- Home
- Programmübersicht
- Aktuelles
- • 2011
- • 2010
- • 2009
- • 2008
- • 2007
- • 2006
- • 2005
- Veranstaltungsorte
- Kartenservice
- Gästebuch
- Downloads
- Links
- Kontakt
- Impressum
Aktuelle Veranstaltungen
Aktuelles 2010
Eingetragen am So. 19.12.2010Danke für das schöne Geschenk
Das Weihnachtsstück der Kolpingtheater-Jugend
Kurzfristig ins „K.i.W.“-Programm genommen wurde am Samstag eine Fotoausstellung der Kindergruppe „Paparazzi“ aus Bach und eine Aktion der Kolpingtheater-Jugendgruppe Wörth genommen .
Im sehr gut gefüllten Bürgersaal führten die Nachwuchsspieler ihren Weihnachtseinakter „Danke für das schöne Geschenk“ auf. Bei diesem hintersinnigen Stück nach einer Geschichte von Karlamaria Heim konnten die Zuschauer herzhaft lachen.
Nach dem verdienten Applaus kamen zwei kleine Engerl (AnnaPiendl und Julia Fuchs) auf die Bühne und trugen dem erstaunten Publikum sehr gekonnt ein altdeutsches Weihnachtsgedicht vor. Höchst ungewöhnlich war die anschließende Gesangseinlage „Stille Nacht“ gesungen von Julia Rösch und mit Pia Eigenstetter an der Gitarre. Ganz bescheiden kam das Lied daher. Ohne Pomp. Im Gegenteil. Kein Ton zu viel, aber wunderschön. Monika Rothermund las eine passende Weihnachtsgeschichte aus England vor, ehe zum Abschluss Pia Eigenstetter mit Unterstützung des ganzen Saales ein Weihnachtslied von John Lennon sang.
Dann gingen die beiden Engerl durch die Reihen, um für Spenden zu bitten. Der Erlös war für einen Schwerbehinderten, der einen Plattformaufzug benötigt, bestimmt. Die zweite Vorsitzende der Kolping-Theaterbühne, Irene Rösch, übergab die Spende.
[...]
Eingetragen am Sa. 11.12.2010Begegnung mit der Vergangenheit
Dr. Piroschka Agoston stellte ihr erstes Buch vor – Eine Spurensuche mit vielen Fragen
Nach Jahrzehnten im Beruf wagt eine pensionierte Ärztin in ihrer größer gewordenen Freizeit den Sprung in ein neues, nicht minder fesselndes und faszinierendes Fachgebiet. Dr. Piroschka Agoston hat die Vorzüge der Literatur entdeckt. [...]
Weder das Alter, das sie noch immer für sich behält, noch Selbstbewusstsein und die Gewissheit einer vollkommenen Unabhängigkeit schützen vor Lampenfieber, das sie erst gar nicht leugnete. Sie sei eben weder Entertainerin noch Schauspielerin. Aber sie bekam Beistand vom Duo „Folklassica“, das mit sanften Melodien klassischer Komponisten einen guten Teil des Abendprogramms gestaltete und der besonderen Situation die Anspannung nahm. Die Beiträge von Marion Weickl (Querflöte) und Angela Bauer (Gitarre) waren der Hauptperson eine echte Hilfe und wirksame Ergänzung des Vortrags. [...]
Nicht mehr in Vergessenheit geraten wird die Lebensgeschichte der gebürtigen Ungarin, die – wie sie im Buch bestätigt – mit ihren beiden Schwestern in Budapest eine behütete und glückliche Kindheit unter einem Dach verbringen durfte, in der „Armut und Hunger keinen Zutritt“ hatten. Im Vorspann der Lesung vermittelte sie dem Publikum einen Eindruck von den Umständen, unter denen sich die gesammelten Erinnerungen zu einer Dokumentation mit Struktur entwickelt haben. Demnach war schon die Beschaffung eines Ordners ein Fortschritt, in dem sie die beschriebenen Rückseiten von „langweiligen Behördenformularen“ aufbewahrte.
