielt von Christian Hofmann) dem Publikum mehr als einmal entgegen. Ob er seinen „Beruf“, im Zuge dessen er 3165 Menschenseelen ins Jenseits beförderte, vor seinen abweisenden Mitmenschen oder vielmehr gegenüber sich selbst rechtfertigen wollte, kann man nur erahnen. Das Bühnenbild im Wörther Schlosskeller stellte den Wohnraum von Hans, der als Figur an das reale Dasein von Johann Reichhart erinnert, und dessen Freundin Erika (Waltraud Janner-Stahl) dar. In der Mitte des Zimmers stand ein Fallbeil, quasi sinnbildlich für die ständige Präsenz des Geräts und den damit verbundenen Erinnerungen in Hans´ Alltag: Unumgänglich und unbeweglich steht das Todeswerkzeug im Zentrum des Lebens Reichharts, wie es als Gegenstand der Theaterbühne einen flüssigen Gang im Wohnraum verhindert, stößt sich Hans auch im übertragenen Sinn immer wieder am Todesbeil. Die Schreie der Todgeweihten verfolgen den Scharfrichter ebenso wie die Ächtung seiner Mitmenschen. Er ist Außenseiter der Gesellschaft und dabei ein Opportunist: Vor 1933 richtete er ebenfalls hin wie unterm Nazi-Regime, schließlich führte er auch für die US-Besetzungsmächte Exekutionen durch. Die Monologe des Henkers gestalteten sich über weite Strecken als Verteidigungsreden, er wird nicht müde zu betonen, dass er stets versucht habe, den Tötungsakt möglichst „kurz und schmerzlos“ zu gestalten und schließlich nur das letzte Glied in einer Justizkette gewesen sein, das die Todesstrafe billigte und aussprach. Seine Freundin Erika wendet sich zwar, als eine von wenigen, nicht vom Scharfrichter ab, doch als Zuhörerin mangelt es ihr an Einfühlungsvermögen für die kranke Seele. Als ihm nach dem Krieg schließlich gerichtlich der Rentenanspruch wegen seiner Dienste für das Regime aberkannt wird und sein geliebter Sohn sich wegen der ständigen Belastungen das Leben nimmt, verliert auch Hans die Kraft, sich am irdischen Dasein festzubeißen. Auf die Frage nach Grechtigkeit und Schuld gibt es mannigfache Antworten, doch als der Henker über die von ihm durchgeführte Hinrichtung von Sophie Scholl spricht wird klar, warum letztere als Heldin eines Landes auf ewig in Erinnerung bleiben wird, während Reichhart höchstens als bemitleidenswerter Randfigur seine Rolle in der Geschichte hat: Dem Druck eines Unrechtregimes nachzugeben ist menschlich nachvollziehbar. Doch wer das eigene materielle Wohlbefinden über moralische Entscheidungen stellt, darf keine Amnestie erwarten, schon gar nicht von der Nachwelt. Das Stillhalten in Hinblick auf die eigene körperliche Unversehrtheit ließ das dritte Reich stark werden [...]
[Wörther Anzeiger, Sonja Heitzer]
Eingetragen am Sa. 29.08.2009Best Of Lizzy Aumeier - Ausverkauft
Lizzy Aumeier ist "Barbie-Fehlpressung"
Lizzy Aumeier, die Diva des bayerischen Kabaretts, füllte am Samstagabend den Keller des Wörther Schlosses bis auf den letzten Platz. Gut 300 Besucher erlebten eine Kabarettistin mit großer musikalischer Stimmgewalt, satt groovenden opulenten Kontrabass, gepaart mit beißendem ironischen Humor, Schlagfertigkeit, Spontaneität, Situationskomik und unglaublicher Bühnenpräsenz. Ihr Programm „Best off Lizzy Aumeier“, eine Mischung aus den Programmen „AufBass`d“, „Boxenluder“ und „“Voll drauf“ besticht durch eine unvergleichbare Mischung aus scharfer pointierter Ironie, unverholender Erotik sowie entwaffnenden Wortspielen. Die Ukrainerin Tatjana Shapiro begleitete sie am Klavier.
„Der Körper ist ihr Kapital und wie Sie gleich feststellen werden, ist sie ziemlich wohlhabend“, kündigte sie bereits Ottfried Fischer in Otti`s Schlachthof an. Dies bewies sie auch dem Wörther Publikum. „Wie kommt man zu so einem Körper?“, fragte Aumeier ins Publikum und strich über ihre Rundungen. „Nur durch Disziplin!“, antwortete sie keck. Immer wieder forderte sie Toleranz gegenüber den Wohlgeformten, aber auch die moralische Gleichbehandlung von Frau und Mann. „Sage ich nur Orgasmus auf der Bühne, so nennt man mich ordinär. Hat der Ministerpräsident eine Affäre, so nennt man das politisch“, führte sie weiter aus. Gezielt und hartnäckig bohrte sie an den „kleinen“ Schwächen der Männer. Mangelnde Gesprächsbereitschaft sowie fehlende häusliche Organisation betonte Aumeier durch überspitzte Beispiele. „Moses brauchte vierzig Jahre, um sein Volk aus Ägypten herauszuführen“, sie schaute in die Runde, ließ ihre Pupillen kreisen und antwortete: „Ja, meinst du, ein Mann fragt nach dem Weg.“Dem oberpfälzer Dialekt unterstellt sie eine Sprachverwandtschaft zu Shakespeare. Die berühmte Balkonszene müsse umgeschrieben werden und verändere die gesamte Literaturgeschichte, nachdem Julia Romeo mit „geh` loa ma mej Rau“! geantwortet habe. Als Boxenluder hat sie alle gehabt. Sie plauderte offenherzig über die geheimsten Wünsche und Vorlieben ihrer Liebhaber aus dem internationalen Showgeschäft. Ob Sting oder Michael Jackson, alle haben sich auf ihrer oberpfälzer Couch ausgeweint.
Zusammen mit Tatjana Shapiro ergänzte Aumeier ihr Repertoire und unterstrich einmal mehr ihre musikalische Vielfalt. Als erste Frau examinierte sie an der Meistersingerschule in Nürnberg im Fach Kontrabass. Darauf folgte ein Jazzstudium. Über die Klassik kam sie dann zum Kabarett.
[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am Fr. 14.08.2009Burgenfestival
Fest der Musik mit virtuosen Stimmungsbildern.
Hohe Kunst mit dem Kammerorchester der Universität und dem "Negerländer"-Quartett.
Sie sind Meister ihres Fachs, virtuose Künstler, die ihre spürbare Freude und die Leidenschaft für Musik in jedem Ton bekräftigen. Vielfältige Klangformen entstanden im Schlosshof, akustische Stimmungsbilder in Dur und Moll, die ihre Wirkung beim Publikum wahrlich nicht verfehlten.
Die Besucher erlebten am Freitagabend im Rahmen der Landkreis-Burgenfestivals "Kultur in alten Mauern" ein sinnliches Fest der Musik mit literarischen Akzenten. Der anerkennende Beifall gebührte sowohl dem Kammerorchester der Universität Regensburg mit Dirigent Graham Buckland, der Gesangsdozentin Ruth Atzinger, dem Komponisten Patrick Ehrich und den "Negerländern ", die diese Abendserenade mit der unbeschwerten Leichtigkeit des swingenden Jazz abrundeten.
"Neue Musik" versprach das Programmheft zu dieser Veranstaltung, einen zeitgenössischen Beitrag, der eben etwas anders ist, der sich nicht in ein Schema pressen lässt, der seinen eigenen Charakter, sein individuelles Format hat. Wohl auch deshalb bedankte sich Professor Graham Buckland bei Dr. Thomas Feuerer, dem Kulturreferenten des Landkreises, und bei "K.i.W."-Organisator Hans Festner dafür, dass das Ensemble der Universität Regensburg die Gelegenheit zu diesem Gastspiel bekommen hat.
[Text Sepp Raith, Donau-Post; Bilder Sepp Raith, Donau-Post und Thomas Feuerer]
Eingetragen am Sa. 11.07.2009Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band - Ausverkauft
Von wegen geht nicht! Die 13 Top-Titel auf der erstklassigen Beatles-Scheibe "Sgt. Pepper s Lonely Hearts Club Band", die anno 1967 entstanden ist und die Rockmusik regelrecht revolutioniert hat, lässt sich entgegen allen Reproduktionsvorbehalten doch auf der Bühne in Szene setzen.
Und das sogar sehr wirksam. Das bemerkenswerte Konzert am Samstag im herrlichen Ambiente des Schlossgrabens hat diese Möglichkeit vom ersten bis zum letzten Akzent bestätigt. Ein imponierendes Amateur-Ensemble von gut 50 Sängerinnen, Sängern und Instrumentalisten hat mit spürbarer Leidenschaft, mit kollektiver Hingabe und dem fähigen Regisseur Horst Lustenberger sowohl dem Meisterwerk als auch den vier Legenden aus Liverpool mit einer faszinierenden Vorstellung eine ausdrucksstarke Hommage erwiesen.
Die Komplimente von allen Seiten für die Hauptdarsteller, die sich nach der Einstimmung von "Captain Salt" Christian Veith mit bayerischen Balladen dem Erbe von John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison widmeten, waren die verdiente Anerkennung für eine erstaunliche, für eine tolle Leistung. Ein sichtbarer Lohn für die aufwändige und zeitintensive Vorbereitung, die im Juni letzten Jahres begonnen hatte, war schon die Resonanz. 600 Zuschauer bildeten eine eindrucksvolle Kulisse bei diesem akustischen Schauspiel, das alle Erwartungen übertroffen hat.
Immer wieder würdigte dankbarer Beifall eine professionelle Präsentation, ein musikalisches Feuerwerk, das die begeisterten Besucher durch die Bank als großes Erlebnis empfunden haben. Auch Landrat Herbert Mirbeth schwärmte nach den 90 ansprechenden Minuten in den höchsten Tönen von diesem besonderen Ereignis, das der Stadt Wörth und ihrem kulturellen Engagement wirklich alle Ehre gemacht hat: "Fantastisch, wirklich hervorragend!" [...]. "K.i.W."-Kapitän Hans Festner bekräftigte seine Freude am Erfolg dieses guten Beitrags zur Landkreis-Reihe "Kultur in alten Mauern" mit einer Geste: Daumen nach oben!
Das Experiment "Sgt. Pepper`s" ist - keine Frage - vor allem deshalb gelungen, weil es Horst Lustenberger mit Andrea Feldmeier, Birgit Eberl und Markus Schnagl geschafft hat, aus mehreren Elementen und Verbänden (Stadtkapelle, Chor "Wörthissimo", Musiker aus Wörth und Umgebung) eine motivierte Einheit zu formen, die an der Aufgabe gewachsen ist. Gemeinsam hat dieser Bund dem Konzeptalbum der kreativen Briten, das eine einzige Laudatio auf den damaligen Zeitgeist ("Love, peace und happiness") war, mit seinen Arrangements eine lebendige Struktur gegeben. Und das war gemessen am gewaltigen Anspruch hochwertiger Klassiker der Rockkultur wie "With a little help from my friend" und "Lucy in the sky with diamonds", wie "Lovely Rita" oder "When I´m sixty-four" ein denkbar schwieriger Auftrag. Diese Herausforderung hat die Gemeinschaft mit den dynamischen Vokalisten Pia Eigenstetter, Birgit Gruber, Daniel Nirschl, Klaus Wenk, Matthias Seidl und Markus Schnagl tadellos gemeistert, die mit ihrer Garderobe auch einen optischen Eindruck von diesem bedeutenden Werk vermittelte (das Cover zeigt die Beatles in bunten Fantasie-Uniformen, umgeben von 70 Persönlichkeiten aus aller Welt). Das ausgezeichnete Ergebnis mit den ergänzenden Zugaben "Lady Madonna", "Back in the USSR" und "Hey Jude" ist im Prinzip nur eine Aufforderung, den Weg mit der Premiere nicht zu beenden. Ansatzpunkte für Fortsetzungen liefert die Rockmusik in Hülle und Fülle. [...]
[Text: Donau-Post, Sepp Raith; Bilder Hans Urban]
Das Konzert war Teil von "Kultur in alten Mauern - Regensburger Land"
Eingetragen am So. 21.06.2009Ein kleine Stadt liest (Abschlussveranstaltung)
Zum letzten Mal hieß es am Sonntag in Wörth "Eine kleine Stadt liest". Die abschließende Veranstaltung im Rondellzimmer bot den Besuchern ein Literarisches Quartett mit Claudia Wiest, Ludwig Eiglmeier, Sepp Schindler und Florian Sendtner.
„Am 26. April saßen wir nervös in diesem Zimmer und fragten uns, ob wohl Leute kommen werden“, erinnerte sich Johann Festner an die erste Aktion von „Eine kleine Stadt liest“. Zwei Monate und zwölf Veranstaltungen später sprechen die Zahlen für sich: Rund 800 Besucher konnten die Veranstaltungsreihe anlocken, darüber hinaus waren etwa 60 Beteiligte bei den einzelnen Terminen engagiert. So schloss sich am Sonntag mit dem erneuten Zusammentreffen im Rondellzimmer nicht nur räumlich ein Kreis.
Die Jugendgruppe des Kolpingtheaters brachte erneut ihre Szene aus dem von Hans Eigenstetter zum Drama adaptierten Roman „Kartoffelkäferzeiten“ zur Aufführung. Die Szene eines Leichenschmauses in der Nachkriegszeit war bereits am Eröffnungsabend sehr gut angekommen.
Auch rückten nach den verschiedenen Ausleuchtungen des Themas der Nachkriegszeit in den Ortsteilen am Sonntag die vier in der Veranstaltungsreihe behandelten Bücher wieder in den Mittelpunkt. Claudia Wiest, Ludwig Eiglmeier, Sepp Schindler und Florian Sendtner hatten sich vorab intensiv mit den einzelnen Werken auseinandergesetzt und luden das Publikum zu einer Diskussion ein. So interpretierte „Base" Schindler Paul Maars „Kartoffelkäferzeiten“ unter anderem in Bezugnahme auf die Biographie des Autors. Die 12-jährige Johanna wächst als Hauptperson des Romans wie Maar in einer Familienkonstellation mit reichlich Konfliktpotential auf.
Claudia Wiest vom Lesekreis Wörth verdeutlichte in erster Linie die Harmonie von Text und Bild in Jutta Bauers „Opas Engel“. In diesem Zusammenhang eröffneten sich die verschiedenen Dimensionen des Buchs. Der Spagat, zugleich Trauerbewältigung für Kinder und Aufarbeitung des Holocausts zu leisten, gelingt hier in anrührender Weise.
Florian Sendtner legte als Übersetzer von „An der schönen blauen Donau“ seinen Schwerpunkt auf die stilistischen Besonderheiten in der englischen Originalversion des Romans: Die bayerische Wendung „I kimm scho“ wurde vom Autor in selbige integriert um den Klang der Regensburger Sprache bestmöglichst wiederzugeben. Von einem befreundeten Literaturprofessor hatte Sendtner von Ludwig Bemelmans’ Roman erfahren, der schließlich erst rund 60 Jahre nach Veröffentlichung von Sendtner ins Deutsche übertragen wurde.
Ludwig Eiglmeier hatte bereits bei der Eröffnungsveranstaltung aus Uwe Timms Roman „Die Entdeckung der Currywurst“ vorgetragen. Am Sonntag knüpfte er an diesen Auftritt an. Für alle Besucher, die sich das Buch des Hamburger Autors noch nicht zu Gemüte geführt haben, lüftete Eiglmeier abschließend das große Geheimnis: Durch das Vorlesen der entsprechenden Textpassage schilderte er seinen Zuhörern, wie die Currywurst nach Uwe Timm nun entdeckt worden sei.
Zum Abschluss von „Eine kleine Stadt liest“ galt der Dank von Bürgermeister Anton Rothfischer vor allem Anke Urban und Johann Festner. Dieser stellte der stetig gewachsenen Anhängerschar der Veranstaltungsreihe eine Fortsetzung in Aussicht: „Nach dem Erfolg in den Ortsteilen müssen wir wieder was auf die Beine stellen“, so der Organisator, „denn das muss uns erst mal wer nachmachen!“
Sie alle haben durch ihre ehrenamtliche Arbeit zum Erfolg des Leseprojektes beigetragen:
Antonia Apfelbeck
Luise Bauer
Lukas Baumann
Manuel Baumgartner
Eva Beiderbeck
Alfred Bemmerl
Franz Beutl
Rudi Biederer
Karl Dietl
Luzia Eicher
Ursula Eicher
Hans Eigenstetter
Traudl Eigenstetter
Ludwig Eiglmeier
Frhr. v. Eyb
Niklas Feldmann
Johann Festner
Monika Festner
Sepp Forster
Christian Fruth
Peter Grasmeier
Manfred Hanglberger
Sepp Heitzer
Sonja Heitzer
Lena Höcherl
Barbara Keil
Nikolas Kerscher
Renate Kitzinger
Lisa Koller
Elina Kösztner
Daniel Kutscha
Kerstin Labermeier
Sibylle Pangerl
Marina Piendl
Josef Pschorn
Julia Rösch
Siegmund Rösch
Monika Rothermund
Theresa Schiller
Hilde Schindler
Ludwig Schindler
Sepp (Base) Schindler
Theresa Schindler
Anton Schlicksbier
Selina Schmid
Elisabeth Schneider
Lorenz Schnitt
Richard Schönberger
Hans Schütz
Richard Schwesinger
Franz Senft
Basti Solleder
Hans Solleder
Florian Stadler
Juliane Stadler
Ann-Kathrin Stuber
Anke Urban
Hanna Urban
Doris Vogl
Sarah Wagner
Johannes Weig
Patrick Weinzierl
Claudia Wiest
Eingetragen am Fr. 19.06.2009Yellow Cab
Songs für die Seele
Richtig angenehm war sie, die musikalische Spritztour im gelben Taxi. Sehr angetan war das Publikum am Freitag im Schlosskeller Wörth von der akustischen Qualität und der sanften Harmonie des Vortrags. "Yellow Cab" überzeugte auf der K.i.W.-Bühne. Drei Gitarren, Percussion und fünf Stimmen ergaben ein sehr ansprechendes Konzert. Der Beifall der Besucher - unter ihnen die Bürgermeister Sepp Wallner (Kirchroth) und Anton Rothfischer - war Ausdruck der Anerkennung für Steffi Denk, Anne Schnell, Florian Kopp, Ludwig Beck und Matthias Klimmer. Die Band erwies bei ihrem Gastspiel einigen Protagonisten des Soft-Rock, der Folk- und Pop-Abteilung die Referenz, die bei den Interpreten selbst hoch in der Gunst stehen. Kompositionen wie "Tequila sunrise" aus der Feder der Eagles-Mitglieder Don Henley und Glenn Frey, wie "Blackbird" von Sir Paul McCartney oder "How sweet it is" von James Taylor sind schmeichelnde Lieder, die ins Ohr gehen, die zeitlos sind und sich für Evergreens eignen, die wirken, weil sie eben nicht aufdringlich sind, die immer wieder die Möglichkeit bieten, die faszinierende Klangkunst zu genießen und einen Augenblick abzuschalten. Die Anhänger der leiseren Töne kommen bei diesem Quintett immer auf ihre Kosten.
[Donau-Post, Sepp Raith]
Eingetragen am Di. 16.06.2009Eine kleine Stadt geht ins Kino
Kinobesuch im Rahmen von Eine kleine Stadt liest.
Eingetragen am So. 14.06.2009Kinderzirkusprojekt aus San Isidro in Costa Rica
Am Sonntagabend begeisterten die Zirkuskinder von San Isidro am Wörther Festplatz rund 150 Besucher mit ihrem Programm „Circo Fantazztico“. Akrobaten, Clowns, Einrad-Fahrer, Jongleure und vieles mehr gab es zu bestaunen. Insgesamt waren an der sehenswerten Aufführung 19 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Costa Rica beteiligt.
Zustande gekommen war das Engagement, weil die Lehramtsstudentin Doris Vogl [...] im Jahr 2007 bei einem Hilfsprojekt der Kolpingsfamilie Regensburg in Costa Rica teilgenommen hatte. Dort lernte sie nicht nur die wunderbare Natur, sondern auch
die Armut des Volkes kennen. Der österreichische Kolping-Mitarbeiter Roland
Spendlingwimmer ist in der Stadt San Isidro sehr engagiert. Er rief das
„Zirkuskinder-Projekt“ ins Leben. Armen Kindern wird vormittags ermöglicht die
Schule zu besuchen und nachmittags können Sie für Auftritte trainieren.[...]
Von Samstag bis zum heutigen Dienstag machte der Tross in Wörth Station.[...] Am
Samstagabend wartete die Truppe beim Käfertreffen gegen 22 Uhr mit einer
beeindruckenden Feuershow auf. Am Sonntag folgte dann der Höhepunkt mit einer
Zirkusaufführung. Der erste Teil wurde am Fußballplatz abgehalten, doch nach
einem heftigen Regenschauer wurde sofort abgebaut und ins Festzelt der
Käferfreunde umgezogen. Die Käferfreunde stellten nicht nur ihr Zelt kostenlos
zur Verfügung, sondern verköstigten die Gäste aus Costa Rica zudem mit Speisen
vom Käfertreffen zum Selbstkostenpreis. Auch die Stadt Wörth, die Wörther
Kolpingsfamilie sowie der Eine-Welt-Laden beteiligten sich mit Spenden, um den
Aufenthalt der Zirkuskinder zu ermöglichen.
Eingetragen am Mi. 10.06.2009Eine kleine Stadt liest in Weihern
Ein besonderes Erlebnis in der alten Heimat mit Pfarrer Lorenz Schnitt und Lehrer Anton Schlicksbier.