Dieses gute Gefühl des Zuspruchs und der Zustimmung reifte auch bei ihrer neuen Erfahrung im Bürgerhaus. Konzentriert und aufmerksam begleitete das Publikum Dr. Piroschka Agoston bei der Spurensuche in erlebnisreichen und prägenden Jahren, die ihr selbst – wie der Titel des Werkes schon bekräftigt – tausend Fragen stellen. Der Behauptung, einige Passagen ihrer Nachbetrachtungen seien zu trist und schwermütig, wollte sie nicht widersprechen: „Es war tatsächlich eine düstere Zeit.... !“
Und davon berichtet sie in aufrichtiger Offenheit. In diesem Abschnitt, der die Situation nach dem Krieg verdeutlicht, geht Dr. Agoston mit ihren Landsleuten hart ins Gericht: „Mein Volk ist für Jahrzehnte ein Volk der Denunzianten geworden. Hausmeister bekamen unbegrenzte Macht, jeder hat jeden beobachtet, jede Kleinigkeit wurde gemeldet .... Die Menschen wurden meistens in der Nacht abgeholt ...!“ Verrat, Heimtücke und Bosheit, so befürchtet sie, werden sich nie ausschließen lassen. Sie würden auch Gegenwart und Zukunft belasten: „Es wird immer Menschen geben, denen die Tragweite ihrer Handlungen nicht bewusst ist. Verbrecher aus Gedankenlosigkeit sind die gefährlichsten Kriminellen.“
[Text und Bilder Sepp Raith, Donau-Post]
Eingetragen am So. 05.12.2010St. Michaelschor
Kinder sangen in der Expositurkirche für Kinder - Über 100 Besucher des Adventskonzerts des Michaelschors – Stattlicher Spendenbetrag
Ein kleines Jubiläum konnte der Hofdorfer Kinderchor St. Michael unter der Leitung von Anton Menges am zweiten Adventssonntag in der Hofdorfer Expositurkirche feiern. Bereits zum 15. Mal fand das beliebte vorweihnachtliche Singen und Musizieren mit mehreren Gruppen aus nah und fern statt.
Was im Dezember 1997 im bescheidenen und kleinen Rahmen begann, ist in der Zwischenzeit zu einer festen Einrichtung in Hofdorf geworden. Am Sonntag verfolgten über 100 Zuhörer das Adventskonzert, das unter dem Motto „Kinder singen für Kinder“ stand. Wie Chorleiter Anton Menges betonte, fließe der Erlös aus diesem Konzert dem Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern (VKKK) zu und der St. Michaelschor will damit als offizieller Partner des VKKK für die Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, einen kleinen Beitrag leisten. Deshalb galt der besondere Dank allen Mitwirkenden und allen, die mitgearbeitet haben zur Durchführung des Adventskonzerts.
Zweistündige Darbietung
Den Besuchern riet er, die Stunden dieses fröhlichen vorweihnachtlichen Singens und Spielens zu genießen, abzuschalten und die Alltagsgedanken hinter sich zu lassen. Eingeleitet wurde das fast zweistündige Konzert mit einem instrumentalen Stück von Kirchenmusiker Max Pöllner auf der Hofdorfer Orgel mit dem Titel „Toccata in 7“. In ruhiger, sachlicher sowie bewährter Manier sprach Erwin Mayer zu den einzelnen Passagen besinnliche Texte, die viele Anregungen zum Nachdenken gaben.
Mit drei Liedern eröffnete der Hofdorfer Kinderchor das Singen, bevor der Kinder- und Jugendsingkreis aus der Pfarrei Wörth unter der Leitung von Gerhard Seidl drei altbekannte Weihnachtslieder mit Unterstützung einer Querflötenspielerin vortrug. Matthias Binder und Tobias Biederer, das Trompeten-Duo aus Hofdorf, sorgten mit bekannten Stücken für eine musikalische Bereicherung des Nachmittags. Einen hochklassigen musikalischen Hörgenuss bot das Cluborchester des Akkordeonclubs Regensburg mit über 30 Akkordeonspielern und ihrer Leiterin Martina Fischer. Zu hören war die Serenade aus der kleinen Nachtmusik, der Bolero und das Lied „Jingle Bells“. Ein langer Applaus und freigiebige Spenden waren der Lohn für die Mitwirkenden.