Erich Schöberl hat sie auf Anhieb erkannt. So sehr hat sich Waltraud Mayr offensichtlich nicht verändert, die seit beinahe fünf Jahrzehnten in Australien lebt und mit ihrem Sohn Danny gerade einige Tage in ihrer nach wie vor vertrauten Heimat verbringt, in der Umgebung, die ihr ans Herz gewachsen ist, in der sie die Schule besucht hat, zur Kirche ging und bleibende Verbindungen entstanden sind. Die Wurzeln sind fest und stark. Die Rückblenden von Pfarrer Lorenz Schnitt, Lehrer Anton Schlicksbier und Stadtrat Sepp Heitzer beim Kulturabend der Stadt am Mittwoch im Gasthaus am See beschrieben auch ihre Vergangenheit. Die Geschichten, Berichte und Anekdoten belebten einen Augenblick die Erinnerung an Kindheit und Jugend, an die Erlebnisse, Ereignisse und Lebensverhältnisse im Dorf.
Wie es der Zufall so will: Das Angebot, das gut und gern 200 Personen mehr Besucher "als a Houzad" (Pfarrer Schnitt) verzeichnete, kam für Waltraud Mayr wirklich zum rechten Zeitpunkt. Den Abend empfand sie jedenfalls als echte Bereicherung ihrer Europareise[...]
Erstes "Aha-Erlebnis"
Die fesselnden Vorträge eröffnete [...] am Vorabend seines 71. Geburtstages der Seelsorger. Das "erste Aha-Erlebnis" von Pfarrer Lorenz Schnitt, 1938 im Forsthaus geboren, war das elektrische Licht, das Petroleumlampe und Kerzen ersetzte. Geärgert habe ihn öfter das Telefon, zumal ihn dieser Fortschritt mit einigen Aufgaben belastete, die er nicht so gerne erfüllte. Etwa die Übermittlung von Nachrichten für einen Bauern in Oberroith: "Der Lutz Laumer lässt ausrichten, ihr kennt´s d´Sau obholn...!"
Tiefflieger und Todesmarsch
Bei einer "Fraaln Lehrerin" begann 1944 seine schulische Ausbildung. Unvergessliche Impressionen verbinden sich mit jenen Jahren: die Tiefflieger etwa, die kurz vor Kriegsende Angst und Schrecken verbreiten, die Furcht vor den "Russen" (schwarze Käfer, die sich gerne in der Nähe des wärmenden Ofens aufhielten) oder die Ankunft der amerikanischen Soldaten mit den schwarzen Gesichtern, die einige Bewohner tatsächlich für Tarnung hielten. Eingeprägt hat sich ihm nicht zuletzt der Todesmarsch der Flossenbürger KZ-Häftlinge und das Bild einiger von SS-Schergen gehängten Menschen mit dem Schild "Fröhliche Weihnachten".
Nicht in Vergessenheit geraten sind die Jagdgäste im Forsthaus, unter denen sich einmal sogar Erbprinz Franz-Josef befunden habe, die Freude über die ersten Skier, zu denen ihm Jakob Dummer verholfen habe, die festliche Atmosphäre bei den Christmetten in der kleinen Kirche, die "bestimmt so schön wie im Regensburger Dom" gewesen seien, und die Erstkommunion, vor der das Problem der Bekleidung zu lösen war. Der dunkelblaue Anzug entstand seiner Darstellung nach aus einem braunen Kostüm der Mutter. "Der Stoff wurde eingefärbt und hat gereicht", schilderte der gute Erzähler diese Episode mit dem Nebensatz, dass die braune Farbe an einer Stelle doch noch erkennbar gewesen sei.
"Wie in einer Familie..."
Die Umstände in der einklassigen Schule schilderte Anton Schlicksbier, der in den Pausen zudem die Drehorgel bediente. Im Oktober 1919 wurde der Unterrichtsbetrieb aufgenommen und im Juli 1967 eingestellt. Zwei Jahre später besiegelte ein Brand das Schicksal des Gebäudes, das zu der Zeit schon als Wirtshaus mit dem Namen "Zum Kuckuck" Verwendung gefunden hatte. "Die Kinder", bekräftigte der letzte Lehrer der Einrichtung, "haben eine große Gemeinschaft gebildet, sie sind aufgewachsen wie in einer Familie."Die Fotos aus dem Archiv des Pädagogen im Ruhestand sind ein Spiegelbild jener Tage. Zeitdokumente sind diese Momentaufnahmen mittlerweile, samt und sonders eine Referenz an das Landleben, an die Landschaft und die Menschen, zu denen Anton Schlicksbier, der in der Gesellschaft des Dorfes sehr schnell das Vertrauen gewonnen hatte. Die Weiherer haben ihn sogar in Schutz genommen, wenn die Kritik von Leonhard Deininger - eher die Regel denn die rühmliche Ausnahme - nach der Veröffentlichung von Leserbriefen in der Donau-Post wieder besonders heftig auszufallen drohte. Schlicksbier zitierte den Landwirt Kiesl, der dem Landkreis-Chef bei einer Versammlung Einhalt gebot: "Merken´s Eahna oans: An Landrat und an Buagamoasta kemma wähln, an Pfoarer und an Lehra meama nehma weassan!"
[Sepp Raith, Donau-Post]
Eingetragen am So. 31.05.2009Hommage an Papa Haydn
„Papa Haydn“ der Handwerker der Musik
Haydn war wohl der innovativste des Wiener Klassikerdreigestirns Haydn – Mozart - Beethoven.
Am Sonntag jährte sich der Todestag von Joseph Haydn zum 200. Mal. Für gut 30 Zuhörer war dies Anlass genug, den von Elmar Holzner gestalteten Abend im Rondellzimmer zu besuchen. Holzner zeigte den Menschen Haydn selbst, den Zusammenhang des Dreigestirns Haydn – Beethoven – Mozart und bewies eindrucksvoll seine Ausnahmestellung am Klavier.
Haydn wurde als Sohn eines Wagners in Rohrau an der deutsch-ungarischen Grenze geboren. In seinem Elternhaus konnte niemand Noten lesen, es wurde jedoch sehr viel gesungen. Im Alter von sechs Jahren wurde er zu Verwandten nahe Hainburg an der Donau geschickt um als Chorknabe ausgebildet zu werden. Hier wurde er auch von Georg von Reutter, dem musikalischen Leiter des Stephansdoms in Wien entdeckt. Haydn verbrachte dort neun Jahre.
Als er körperlich so weit gereift war, dass er die hohen Stimmen nicht mehr singen konnte, wurde er entlassen und begann seine Karriere als freier Musiker. Vermutlich im Jahre 1757 erhielt er seine wohl wichtigste Stelle als Musikdirektor beim Grafen Karl von Morzin im Schloss Lukawetz in Pilsen. Als Morzin in finanzielle Schwierigkeiten geriet, trat Haydn seinen Dienst bei der Familie Esterhàzy an. Dieser dauerte fast dreißig Jahre. Die Familie Esterhàzy gab ihm die Freiräume, um ständig Neues auszuprobieren. Haydn meinte selbst: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich zum Original werden“.
Nachdem Fürst Nikolaus von Esterhàzy sgestorben war, wurde die gesamte Hofmusik entlassen. Darauf nahm er Angebote in England an. Diese Reisen wurden ein großer Erfolg. Haydn kehrte aber wieder nach Wien zurück. Zu dieser Zeit entwickelte sich eine große Freundschaft zwischen ihm und Beethoven. Der Strom an frischen Ideen, die auf eine Ausarbeitung warteten, rissen nicht ab und so arbeitete so lange, bis er 1809 an allgemeiner Erschöpfung verstarb. [...]
Holzner führte weiter die Zusammenhänge zwischen Haydn, Beethoven und Mozart aus. Originalaufnahmen wurden per CD eingespielt. Darunter die „Missa in temore belli“ auch als „Paukenmesse“ bekannt, der 2. Satz „Mit dem Paukenschlag“ von den Wienern Symphonikern mit Wolfgang Sawallisch von der Bayerischen Staatsoper sowie Schluss-Chor mit Soli „Singt dem Herren alle Stimmen“. „Die Paukenschläge baute Haydn ein, damit das Publikum nicht eingeschlafen ist“, so Holzer. [...].
Holzer spielte am Klavier den 1. Satz der Cis Moll Sontate, das Haydn im Jahre 1786 komponierte. Weiter gab er von Mozart den 2. Satz im Köchel-Verzeichnis Nr. 570 zum Besten. Zum Abschluss spielte er das von Beethoven an Haydn gewidmete Stück Opus 2 Nr. 1. „Diese Stücke wurden innerhalb drei Jahren komponiert und stellen deutlich die Unterschiede der Komponisten heraus“, führte er aus. Holzer selbst absolvierte zwei Studiengänge. In Salzburg schloss er mit dem Kapellmeister ab und in Mannheim studierte er Verwaltungswissenschaften. Ein halbes Jahr durfte er unter der Anleitung von Herbert von Karajan arbeiten. [...]
[Text und Bilder Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Sa. 30.05.2009Eine kleine Stadt liest in Zinzendorf
Gemäß dem Titel der Veranstaltung „Da fallt mia grod ei…“ standen bei der „Eine kleine Stadt liest“ - Aktion in Zinzendorf [...] die Erinnerung an vergangene Tage im Zentrum. Die zahlreichen Besucher erlebten die „alte Zeit“ mit allen Sinnen: Richard Schwesinger hatte eine Fotoshow zu den Themen Krieg, Not, Wiederaufbau und beginnender Wohlstand in und um Zinzendorf vorbereitet, Franz Griesbeck spielte auf der Diatonischen und Anneliese Beil hatte eine „Ei’grierde“ Suppe zubereitet.
Ein Gemeinschaftsprojekt des Wörther Buchladens und K.i.W.
[...] Richard Schwesinger hatte vorab eine stattliche Sammlung älterer Fotoaufnahmen von Zinzendorfer Einwohnern und Bauten zusammengetragen. Als ältestes Dokument präsentierte es im Gasthaus Beil einen Ortsplan aus dem Jahr 1815. Als erste thematische Überschrift hatte Schwesinger die Landwirtschaft gewählt. Aufnahmen von Ochsengespannen und längst ausgedienten Gerätschaften wurden ebenso gezeigt wie Portraitbilder der Zinzendorfer Familien Hahn, Hirsch und Soller. Richard Schwesinger hatte in Kooperation mit älteren Einwohnern Vorarbeit geleistet und beispielsweise auf dem Gruppenbild der Hochzeit von Alfons Lutz und Anna Hirsch um die 80 Prozent der Abgebildeten identifiziert. Auch Aufnahmen von der Fahnenweihe 1931 und diversen Maibaumaufstellen versuchte man zu personifizieren. Hier griffen Schwesinger neben verschieden älteren Zinzendorfern vor allem Karl Schöntag und Toni Wiesbeck unter die Arme. Die beiden Zeitzeugen waren aus Karlsruhe und Riekofen angereist und brachten ihre Erinnerungen ein. Besonders eingängig gestalteten sich ihre Schilderungen des Familienalltags in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So hatte Toni Wiesbeck als Zweijähriger das Zinzendorfer Wirtshaus durch die falsche Türe verlassen und irrte orientierungslos durch den Wald, wo er schließlich einschlief. Von heimkehrenden Beerensammlern wurde der Junge später entdeckt. Im Zustand von dauerhafter und intensiver Arbeitsbelastung war der Familie das Fehlen des Sprösslings tagsüber nicht aufgefallen.
Im Zusammenhang mit dem damals nicht selten auftretenden Phänomen des Kindstods berichtete Toni Wiesbeck von einer Begebenheit aus seiner Jugend: So war er beauftragt worden, den Leichnam eines verstorbenen Babys in einer Holzkiste bis nach Pondorf zu tragen. Unterwegs fielen im wegen des auf Dauer doch immensen Gewichts fast die Arme ab, doch als er den Lohn von 3 Mark im Empfang nehmen durfte, bot er sich gerne an: „Also, wenns wieder amol was ham…“
Auch erinnerte man sich an das Reichsarbeitsdienstlager in Zinzendorf. Durch die vormilitärische Einrichtung waren junge Männer bei Bauern sowie beim Damm- und Wasserleitungsbau im Dorf beschäftigt. Nach der Veranstaltung in Kiefenholz wurde darüber hinaus auch in Zinzendorf die Zwangsarbeiterschaft im Dritten Reich thematisiert. Im Dorf selbst seien die Nichtdeutschen durchgehend gut behandelt worden. Natürlich konnte man das Zusammenleben als eine Art Zweckgemeinschaft betrachten. So schwiegen die Zwangsarbeiter beispielsweise als Dank für den fairen Umgang wenn die Bauern schwarz schlachteten.
Bei den Besuchern kamen vor allem auch die „Vorher – Nachher“ – Wechsel in Richard Schwesingers Präsentation sehr gut an. So konnten nicht nur verschiedene Wohngebäude im Zustand von gestern und heute verglichen werden sondern auch zeitlich unterschiedliche Aufnahmen von der Dorfkirche. Als die Nachkriegszeit angeschnitten wurde, zeigten die Bilder nicht nur mehr motorisierte Fahrzeuge sondern auch eine größere Zahl an noch bekannten Gesichtern.
Zwischen den Bilderreihen stimmte Musikant Franz Griesbeck mit den Besuchern einige Stücke an. Neben „Kein schöner Land“ und „Schön ist die Jugend“ durfte natürlich auch „Mir san vom Woid dahoam“ nicht fehlen. [...]
Im Namen der Dorfgemeinschaft bedankte sich Stadtrat Franz Beil mit einem Präsent bei Hildegard Schindler und Richard Schwesinger für den gelungenen Abend. Abschließend wurde eine „Ei’grierde“ Suppe angeboten, die älteren Generationen vielerorts ein tägliches Brot war. Probiert wurde das Mehl-Milch Gemisch allemal gerne, wissend, dass einen, im Gegensatz zu den alten Bauerfamilien, in den nächsten Tagen andere Speisen erwarten.
[Text:Donau-Post, Sonja Heitzer]
Eingetragen am So. 24.05.2009Eine kleine Stadt liest in Kiefenholz
Im Hof der Familie Mandlik las Thomas Muggenthaler aus seinen Büchern "Ich lege mich in und sterbe" und "Wir hatten keine Jugend". Die von Muggenthaler literarisch behandelten Themen KZ und Zwangsarbeit im Naziregime wurden vor allem durch die Erinnerungen von anwesenden Zeitzeugen lebendig.
„Es kommt nicht oft vor, dass Recherchen zu diesen Themen vor Ort auf so positive Reaktionen stoßen“, freute sich Autor Thomas Muggenthaler über die große Resonanz auf die Veranstaltung. Dass vor allem die Konfrontation mit der Beschäftigung osteuropäischer Zwangsarbeiter in Bayern teilweise als unangenehm empfunden wird, dürfte an ihrer weiten Verbreitung liegen: „Beinahe jeder Produzierende hatte Zwangsarbeiter, die Männer waren ja alle an der Front“, so Muggenthaler. „Das KZ ist die radikalste Form der Zwangsarbeit, aber nicht die einzige“, rückte der Autor das Schicksal der in Landwirtschaften, Klöstern und Industriebetrieben eingesetzten Arbeiter ins Zentrum.
Die im Jahr 2002 wiederaufgenommene Frage, ob Zwangsarbeiter für ihre Tätigkeit zur Zeit des 2. Weltkriegs entschädigt werden sollten, hatte der Rundfunkjournalist Thomas Muggenthaler zum Anlass einer Recherche genommen. Als Ergebnis präsentierte Muggenthaler sein Buch „Wir hatten keine Jugend“, indem er 30 Zwangsarbeiter aus Osteuropa, die in Bayern eingesetzt waren, porträtiert. Unter den nachempfundenen Schicksalen befindet sich auch das von Stefan Spizak. Der Pole wurde als 16-Jähriger in Bochnia beim Einkaufen in einer Apotheke verhaftet und wenig später nach Regensburg gebracht. Stefan Spizak arbeitete schließlich bei der Bäuerin Maria Haslbeck in Kiefenholz. „Sie war sehr gut zu mir“, betonte Spizak, doch die Obrigkeit machte den Zwangsarbeitern das Leben zunehmend schwerer indem nach dem gemeinsamen Essen mit den Deutschen auch der Kirchgang verboten wurde. In Stefan Spizaks Erinnerungen tauchen immer wieder auch positive Begegnungen mit Deutschen auf. Von einem Mut machenden Pfarrer war ebenso die Rede wie von einem den Osteuropäern wohlgesinnten Lageraufseher. Rückblickend bilanziert Stefan Spizak, dass nicht die Zwangsarbeit an sich das Schlimmste für ihn gewesen sei, sondern vielmehr die Art und Weise der Festnahme durch die Deutschen als er für seine Mutter Medikamente kaufen wollte: „Sie hätte sterben können“, wird Spizak im Buch zitiert.
Jolanda Mandlik, die Enkelin von Maria Haslbeck, lebt noch heute auf dem Hof. Sie arbeitete als junges Mädchen zusammen mit Stefan Spizak in der Landwirtschaft. Als Zeitzeugin konnte sie den Anwesenden am Sonntagabend einige Anekdoten aus den Weltkriegsjahren berichten. Auch der Bruder des bereits verstorbenen Wörther Pfarrers Josef Urban war nach Kiefenholz gekommen. Er hatte als Erntehelfer ebenfalls mit Spizak zusammengearbeitet. Besonders im Gedächtnis geblieben war Urban die allgegenwärtige Angst der Zwangsarbeiter, von ihren Arbeitgebern wegen angeblicher Faulheit angeklagt und als Konsequenz geschlagen zu werden. In Erinnerung an die Kriegsjahre und die die damit einhergehenden, schweren Schicksale bemerkte Urban: „Solche Veranstaltungen, die an diese Zeit erinnern, sind heute sehr wichtig“.
[Text und Bild 1 und 2: Wörther Anzeiger, Sonja Heitzer; Bild 3: Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Sa. 23.05.2009Fourscore
Alle vier Musiker von Fourscore sind noch sehr jung. Dennoch haben sie schon wichtige Preise bekommen.
Schade, dass nur so wenig Besucher den Weg in den Schlosskeller gefunden haben.
Eingetragen am Fr. 22.05.2009Eine kleine Stadt liest in Oberachdorf
Zeitzeugen aus Oberachdorf erinnern sich.
Erinnerungen an die Zeit im und nach dem Krieg.
[...] 50 Zuhörer erinnerten sich gerne daran „wia´s damols war“, jüngere lauschten angespannt den Zeitzeugen. Die gelungene Moderation von Rudi Biederer bot eine Mischung aus ernsten Inhalten und unterhaltsamen Vorfällen. Karl Dietl begleitete die Veranstaltung musikalisch, setzte gekonnt Pausen um sich zu sammeln und Gehörtes zu verarbeiten. Die FFW Oberachdorf sorgte für das leibliche Wohl.
„Die Leute sollen heute die Gelegenheit bekommen, ihre Erlebnisse im Krieg zu erzählen“, eröffnete Johann Festner nach einer kurzen Begrüßung die Veranstaltung.
Zu Beginn berichtete Ludwig Schindler über Lage des Ortes und Ursprung des Namens Oberachdorf. „Im Mittelhochdeutschen wurde ein Bach „Ach“ genannt. Die Wiesent führte damals den Namen „Ache“. Um Verwechslungen zu vermeiden setzte man vor den Ortsnamen „Ober“. So entstand der Ortsname Oberachdorf“, erläuterte Schindler. Weiter informierte er über die damaligen sozialen Strukturen, Besitzverhältnisse, den Biederer Weiher und den Autobahnbau.
Anschließend berichtete Zeitzeuge Hubert Beiderbeck über die letzten Kriegstage. „Bei mein Opa in Sandweg bin i gwen, als kumma san, d´ Amis. Da ham`s am Solleranga und am damaligen Fußballplatz eana Laga afschlog´n. Mia Kinda hamma Kaugummi griagt und de erst`n Schwarz´n gsegn. Des war scho was! Erst hama gar net g´wusst, sans d´Amis oder Russ´n. Wia ma dann an Stern gsegn ham, da war ma froh, dass Amis war´n“, führt er weiter aus. Beiderbeck erzählte weiter über Albert Schmelz, einen Wörther Bürger, der sich bereit erklärt hatte, den Amerikanern mit seinem Fahrrad, in der Hand die weiße Fahne, entgegen zu fahren und mitzuteilen, dass aus Wörth kein Widerstand zu erwarten sei. Bei dem kleinsten Zwischenfall hätte er seinen Mut mit dem Leben bezahlt. Wie nah Wörth einer Zerstörung entgangen ist, bezeugt die Tatsache, dass nur wenige Stunden vorher die SS das Schloss verlassen hat und aus Wörth abgezogen ist. Als „Andenken“ hat die SS ihren Ballast, darunter viele Waffen und Munition, im Schlossbrunnen versenkt.
Hieran schilderte Werner Trendl seine Erlebnisse. „In der Tschechei hatten wir ein kleines „Sacherl“, einen kleinen Hof. Als wir vertrieben wurden, kamen wir zuerst nach Österreich, anschließend wurden wir in Viehwagons nach Taimering und anschließend in das Aussiedlungslager nach Alling verbracht. Meine Familie hatte Glück. Nach nur zwei Monaten kamen wir nach Wörth. Aber auch noch zu dieser Zeit glaubten wir daran, nach Tschechien zurückkehren zu können. Nun habe ich in Wörth eine zweite Heimat gefunden.“ Er erzählte sichtlich mitgenommen über den Hunger und die Not, unter denen fast die ganze Bevölkerung zu leiden hatte. Den Amerikanern zollte er Dank für die geleistete humanitäre Hilfe und beendete seine Ausführungen.