Hilfe für Familien in Not
Vor dem Finale des Singens übergab Anton Menges an die Vertreterin vom VKKK Regensburg, Gudrun Fischer, Schriftführerin des Vereins, die stattliche Summe von 630 Euro. Gudrun Fischer bedankte sich ganz herzlich beim Hofdorfer Kinderchor, besonders bei Anton Menges, für die Hilfe dafür, den kranken Kindern zu helfen. Im Rahmen der Spendenübergabe erläuterte sie in kurzen Worten die Aufgaben des VKKK und die Verwendung der Spendengelder. Es werden Familien von krebskranken Kindern, die in soziale Not geraten, unterstützt. Besonders das erst kürzlich eröffnete Elternhaus in der Nähe der Kinderklinik sei für die Angehörigen der kleinen schwerkranken Patienten eine große Hilfe, denn gerade während der schwierigen Therapie brauchten die Kinder den Beistand der Familie. Den Schluss des Konzerts bildete das Finale zweier Chöre, des Kinder- und Jugendchors Wörth sowie des Hofdorfer St. Michaelschors.
[Text und Bilder: Willi Kaiser, Donau-Post]
Eingetragen am Fr. 03.12.2010ZWEIERLEI: Fletz-Musik und Schönwerth-Sagen
Musik und Mystik
Die Kombination von schaurigen Sagen und akustischen Stimmungsbildern, vorgetragen mit den klassischen Volkskunstinstrumenten Hackbrett und Harfe, Bass und Flöte, hat das Publikum bei der Veranstaltung von „K.i.W.“ Wörth am Freitag im Bürgersaal überzeugt. Die Beiträge des Trios „Fletz-Musik“ mit Ulrike und Markus Märkl sowie Dieter Neubauer bildeten den richtigen Rahmen für die fesselnden und faszinierenden Erzählungen des Amberger Volkskundlers Franz Xaver Schönwerth (1810 bis 1886), vorgetragen von Alois Gillitzer. Die Themen und Bezugspunkte, die den Legendensammler aus der Oberpfalz beschäftigt haben, sind samt und sonders den unerklärbaren, geheimnisvollen, den parapsychologischen Phänomenen zuzuordnen. Die Schriften handeln von Tod, Trauer, Krankheit und den armen Seelen, von rätselhaften Zeichen, die das nahe Lebensende ankündigen, von religiösen Verhaltensformen, von Glaube und Aberglaube, von unergründlichen Ereignissen, die den Menschen Angst und Schrecken einjagen. Verzauberte Kreaturen, Drachen und Hexen, die durch die Lüfte der „Steinpfalz“ schweben, sind die Hauptdarsteller, ebenso die Drud und der Teufel, der früher auf Geißböcken durch die Lande geritten sein soll und heute in feinem Zwirn am Computer sein Unwesen treibt. Die spannenden Texte umgibt meist der Schatten des Bösen, der Gefahr, der Bedrohung und der Schwermut, sie verzichten aber nicht auf die heiteren Seiten dieser berührenden Fabeln. [...]