Christian Fruth, Vorstand der FFW Oberachdorf, las aus der Chronik, dem Mitschriftenbuch, der Feuerwehr vom Jahr 1944 bis 1951.
Rudi Biederer dankte allen für deren Ausführungen und erinnerte „dass wir die Friedenszeit, die seit Kriegsende ja bestehe, nicht als selbstverständlich ansehen sollten. Er hoffe aber, dass der Friede weiter andauere.“.[...]
[Text und Bilder: Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Mi. 20.05.2009Eine kleine Stadt liest in Tiefenthal
Das von den Einheimischen liebevoll genannte "Bergkircherl" in Tiefenthal bildete am Mittwochabend die Kulisse einer weiteren Veranstaltung von "Eine kleine Stadt liest" unter dem Motto "Grillabend mit Literatur".
Gut 60 Besucher lauschten unter dem großen Lindenbaum Ludwig Schindler, der aus seinem „Stadtführer Wörth“ Kurzweiliges und Informatives vortrug. Karl Dietl übernahm mit seinem Akkordeon die musikalische Umrahmung. Einheimischer Wein und Gulaschsuppe sorgten für das leibliche Wohl und rundeten die Gemütlichkeit ab. [...]
„Auf einem südlich in die Donauebene auslaufenden sanften Hügel thront die St. Ulrichs- und Wolfgangskirche auf steiler Anhöhe (389 m). Sie überragt den Ort Tiefenthal. Das Gebäude war eine „echte“ Doppelkapelle, also zwei Kapellen übereinander.“ begann Schindler seinen Vortrag. Er berichtete über das Leben und Wirken der beiden Hauptpatrone des Kirchleins, den Hl. Wolfgang und den Hl. Ulrich. „Der Hl. Wolfgang wird stets mit Bischofsstab und Buch dargestellt. Der Hl. Ulrich wird mit Stab, Buch und Fisch abgebildet,“ informierte er weiter. Beide werden unter anderen bei vielen schweren Krankheiten angerufen. Schindler ging auf die Ursprünge des Dorfes Tiefenthal ein, dessen geschichtliche Anfänge bis auf das Jahr 1179 zurückgehen. Aus diesem Jahr stammt ein Schriftstück, das einen Zeugen namens Gotepold „de Tiufendal“ nennt. Er führte die Entwicklung des Dorfes bis zur heutigen Zeit aus. Der Ort hatte damals als politische Gemeinde schwer zu tragen. So war Tiefenthal zwei verschiedenen Pfarrgemeinden zugeteilt. Der westliche gehörte der Pfarrei Wörth an, der Ostteil der Pfarrei Pondorf. So wurden auch die Verstorbenen auf zwei verschiedenen Friedhöfen beigesetzt. Auch der Schulsprengel war zweigeteilt. Darunter hatte die Gemeinschaft schwer zu leiden.
„Die Auflösung des Amtsgerichts“
Hans Solleder, Richard Schönberger und Johann Festner gaben einen kleinen Sketch zum Besten. Die Parole lautete „1959: Die Stadt in Aufruhr – Die Auflösung des Amtsgerichts“. Es wird von drei Mitbürgern berichtet, die alles daran setzten, die Räumung des Amtsgerichts Wörth zu verhindern. Sie kamen dabei mit dem Gesetz in Konflikt, Verfahren wurden eingeleitet, die aber kurz darauf wieder eingestellt wurden. Karl Völkl darf sich nun aber als letzte Kundschaft des Amtsgerichts Wörth bezeichnen. Sie ernteten für ihren Auftritt großen Applaus und Gelächter.
Sagen, Grusel- und Weizgeschichten
Schindler erzählte nun von der von Sagen, Grusel- und Geistergeschichten umwobenen Gegend. So zum Beispiel am Unterlauf des Wellerbachs, genannt der „Schinderbachl“. Der Name kommt von Schinder, so wurden früher die Viehverwerter bezeichnet. Dieser übte seine Tätigkeit am Wichenbach aus. Dort wo der Schinderbach in die Ebene trat, war auf einer Anhöhe der Wörther Galgen. Zur Abschreckung verblieben die Rechtsbrecher einige Zeit am Galgen hängen. Dies mag so manchen Spätheimkehrer in Angst und Schrecken versetzt haben und es entstanden eine Vielzahl von Spuk- und Weizgeschichten.
"Da Trackenwirt."
Zum Abschluss erinnerten sich alle Anwesenden an alte Bekannte. „Kennt´s no den „Trackenwirt“?, fragte Schindler in die Runde. „No freile“, bekommt er vielstimmig zur Antwort. „Wisst´s wieso der so hoast? Des war der Wirt unten am Schlossberg in Wörth. Und wenn de feinen Herrschaften zu eam zum Ess`n kumma san, dann hot er gsagt: „Gel, des schmeckt eich – Es Track´n“!
[Text und Bilder: Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am So. 17.05.2009Eine kleine Stadt liest - Jung befragt Alt
Zu einer Begegnung der Generationen im Plauderton avancierte die sonntägliche Veranstaltung der "Eine kleine Stadt liest" - Reihe. Siegmund Rösch, Josef Schütz und Franz Senft stellten sich den Fragen von sieben Jugendlichen zum Leben in den 40er und 50er
Ein Gemeinschaftsprojekt des Wörther Buchladens und K.i.W.
„Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“, zitierte Ludwig Schindler zu Beginn der Veranstaltung Richard von Weizsäcker. Getreu dem Rat des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten stand das Leben in den Kriegs- und Nachkriegsjahren im Zentrum der Veranstaltung. Mit Siegmund Rösch, Josef Schütz und Franz Senft konnten drei Zeitzeugen gewonnen werden, die aus dem gesellschaftlichen, geschäftlichen und politischen Leben vergangener Tage berichteten.
Als sehr ergiebig erwies sich in diesem Zusammenhang der Jugendleseworkshop von Doris Vogl und Anke Urban. Die Teilnehmer der parallel zu „Eine kleine Stadt liest“ laufenden Aktion hatten Fragen an die älteren Bürger vorbereitet. Zum einen gewannen die sieben Jugendlichen so einen lebensnahen und intensiven Einblick in den Lebensalltag der Großelterngeneration. Zum anderen entwickelte sich im Pfarrheim auf der Basis der Fragen der Jugendlichen eine gemütliche Erzählatmosphäre.
Johann Schütz berichtete von seiner ersten Begegnung mit einem Dunkelhäutigen, die er im Zuge der amerikanischen Invasion gegen Ende des 2. Weltkriegs erlebte. Als Angehörige des unterlegenen Deutschlands musste man sich die Beschlagnahmung von Schlafplätzen und die Zerstörung von Hofeinrichtungen ohne weiteres gefallen lassen.
Franz Senft erinnerte sich an seine Zeit in englischer Gefangenschaft, die von Hunger geprägt war. „Brennnessel und übrige Ähren waren bei den Gefangenen sehr begehrt“, berichtete er von der Not, die durch Läuseplagen weiter intensiviert wurde. Seine Heimkehr empfand er freilich als große Befreiung: „Ich war so froh, als ich unser Schloss wieder gesehen hab!“. Bei einem zufälligen Besuch in Regensburg erlebte Franz Senft vom Dreifaltigkeitsberg aus auch die Angriffe aus die Messerschmitt-Werke mit. Diese produzierten Jagdflugzeuge und wurden so zum Zielobjekt gegnerischer Angriffe.
Im ausgehenden 2. Weltkrieg konnten die Wörther Bürger die Grausamkeit des NZ-Regimes mit eigenen Augen erleben: Von Flossenbürg aus trieben die Nazis KZ-Häftlinge unter anderem auch durch die Ludwigsstraße. Siegmund Rösch sprach von „mageren Gestalten“ und einem „fürchterlichen Anblick“.
Angesprochen wurde auch die kampflose Übergabe der Stadt Wörth an die US-Streitkräfte. Der Mut des Wörthers Alois Schmelz, der den amerikanischen Soldaten entgegenradelte, verhinderte die Zerstörung der Stadt. Schließlich hatten die GIs am Schloss ausharrende SS-Soldaten vermutet.
So glimpflich verliefen die letzten Kriegstage nicht in jedem Ort: Pfarrer Lorenz Schnitt erzählte von einer traurigen Begebenheit aus Kötzting. Drei Bürger, die ihr Dorf ebenfalls kampflos an die US-Army übergeben wollten, wurden von der SS erschossen.
Franz Senft wartete ferner mit Geschichten aus der Gründungszeit seiner Ziegelei aus. „Der Bedarf am Baustoff Ziegel war vor allem in der Nachkriegszeit da“, so Senft, der zur Erläuterung einige Anschauungsobjekte mitgebracht hatte.
Leni Büchele berichtete daneben aus den ersten Jahren ihres Kino-Betriebs. Ihr Vater erhielt von der amerikanischen Besatzungsmacht keine Genehmigung für die Durchführung der Lichtspiele, war er doch Mitglied der NSKK gewesen. Dass KK lediglich „Kraftfahrkorps“ bedeutete, war nicht von Belang: „Bei NS sahen die Amis rot“. So sprang Leni Büchele als gemeldete Betreiberin ein und war von Anfang an eng mit dem Kino verbunden.
Als Bäcker erinnerte sich Siegmund Rösch an die Lebensmittelknappheit, auch in der Nachkriegszeit. Mit Kartoffeln wurde ebenso gebacken wie mit Mais: „Was eben da war“, so Rösch. Dass das Kartoffelbrot und ähnliche Kreationen derzeit wieder in aller Munde sind, überrascht Rösch nicht: „Es kommt eben alles wieder“. [...]
Ergänzt wurde die Veranstaltung zum einen durch die Bilder von Ludwig Schindler. Sie erzählen von historischen Ereignissen ebenso wie vom Wörther Wahrzeichen, dem Schloss, im Wandel der Zeit. Zum anderen verkauften in einer Veranstaltungspause Schüler der Hauptschule Wörth nach Uwe Timms „Die Entdeckung der Currywurst“ zubereitete Currywürste. Die Besucher ließen sich die Schmankerl gerne schmecken.
Der Veranstaltung eine besondere Note verliehen auch die Musiker Mark Bender und Wolfgang Bernreuther. Entgegen ihren angestammten Genres bot das Duo Schlagermusik aus der diskutierten Zeit. Zu den Klängen von Freddy Quinn und Co. fiel dem Trio Rösch, Schütz und Senft das Erinnern und Erzählen noch leichter.
[Text und Bilder: Wörther Anzeiger, Sonja Heitzer]
Eingetragen am Fr. 15.05.2009Anpex hat gewonnen
Die Entscheidung beim Wettrocken des Landkreises ist gefallen. Beim Finale in Wörth haben die Metaler ANPEX gewonnen.
Tolle Rockmusik wurde am Freitag im Wörther Schlosskeller geboten. Nach über vier Stunden stand der Wettbewerbssieger fest: Gewinner ist die Gruppe ANPEX aus Neutraubling. Es war natürlich eine Überraschung, dass die Metal-Formation sich durchsetzen konnte. Die Entscheidung war denkbar knapp. "Anpex" bot eine gute musikalische Leistung und ihre Bühnenpräsenz war trotz des jugendlichen Alters der Musiker schon recht professionell. Die Neutraublinger Band darf nun beim Labertal Festival auftreten, das am 7. und 8. August im Schierlinger Freizeitzentrum stattfindet. Veranstalter war der Verein “Jugendarbeit im Landkreis³. Rund 160 Rockfans waren gekommen. “Anpex" gab sich sehr viel Mühe. Schon der Aufbau wurde sehr gewissenhaft durchgeführt. Die Neutraublinger kamen sogar etwas in Zeitverzug. Die Band entschädigte aber die Rockfans durch ihren musikalischen Auftritt, der sehr originell war. Keyboardspieler Bernhard Wess, Michael Diem, Johannes Sedlaczek, Dominik Wenzl, Schlagzeuger Christoph Niklas und Sänger Alex Wagner haben sich der Musikrichtung Crossover Metal verschrieben.
Die Band besteht in dieser Zusammensetzung etwa zwei Jahre und hat schon bei Auftritten in der “Mälze³ und im “Gloria³ in Regensburg überzeugt. Geboten werden jeweils eigene Songs. [...]“Anpex" hatte den Vorrunden-Wettbewerb in Schierling gewonnen. Am Freitag nahm Bürgermeister Anton Rothfischer die Siegerehrung vor und überreichte eine Art “Goldene Schallplatte³. Das Stadtoberhaupt hört selbst sehr gerne Popmusik und liebt heavy metal.
Knappe Jury-Entscheidung
Die Jury in Wörth hatte es nicht leicht, denn auch andere Gruppen boten hervorragende Rockmusik. Die Kriterien waren vielfältig. Neben musikalischem Können, Kreativität und Songstruktur ging es auch um Bühnensicherheit, Ausstrahlung und Umgang mit dem Publikum. Die Jury bestand aus Peter Kränkl, Johann Festner und Andreas Dötter, dem Vorsitzenden von “Rockbühne e. V.". Dieser Verein alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich veranstaltet das “Labertal Festival", bei dem heuer etwa 15 Bands auftreten. Dötter sieht das Ziel des “Wettrockens" in der Förderung junger Bands. Bei dem Wettbewerb hat er einen positiven Eindruck von den Nachwuchsbands im Landkreis erhalten. Dötter wies im Gespräch [...] darauf hin, dass nicht unbedingt ein Niveau-Unterschied der Nachwuchsbands zu den etablierten Gruppen festzustellen sei. Manche jungen Musiker könnten dabei sehr gut mithalten.
Wie von Peter Weigl zu erfahren war, entstand die Idee zum “Wettrocken³ bei den regelmäßigen Treffen der Jugendpfleger. Man stellte fest, dass viele Bands nach Möglichkeiten suchten, live aufzutreten. Heuer hatten sich rund 20 Bands beworben, insgesamt zwölf wurden bei einer Abstimmung im Gremium ausgewählt. Die Vorrunden-Wettbewerbe in Nittendorf, Schierling, Regenstauf und Neutraubling seien sehr gut verlaufen, so Weigl. Es gebe gute Bands, in der teilweise sehr junge Musiker spielen. Dazu gehöre auch die Band “Smell Teens³ aus Wörth. Weigl betonte, dass er überrascht sei, dass viele Rockfans nicht wüssten, dass es viele gute Bands im Landkreis gebe. Der Jugendpfleger würdigte das Engagement von Johann Festner, der Beachtliches für die Organisation leistet. Die Veranstalter bedankten sich bei den Wörther Jugendlichen, die mit ihrer Arbeit bei Auf- und Abbau und beim Getränkeverkauf ganz wesentlich zum Gelingen des “Wettrockens³ beigetragen haben.
Hervorragende Bands
Die Gruppe “Synaptics" aus Nittendorf mit ihrer großen Fangemeinde bot abwechslungsreiche Rockmusik. Phasen mit harten Klängen wechselten sich mit lyrischen Parts ab. Es wurden so genannte Knicklichter an die Besucher verteilt, sodass der Schlosskeller einem orangefarbenen Lichtermeer glich. “Sunrise Sunday" [...] aus Neutraubling und Donaustauf kann man der alternativen Stilrichtung zuordnen. Die Band war schon einmal in Wörth aufgetreten. Sie glänzte mit einem breiten Klangspektrum mit Geigenklängen und unkonventionellen Basstönen. “CallMe Nova." aus Donaustauf bot eindrucksvolle Rockmusik mit Bezug zum Power-Pop- und Pop-Punkbereich. Es waren ausdrucksstarke Klänge und einprägsame Melodien zu hören. Für den differenzierten Sound sorgte auch ein Keyboardspieler und Hintergrundgesang.
[Text und Fotos: Donau-Post, Soller]
Eingetragen am Sa. 09.05.2009Eine kleine Stadt liest: Beitrag des Pfarrgemeinderates
Hinschauen statt Wegsehen!
Manfred Hanglberger erörterte mit den Pfarrgemeinderäten Dr. Ursula Eicher und Josef Forster sowie den Jugendvertretern Manuel Baumgartner und Josef Pschorn das Thema „Kirche unter dem Hakenkreuz“. Gedanken zur Beziehung zwischen Gott und dem Krieg spielten dabei ebenso eine Rolle wie kirchliche Widerstandskämpfer in und um Regensburg.
Zum Einstieg in die Thematik wurde das Bilderbuch „Opas Engel“ von Jutta Bauer vorgestellt. [...] Das Buch spricht auch die Judenverfolgungen im 3. Reich an. Ein jüdischer Freund aus den Kindertagen des Großvaters lebte in ständiger Angst und verschwand schließlich: „Haben das damals die Menschen nicht gemerkt?“, lautete die anschließende Frage. Vor allem die kirchliche Ohnmacht sollte erörtert werden. „Es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt.“, heißt es im Römerbrief des Paulus. In einer von den Erfahrungen der Monarchie und der Herrscher „von Gottes Gnaden“ geprägten Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts konnte der Nationalsozialismus fruchten. Hitler wurde in einer unruhigen Zeit anfangs teilweise als „Segen für Deutschland“ wahrgenommen. Im fortschreitenden Nazi-Deutschland entwickelte die Kirche eine ambivalente Haltung gegenüber den Machthabern: Zwar tat man beispielsweise in einem Hirtenwort 1943 seine Sorge über die willkürlich ausgesprochenen Todesstrafen kund, doch im laufenden Krieg wendete man sich nicht gegen die Motivation der kämpfenden Truppen.
Als langfristige Ursachen der Friedensunfähigkeit in der Kirche wurden unter anderem aggressive Gottesbilder ausgemacht, über die irdische Machthaber gewaltvolles Vorgehen legitimierten. Vor allem im Alten Testament findet sich ein parteiischer, mächtiger und strafender Gott. Auch die vieldiskutierten Bedingungen für einen gerechten Krieg wurden aufgegriffen und erläutert. Pfarrer Manfred Hanglberger formulierte selbst eigene Vorschläge zur Erhaltung des Friedens, beispielsweise die Installation eines „Ständigen Rats der Weltreligionen“. Die Aktualität derartiger Denkansätze wurden nicht zuletzt durch die Schlagzeilen um die „Regensburger Rede“ des Papstes [...] unterstrichen. Beide Ereignisse hatten für reichlich Diskussionsbedarf zwischen den Weltreligionen gesorgt.
Dr. Ursula Eicher erweitere den Begriff der Kirche auf die Gläubigen und deren Verhalten im 3. Reich. Hervorgehoben wurden dabei Johann Igl, der Domprediger Dr. Johann Maier, Michael Lottner und Josef Zirkel, die dem Unrechtsregime auf ihre Art und Weise Widerstand geleistet und mit dem Leben dafür bezahlt hatten. „Es war nicht nur wegschauen, es gab auch Leute die fürs hinschauen gestorben sind“, lautete die Botschaft.
Als ein Beispiel einer aktuellen Möglichkeit zur Hilfeleistung und Solidarität wurde abschließend die Regenbogen-Stiftung vorgestellt, die in Bolivien tätig wird. Der Erlös der Veranstaltung wird die Hilfsinstitutionen der Einrichtung erreichen.
[Sonja Heitzer, Mittelbayerische Zeitung]
Eingetragen am Fr. 08.05.200940-jähriges Bühnenjubiläum Josef Laszlo
Josef Lazlo feierte am Freitagabend im Rondell-Zimmer sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. Im Rahmen der Veranstaltung spielte er zusammen mit dem Lyrico Streichquartett aus Baden bei Wien.
Die Wiege von Josef Laszlo stand in Gergesmarkt in Siebenbürgen. Er wurde in eine Musikdynastie hineingeboren. Sein Vater war Konzertmeister bei den Großwardeiner Philharmonikern. Seine Kinderzeit verlebte er in Großwardein. Später studierte er an der Musikhochschule Klausenburg im Hauptfach Klarinette. Er machte dort den Abschluss als Diplom-Musiker sowie als Diplom-Orchester-Musiker. Seine Solokarriere begann Laszlo bei den Großwardeiner Philharmonikern, wo Georg Ille – heute Mitglied des Lyrico Streichquartetts - Konzertmeister war. [...]. Im Jahre 1982 stellte er einen Ausreiseantrag in die westliche Welt, worauf er sofort seine Arbeit verlor. 1985 durfte er endlich nach Deutschland ausreisen. Es folgte eine schwere Zeit, da er weder Bekannte hatte und fast kein Wort deutsch sprach. Doch auch hier ist er der „Musikus“ geblieben und hat sich seine Spielfreude erhalten. Als Soloklarinettist spielte Laszlo in fast allen europäischen Ländern, in den USA und in Japan. Neben seinen großen technischen und kammermusikalischen Fähigkeiten wird vor allem sein weicher und warmer Klarinettenton gelobt.
Josef Laszlo lehrte jahrelang in der Musikschule in Wörth Klarinette. [...]
Den letzten Teil der Aufführung leitete Frau Meinhart mit dem Motto des „35. Bühnenjubiläums“ ein: „Josef wasch` dir die Hände und spiel uns was vor“, wohl mit der Hoffnung, dass diese Aufforderung noch Jahre von den Bewunderern Josef Laszlos zu hören sein wird.
[Text und Bilder Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am Sa. 02.05.2009Eine kleine Stadt liest in Hofdorf
Die Kriegs- und Nachkriegsjahre plastisch erleben konnten die Besucher der „Eine kleine Stadt liest“ – Veranstaltung im Hofdorfer Nostalgiemuseum. Unter der Überschrift „Dreirad – Luftschutzkeller – Amijeep“ las Alexander Freiherr von Eyb aus seinen eigenen Aufzeichnungen. Zuvor hatte er bereits eine Führung durch sein Museum angeboten. Dreirad und Amijeep spielten auch dabei eine Rolle – zur Freude der Anwesenden nicht nur in Worten sondern als erhaltene Originale.