[Text und Bild Sepp Raith, Donau-Post]
Eingetragen am Sa. 27.11.2010Mit KaiserSchmarrn den Tanz eingestellt
"Kathrein stellt den Tanz ein". Im Volksmund ist jenes Sprichwort noch heute häufig verbreitet. Um diese alte bayerische Tradition wieder aufleben zu lassen, organisierte die Musikgruppe "KaiserSchmarrn" in Zusammenarbeit mit "Kultur in Wörth" (K.i.W.) den historischen Brauch des Kathreintanzes. Der Geiersaal war am Samstagabend gefüllt mit tanzfreudigen "Trachtlern" aus Wörth und Umgebung. Hintergrund des Brauchtums ist der Abschluss der jährlichen Tanzsaison zu Ende des Monats November. "Früher wurde in der stillen Adventszeit nicht getanzt", erinnern sich ältere Gäste. In Wörth soll diese Volkskultur nicht vergessen werden. Deshalb wurde der Samstagabend zum riesigen Tanzfest. Die Gruppe "KaiserSchmarrn" besteht aus der bekannten Kapelle Z'Wiad und zusätzlichen Musikern. Den Auftakt gab eine große Gruppe an Vortänzern.
[Text und Foto: Christoph Hollender, Wörther Anzeiger]
Eingetragen am Fr. 29.10.2010Attwenger -Zwei Musiker mit dem Beat im Blut
„Attwenger“ in Aktion erlebten am Freitag gut 160 Besucher im Schlosskeller. Die zwei Österreicher, die auf der „K.i.W.“-Bühne standen, haben in der Tat den Beat im Blut und die gut 100 Besucher durch Originalität und Qualität überzeugt. Schlagzeuger Markus Binder und Harmonikaspieler Hans-Peter Falkner lassen sich nicht in eine Ecke stellen, sie lassen ihren Eigenkompositionen jede Menge Raum für musikalische Einflüsse und stilistische Elemente.
Von ungefähr kommen Erfolg, Zuspruch und Publikumsgunst des Duos wahrlich nicht, das schon seit zwei Jahrzehnten unterwegs und längst eine große Nummer im Geschäft ist, das beinahe schon Kultstatus hat und mit ihren Tönen und Texten die Altersklassen verbindet. Der köstliche Klang-Cocktail, verfeinert mit einer unverzichtbaren Portion Rock und einer guten Dosis Volksmusik, mit einem Spritzer Reggae und einem Schuss Rap spricht den jungen Studenten ebenso an wie die älteren Semester. Die akustische Mischung, die Richtung Alpen-Punk tendiert, kommt an, ist gefragt und geachtet.
Dass derart volkstümliche Instrumente ein solch buntes Publikum lockten, mag auf den ersten Blick verwunderlich sein. Lässt man die Burschen aber aufspielen, entpuppt sich die Musik schnell als ein Brückenschlag zwischen traditionellen und modernen Formen. Was man am Freitag akustisch geboten bekam, war eine Spur zu rockig, um Volksmusik zu sein, und zu experimentell für Austro-Pop. Müsste man eine Musikrichtung finden, welche die beiden Ziehharmonika-Punker vertreten, würde man die ausufernden Klangkulissen mit den psychedelischen Maultrommel-Solos in eine Schublade stecken wollen, so käme man sehr schnell auf den Trichter, dass sich diese Einordnung ausschließt, sogar verbietet. Der Sound erinnert zwar an Hubert von Goisern, die Biermösl Blosn oder Haindling, ist aber dennoch etwas ganz Eigenständiges.
Textlich präsentierten sich die österreichischen Klangkünstler minimalistisch. Lieder wie „Sun“ und „Bam“ gingen nahtlos in „Dog“ und „Rahm“ über. Obwohl man als Oberpfälzer meinen könnte, dem österreichischen Dialekt gewachsen zu sein, stellten „Attwenger“ hinsichtlich der Verständlichkeit wegen ihre Abstraktion der Mundart eine kleine Herausforderung dar:
„Da Dog is a Dog und da Dog is a Hund…“ heißt es in einem Lied und in einem anderen wird der Begriff „wama liaba“ zu einem Mantra ähnlichen Singsang erhoben und ad absurdum geführt.