Dass sich das Projekt „Eine kleine Stadt liest“ und das Nostalgiemuseum Hofdorf hervorragend ergänzen, wurde bereits bei der anfänglichen Museumsführung deutlich. Alexander von Eyb konnte zahlreiche Exponate präsentieren, die die von zwei Weltkriegen geprägte erste Hälfte des 20. Jahrhunderts lebendig werden lassen. So befinden sich verschiedene Modelle des Volksempfänger – Radiogeräts im Museum. Über die im Volksmund „Goebbelsschnauze“ genannten Apparate erreichte der gleichnamige Propagandaminister die Deutschen mit seinen verblendenden Botschaften. Der totalitären Gesinnung der Nazis war es auch geschuldet, dass sich die Symboliken des Regimes in vielen weiteren Lebensbereichen wiederfanden. So wurden den Kindern Spielzeugsoldaten in NS-Uniformen geschenkt. Die Erziehung zu Bürgern und Verteidigern des von Hitler anvisierten „1000-jährigen Reichs“ sollte bereits in der Kinderstube beginnen. Darüber hinaus zeigte Alexander von Eyb alte Wintersportgeräte, Fotoapparate und Dreiräder. Mit vielen Exponaten verbet der Museumsbesitzer persönliche Erfahrungen und Geschichten. Über die anstrengenden Fototermine mit der Mutter als Fotografin wurde im Zuge der Führung ebenso berichtet wie über die schneereichen Winter der 40er Jahre und die innige Beziehung von Eybs zu seinem Dreirad.
In einem Nebengebäude des Museums ist auch ein Amijeep Typ „Willys Overland“ ausgestellt. „So einen kaufe ich mir auch“, hatte sich der junge Alexander von Eyb bei seiner ersten Begegnung mit dem wendigen Gefährt im Zuge des Kriegsendes und der amerikanischen Besatzung Deutschlands vorgenommen.
Seine Erinnerungen an die Kriegsjahre hat der 1939 geborene von Eyb unter dem Titeln „Dreirad – Luftschutzkeller – Amijeep“ zusammengefasst. Er schildert dabei aus seiner kindlichen Perspektive und verzichtet auf überbordende Erläuterungen der parallel laufenden welthistorischen Ereignisse. Von der sich dadurch auftuenden Authentizität der Aufzeichnungen konnten sich die Besucher im Zuge einer Lesung überzeugen. Alexander von Eyb erzählte von den Fliegeralarmen, die ihn und seine Familie im heimischen Bad Mergentheim überraschten. Die tödliche Gefahr aus der Luft drohte sogar auf dem Weg zu Kindergarten und Schule. Zwar war man um die Organisation eines geregelten Alltags bemüht, indem man beispielsweise familieninterne Festtage einhalten wollte: „Doch der Beginn der Feier richtete sich nach der Tonlage der Sirene“, erinnerte sich von Eyb. Die Schilderungen gestalteten sich durch die gewählte Ich-Perspektive und den biographischen Charakter sehr eindringlich. In Bezug auf die heutige Zeit forderte von Eyb zur Erhaltung des Friedens auf: „Man muss daran arbeiten, dass es so bleibt. Es waren schreckliche Jahre". Vor allem die ausbleibende Aufarbeitung der Geschehnisse nach Kriegsende machten zu schaffen: „Es war auch in der Schule ein Tabuthema“, so Alexander von Eyb. Dieses Phänomen abzumildern versucht aktuell das Projekt „Eine kleine Stadt liest“. [...]
[Sonja Heitzer, Wörther Anzeiger]
Eingetragen am Do. 30.04.2009Kindheitserinnerungen von Sepp "Base" Schindler. AUSVERKAUFT!
Heitere Heimatkunde in randvoller Wirtsstube.
Schlimme Jahre sind überstanden. Die junge Bundesrepublik kommt Mitte der fünfziger Jahre nach der Tragödie des Weltkrieges allmählich zur Besinnung. Sie atmet auf, orientiert sich neu, schaut mit frischem Selbstbewusstsein nach vorne, ungern zurück. Die Zukunft ist ihr Ziel, nicht die offene und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Die Menschen sind fleißig, bescheiden und sparsam, die Landwirtschaft, wichtigste und sicherste Einnahmequelle, noch bäuerlich. In diesem sozialen Umfeld wächst Sepp Schindler auf, der bei seinem Beitrag zu [...] "Eine kleine Stadt liest" zu den Wurzeln seiner Kindheit zurückkehrt. Seine zweistündige Heimatkunde, durchzogen mit amüsanten Anekdoten und Episoden, immer unterhaltsam und fesselnd, nie langweilig oder gar ermüdend, ist vom Anfang bis zum Ende ein herzlicher Dank an das Elternhaus und eine aufrichtige Hommage an das frühere Wörth, wo sich allein in der Taxisstraße noch sieben Höfe und sieben Misthaufen befinden.
"Biber" und "Bäpp"
Diese ausführliche Nachbetrachtung [...] würdigt ein Leben, in dem die Kinder geschussert, "Schundheftl" gelesen und das Einmaleins noch in einer großen Klassengemeinschaft gelernt haben.
Die biografische Bilanz des Oberstudienrats, Jahrgang 1949, ist zudem eine einzige Lobrede auf seine Freunde, auf die "treuen Helden", wie er sie nennt, die samt und sonders Spitznamen tragen: "Biber" "Bäpp", und "Bigge", "Ehm" und "Mamp". Zu den Mädeln geht nicht nur der gescheite, aber doch recht schüchterne und sensible Bub auf Distanz. Der Kontakt wird unter allen Umständen gemieden. "Wer einen Blick mit ihnen wechselte, war erledigt", schildert er die frühe Form der Mobbingmächte.
Schön war die Jugendzeit...
Selbst der Ort der Veranstaltung passt zu seinem Bericht wie der Schaum zum Bier. Das Langholzfuhrwerk, das seit 1947 die Wand schmückt, hat der Großvater des Referenten geschnitzt. Zudem war die gemütliche Gaststube Geier am Donnerstag randvoll, schon immer ein Treffpunkt, an dem nach getaner Arbeit ein Teil des Feierabends verbracht worden ist. Der Vater von Sepp Schindler schätzt diese Stunde am Stammtisch und stimmt gut gelaunt in der Gesellschaft gleich gesinnter Herrschaften schon mal ein Lied an: "Schön war die Jugendzeit, sie kommt nicht mehr...!" Für die harmonische Begleitmusik sorgt an diesem ansprechenden Vortragsabend Karl Dietl, Schulkamerad von Sepp Schindler, mit unvergessenen Schlagermelodien, denen Freddy Quinn, Vico Torriani oder Lolita zu hoher Popularität verholfen haben. [...] Dem Frieden traut der scheue Sepp eigentlich nie, nach dessen heutigen Erkenntnissen "99 Lehrer und ein Boder 100 Narren" ergeben. [...] Selbst der Zugang zur Mannschaft der Ministranten fällt ihm so leicht nicht. Hilfestellung ist notwendig, zumal der Knott-Pfarrer von seiner Bereitschaft so überzeugt nicht ist. "Schaut net so aus...", soll er auf die Mitteilung des Messdieners Jak entgegnet haben, dass er aufgenommen werden möchte. Auch diese Hürde nimmt der strebsame Schüler, der bald das Straubinger Internat der "christkatholischen Kadereinrichtung" besucht und nur noch die Ferien in der vertrauten Umgebung verbringen darf. Überhaupt haben Kirche, Glaube und Gebet einen außerordentlichen Stellenwert. Religiöse Rituale wie das "Mysterium vom Weihnachtsfest§, wie die Liturgie in lateinischer Sprache, wie die Demut und Reue im Beichtstuhl haben auf seine Charakter- und Persönlichkeitsbildung Einfluss genommen. [...]
Sigurd statt Schiller
Dem Bewusstsein des Knaben haben sich auch die ergreifenden Trauergottesdienste mit Chrorregenten Lanzl eingeprägt, die "ruchlose" Tat eines Orangendiebstahls, die Schlittenfahrten auf der "Stuckabahn" auf der Lerchenhaube, die bemerkenswerte Wahlwerbung eines Bürgermeisterkandidaten ("Mit Jagenlauf den Berg hinauf!") oder die Anziehungskraft der Plastiksoldaten im Schaufenster der Zeininger Res¹. Entsprechende Wünsche schlägt der "Bab" dem ältesten Sohn wiederholt ab: "Ausegwoafas Geld!" Und da ist noch die Faszination der "Heftl" mit den Hauptdarstellern Sigurd,N ick oder Tarzan, gegen die weder Goethe noch Schiller eine Chance haben.
Eine melancholische Note bekommt die Bestandsaufnahme bei der Zugabe, die der Lehrer am Neutraublinger Gymnasium nach dem ersten Beifall gibt. Er erweist Udo Kirchner die Achtung, einem sehr belesenen, intelligenten, eigenwilligen Freund, der bis zu seinem Tod im Februar 2005 im Hause Schindler oft Zuflucht gefunden hat. Der Nachruf auf den ungebundenen, unabhängigen und unangepassten Außenseiter geht Sepp Schindler sichtbar nahe.
[Sepp Raith, Donau-Post]
Eingetragen am So. 26.04.2009Eine kleine Stadt liest: Eröffnungsveranstaltung - AUSVERKAUFT
Der Startschuss ist gefallen!
Am Sonntag startete im Wörther Rondellzimmer das Projekt „Eine kleine Stadt liest“ mit einer abwechslungsreichen und sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung. Die vier im Zentrum der Veranstaltung stehenden Bücher „An der schönen blauen Donau“, „Die Entdeckung der Currywurst“, „Kartoffelkäferzeiten“ und „Opas Engel“ wurden dabei auf verschiedene Arten vorgestellt. Ein Ziel der Aktion, die jüngeren Generationen mit der Thematik von Krieg und Nachkriegszeit vertraut zu machen, wurde bereits am Eröffnungsabend erreicht: Schülerinnen und Schüler der Grundschule Wörth/Wiesent hatten sich vorab mit „Opas Engel“ beschäftigt und lasen im Rondellzimmer daraus vor.
„Man müsste mal was machen, was die Alten und Jungen wieder mehr zum Lesen hinführt“, gab Stadtrat Johann Festner einen der ersten Gedanken wieder, die zum Projekt „Eine kleine Stadt liest“ geführt haben. Weil man überzeugt war, dass „Geschichte nicht nur in Washingtin, Berlin und Moskau sondern auch in Wörth stattfindet“ und um Anke Urban und Johann Festner schnell ein begeisterter Stab von Mitorganisatoren gefunden war, nahmen die Pläne Gestalt an.
„Eine kleine Stadt liest“ wurde thematisch auf vier Bücher aufgestockt und lokal schließlich auf alle Wörther Ortsteile erweitert. Der Eröffnungsabend im Rondellzimmer bildete den Anfang einer Reihe von zwölf Veranstaltungen. Als Grundlage der anstehenden Gespräche über die Zustände nach 1945 sollten die vier ausgewählten Bücher vorgestellt werden.