Ob man die dargebotene Musik nun als psychedelischen Alpenrock, Austro-Pop oder postmoderne Volksmusik bezeichnet, ist im Endeffekt egal. Das Konzert war ein Erlebnis! Der Funke zwischen der Band und dem Publikum sprang über. Die einzige Frage, die offen bleibt, ist nun die, wer vor der Bühne wilder getanzt hat: Die Alten oder die Jungen? Ferner ist ganz Wörth um eine Lektion reicher: Unterschätze niemals die treibende Kraft einer „Quetsch’n“!
[Text und Bilder: Sepp Raith, Donau-Post]
Jugenddisco - Die Jugendlichen rockten im neuen Bürgersaal
Für Lieblingstitel der Partygäste wurde eine Wunschbox aufgestellt. Die große Tanzfläche kommt an.
Im neuen Wörther Bürgersaal war am Samstag Party angesagt. Die Wörther Jugendlichen trafen sich zum Feiern und Tanzen in der Jugenddisco im neuen Saal.
Für die passende Musik sorgte DJ M's. "Aber eigentlich kann jeder mitmachen. Wir haben eine Wunschbox aufgestellt, da kann jeder einen Zettel mit dem Song reinwerfen, den er gerne hören will", sagt der Discjokey.
Die 15-jährige Marion Zeitler sitzt an Laptop und Mischpult und kümmert sich um die Playlisten. Nach wenigen Songs zum Einstimmen ist die Tanzfläche voll und groovt zu Laserkrafts "Nein Mann".
Im neuen Bürgersaal, der erst im August dieses Jahres eingeweiht wurde, fand die Jugenddisco zum ersten Mal statt. Die Aufsicht übernahm Jugendpfleger Peter Weigl, der unter anderem für die Organisation verantwortlich ist. Bereits mehrere Wochen vorher trafen sich die Jugendlichen mit dem Jugendpfleger, um alles zu planen. Schließlich wurde die Arbeit aufgeteilt, sodass jeder mitmachen und seinen Teil dazu beitragen konnte.
"Das macht richtig Spaß, das könnten wir gerne öfter machen", freuen sich Melissa Günther und Janine Sußbauer, beide 13 Jahre alt. Die meisten Jungs und Mädels stehen auf Hip Hop, Rock oder Pop, "halt alles, worauf man richtig abgehen kann, wie Lady Gaga", erklärt Melissa Günther.
Der Bürgersaal gefällt auch allen Jugendlichen gut. Für so eine Party bietet er die idealen Voraussetzungen, besonders eine große Tanzfläche, sind sich die Jugendlichen einig.
Was soll man sagen: "Nein Mann, ich will noch nicht gehn', ich will noch n'bisschen tanzen.!"
[MZ Grieshaber]
Eingetragen am Sa. 09.10.2010Brennsuppenschwimmer - Die Raith-Schwestern und der Blaimer
Die Karten gingen weg wie warme Semmeln. Und so war der Schlosskeller mit 300 Zuhörern vollkommen ausverkauft.
Am Samstag strömten viele Besucher in den Keller von Schloss Wörth. Und dies hatte seinen Grund, denn die Raith-Schwestern Tanja Blaimer und Susi Raith aus Roding sowie Andreas Blaimer, der Ehemann von Tanja, präsentierten ihr Programm „Brennsuppenschwimmer“. Niemand brauchte sein Kommen zu bereuen, die vielfach ausgezeichnete Formation sorgte für beste Stimmung. Kein Auge blieb trocken. Zu Beginn des Konzerts hatte der Blaimer nicht viel zu lachen, denn in seiner Ehe ist augenscheinlich nicht er der Chef, sondern seine Frau Tanja, die meinte: „Den Blaimer haben wir auch mitgebracht, dass er dahoam net wieder so bled umanandagnockt.“ Zu Beginn musste er auf Geheiß seiner Frau das „Liad vom Schiah’n Buam“ zum besten geben. Unvergleichlich waren seine Gesten, seine Mimik. Aber der Blaimer fiel nicht nur durch Witz und Worte auf, sondern glänzte auch durch seine vielfältigen musikalischen Begabungen – egal ob mit der Gitarre, mit der Blockflöte oder mit der E-Gitarre.