Den Anfang machte eine Gruppe von acht Grundschülern, die aus „Opas Engel“ lasen. Mit Bildern aus dem Buch wurde dem Publikum auch visuell die Geschichte vom Opa, der dem Enkel aus seinem „eigentlich schönen“ Leben berichtet, nähergebracht. Dass das Kinderbuch von Vertretern der angesprochenen Altersklasse präsentiert wurde, verlieh dem Vortrag ein hohes Maß an Authentizität.
Aus „An der schönen blauen Donau“ las mit Florian Sendtner der deutsche Übersetzter des Romans. Die von ihm ausgewählten Passagen machten vielen Zuhörern Lust auf das Buch von Ludwig Bemelman: Zum einen spielt die Geschichte im vertrauten Regensburg, zum anderen wurde der Prototyp eines NS-Funktionärs derart detailreich und anschaulich geschildert, wie es weder der Geschichtsunterricht noch ein Hollywoodfilm vermag.
Drama statt Prosa lautete das Motto der Vorstellung von Paul Maars „Kartoffelkäferzeiten“: Traudl und Hans Eigenstetter von der Kolpin-Bühne hatten kurzerhand eine Theaterszene mit acht jungen Schauspielern kreiert. Das amüsante Trauerspiel kam beim knapp 100 Zuschauer umfassenden Publikum sehr gut an.
Aus Uwe Timms „Die Entdeckung der Currywurst“ las schließlich Ludwig Eiglmeier. Letzterer verstand es, mit seiner ansprechenden Lesetechnik für den Roman zu interessieren.
Zwischen den Präsentationen wurde die Zuhörerschaft von einer Abordnung der „Hot Shakers“ mit Schlagern aus der Nachkriegszeit verwöhnt. Stücke wie „Heißer Sand“ und „7000 Rinder“ ließen ältere Semester in Erinnerungen schwelgen [...]
[Text und Fotos Sonja Heitzer, Mittelbayerische Zeitung]
Eingetragen am So. 19.04.2009Cantantes de Ecuador, Argentina y Alemania. Perotti/Caleris/Braun
Sympathie für südamerikanische Stimmungen
Ansprechender und unterhaltsamer K.i.W.-Abend mit drei Vollblutmusikern im Schloss
Die drei Herren ergänzen sich wie Chor und Orchester. Die unterschiedliche Nationalität steht ihnen nicht im Weg. Der Oberpfälzer Alois C. Braun , der Argentinier Alberto Caleris und Riccardo Perotti aus Ecuador bilden eine Einheit nach der Faustregel "drei Länder, drei Stimmen, eine Bühne." Der musikalische Konsens ist ihre Brücke, das Band, das sie vereint, die Leidenschaft, die sie teilen. Die Gemeinschaft stärkt vor allem die Sympathie für Südamerika, die Nähe zu den Ländern und Menschen mit Herz, die sich zu ihren Wurzeln, Traditionen und ursprünglichen Lebensformen bekennen. Diese Zuneigung ist gegenwärtig und ständig spürbar - in jeder Note, in jedem Ton, den sie mit Gitarre, Mandoline und Mundharmonika anschlagen. Das Konzert im Rahmen des K.i.W.-Programms am Sonntag im Rondellzimmer des Schlosses, bei dem die Gäste die 2008 entstandene CD "The Miami Sessions" vorstellten, bekräftigte diesen aufrichtigen, echten und engen Bezug.
Für den Regensburger in diesem Trio, das sich für einen ansprechenden und unterhaltsamen Vortrag den Beifall des Publikums verdiente, ist Ecuador viel mehr als ein Reiseziel, viel mehr als ein Ferienparadies, in dem er gelegentlich seine Freizeit verbringt. “Bei jedem Flug habe ich das Gefühl heimzukommen", gibt Alois C. Braun gerne zu, den vor zehn Jahren “der Südamerika-Virus befallen" hat. “Im Herzen", versichert er heute, “bin ich schon ein Latino." Die Tür zum Traumland öffnen ihm immer wieder die angenehmen, unverwechselbaren Melodien, die das gesamte Spektrum der Empfindungen von überschwänglicher Freude bis zur tiefen Depression abdecken.
Sehnsucht nach der Ferne
Diese Sehnsucht, dieses "Heimweh" nach der gelobten Region, die Alois C. Braun nicht leugnet, bringt er in Liedern wie "Regenbogen", "D´Sun" oder "Corazon latino" treffend zum Ausdruck. Jede Menge Melancholie trägt seine Kompositionen, bei denen er aber nicht allein den spanischen Einflüssen Raum lässt, sondern eben auch den Rhythmen des Rock und des Blues. Die gelungene Kombination mit den Folk-Elementen, die seine beiden Partner bevorzugen, ergeben ansprechende, wirksame Stimmungsbilder, die zudem eine Einladung sind, den Alltag für einen Augenblick auszublenden und die Seele baumeln zu lassen. Die Gruppe, derzeit auf Europatournee, kommt an, sie macht einen ausgezeichneten Eindruck.
[Text Sepp Raith Donau-Post; Bilder Alois C. Braun]
Eingetragen am Sa. 14.03.2009Dialektabend - AUSVERKAUFT!
Zehetner-Ersatz überzeugt
Am Schluss hat er sich beim Publikum bedankt, dass es ihn nicht ausgebuht hat. Schließlich hatten viele den Dialektologen Prof. Zehetner erwartet. Aber der war krank. Rupert Frank hat ihn überzeugend ersetzt. Auf Zehetners Spuren tat er sich zwar schwer, aber dafür war seine Musikalität umwerfend. Ein Zauberer auf der Ziag und zusammen mit Barbara Lexa ergibt das ein wunderschönes, unterhaltsames Musikkabarett.
Nach über zwei Stunden Spielzeit forderte das begeisterte Publikum immer noch eine Zugabe.
Eingetragen am Fr. 27.02.2009Don Kosaken Wanja Hlibka
Don Kosaken begeisterten in Wörth
Rund 150 Besucher waren am Freitagabend in die Pfarrkirche in Wörth gekommen, um den Don Kosaken-Chor Wanja Hlibka zu hören.
Das Ensemble Serge Jaroffs wurde 1991 von Wanja Hlibka neu formiert. Es besteht aus großartigen Solisten der führenden Opernhäuser Russlands und der Ukraine. Dirigent und Leiter Wanja Hlibka hat viele Jahre als jüngster Solist im weltberühmten Chor von Serge Jaroff gesungen und die Original-Arrangements als Ausgangsbasis seiner künstlerischen Arbeit nutzen dürfen. Die 16 Solisten werden immer wieder als russisches Stimmwunder" bezeichnet, die den ganzen Zauber und die eigene Melancholie der traditionsreichen Musik in höchster Vollendung zum Ausdruck bringen. Im April 2008 hatte der Chor übrigens eine Konzertreise nach Korea unternommen. Die von der koreanischen Öffentlichkeit stark beachteten Auftritte fanden damals im Sejong Arts Center in Seoul und in der Catholic Cathedral Hall in Bugang statt. Das außergewöhnliche Repertoire reichte am Freitagabend von den festlichen Gesängen der russisch-orthodoxen Kirche über die immer wieder begehrten Volksweisen bis hin zu den Werken großer Komponisten. Die Sänger wurden von den Besuchern mit stehendem Applaus belohnt.
[Text und Bilder: Donau-Post, Klaus Christl]
Eingetragen am Sa. 17.01.2009Fritz Rau - 50 Jahre Backstage
"Musik ist für mich wie ein Lebensmittel".
Jazz ist nicht Schwarz, Jazz ist nicht Weiß, Jazz ist Obama!“ So erklärte Fritz Rau den Besuchern am Samstagabend im Rondellzimmer auf Schloss Wörth die wahre Bedeutung von Jazz. Es war ein faszinierender Abend, ein Abend mit einer Reise von den 50er Jahren bis heute, auf die Fritz Rau die Besucher mitnahm. Der ehemals bedeutendste deutsche Konzertveranstalter hielt im Rahmen von Kultur in Wörth einen Vortag seiner Autobiographie „50 Jahre Backstage“.
Zusammen mit seinem verstorbenen Partner Horst Lippmann organisierte der heute 75-Jährige Konzerte und Veranstaltungen von nationalen und internationalen Größen, angefangen von Marlene Dietrich, Duke Ellington, Jimi Hendrix, bis hin zu den Rolling Stones, Udo Lindenberg oder Peter Maffay. Dabei pflegte Rau die Freundschaft der „ganz Großen“ sehr und ist bis heute auf zahlreiche Konzerte als Ehrengast eingeladen.
Eigentlich war Rau Anwalt, hing diesen Beruf aber durch die Liebe zur Musik an den Nagel. „Musik ist für mich wie ein Lebensmittel“, sagte Rau. Ein Höhepunkt im Leben vom „Paten des Rock’n’Roll“, wie er von Mick Jagger genannt wurde, war das Bob Dylan und Eric Clapton-Konzert 1978 in Nürnberg mit 90 000 Besuchern.
Der Abend in Wörth wurde durch die musikalischen Leckerbissen mit Blues und Boogie von Alexander von Wangenheim auf dem Klavier und spontaner Unterstützung von Wolfgang Bernreuther auf der Gitarre, glanzvoll abgerundet.
[Mittelbayerische Zeitung, Christoph Hollender]
Eingetragen am Mo. 05.01.2009Raunacht - AUSVERKAUFT!
GEHEIMNISVOLLE GESCHICHTEN
mit Edeltraud Forster, Sieglinde Hetmanek und der Wörther Stubenmusi.
Bei der ersten Veranstaltung von "K.i.W."[...] konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf jenen Abschnitt des Jahres, in dem "der Schleier zur Anderswelt" besonders dünn ist. Erstaunlich groß war am Montagabend das Interesse an den mysteriösen Ereignissen und den rätselhaften Phänomenen in der finsteren Raunacht, die Edeltraud Forster aus Wiesent und ihre Partnerin Sieglinde Hetmanek im Rondellzimmer des Schlosses beschrieben (unser Bild). Dezente Melodien, vorgetragen von der Wörther Stubenmusi, begleiteten diesen fesselnden Vortrag über die wundersamen Kräfte, die sich in diesen dunklen Stunden entfalten. Nicht alles geht in dieser Hochzeit für Hexen und Dämonen mit rechten und vor allem verständlichen Dingen zu. “Wer redlich lebt, hat nichts zu befürchten", so die Botschaft der beiden Erzählerinnen. Im Visier der Feindseligkeiten befänden sich die widerlichen Bösewichter und unbarmherzigen Gesellen, die sich besser nicht vor die Tür wagen sollten. Unbedingt hüten sollte sich der Mensch unter anderem in dieser Zeit vor fremden Tieren, zumal die argen Feen ihre Gestalt angenommen haben könnten. Vor dem Abschied stiegen die Besucher übrigens noch über einen Besen - ein wirksamer Schutz vor bösen Geistern.
[Text und Bild 3: Donau-Post, Sepp Raith]