Doch im Lauf des Abends wurde klar, dass der Blaimer nur auf den ersten Eindruck verschüchtert erschien. Er blühte immer mehr auf und zahlte es seiner Frau und deren Schwester in Form von Liedern, Witzen und G’stanzln heim. Beispielsweise meinte er: „Es gibt zwei Sorten von Frauen. Die eine Sorte sind Engel, die anderen leben noch!“ Doch die beiden Powerfrauen wussten nicht nur auszuteilen, sondern auch einzustecken. Nicht vergeben im Gegensatz zur Tanja ist übrigens die Susi. So suchten die beiden im Publikum einen hübschen Großbauern, der am besten unter 30 Jahre sein sollte. Glück hatten sie dabei aber nicht.[...]
Eingetragen am Fr. 08.10.20101810 - Wörth wird bayerisch
Glocken im Schloss galten als wunderwirkend.
Dr. Martin Dallmeier hielt im Bürgerhaus Vortrag zum Thema „Wörth 200 Jahre bei Bayern“
Am 23. Mai 1810 wurde der Markt Wörth bayerisch. Aus diesem Anlass hielt am Freitag Dr. Martin Dallmeier, Vorsitzender des Historischen Vereins für Regensburg und die Oberpfalz, einen Vortrag über die jüngere Geschichte Wörths zwischen Bayern und Thurn und Taxis. Rund 70 Personen hatten sich hierzu im Bürgersaal eingefunden.
Der Referent begann seine Ausführungen mit Hinweisen auf die großen geschichtlichen Entwicklungen Anfang des 19. Jahrhunderts. Nationale Bedeutung hatte Wörth zum letzten Mal am 26. Juli 1806, als der Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg im Rondellzimmer auf Drängen Napoleons I. die Rheinbundakte unterzeichnete, was 14 Tage später zum Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation führte. Das Ende des Reiches leitete den Abstieg der ehemaligen Reichsfürsten von Thurn und Taxis von einem souveränen Landesherrn in Oberschwaben zum mediatisierten Standesherrn in Württemberg, Bayern und Baden und zum Großgrundbesitzer in Bayern ein.
[...]
Am 28. Februar 1808 hatte Fürst Karl Alexander in Regensburg widerwillig eine Abtretungsurkunde unterzeichnet. König Max I. überließ ihm nur die Würde eines Erbgeneralpostmeisters der bayerischen Posten als Thronlehen. Für diese zwangsweise Abtretung der Postregie an den bayerischen Staat aber sollte der Fürst nach den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von Bayern eine lebenslange Entschädigung von jährlich 100000 Gulden erhalten. Um diese enorme Summe aufzubringen wurden Domänen, das heißt Gutskomplexe, Immobilien, Grundstücke und Abgaben dem Fürsten als Mannlehen von der bayerischen Krone verliehen. Nach Verhandlungen einigte man sich über folgende Vorgangsweise in der Frage der Postentschädigungsobjekte: König Max I. verkaufte mit Urkunde vom 13. März 1812 für 480281 Gulden zunächst die Waldungen der Herrschaften Stauf und Wörth mit über 27420 Tagwerk, der hohen Jagd und der Forstgerichtsbarkeit aus seinem Privatbesitz an Fürst Karl Alexander. Nach diesem Verkauf wurde dem Fürstlichen Haus Thurn und Taxis eine Vielzahl von Objekten, darunter eine Reihe in Wörth, im Rahmen der Postentschädigung zugewiesen. Am 4. Februar 1814 wurden die Bürger von Wörth und Donaustauf dem fürstlichen Patrimonialrichter in Wörth unterworfen, verweigerten aber zunächst unter Berufung auf ihre Marktrechte eine enge Zusammenarbeit.
Neu war zum Beispiel das fürstliche Rentamt Wörth, das im Wiesenter Schloss untergebracht war. Als Teil der Postentschädigungsrente für Thurn und Taxis wurden Gelder und Naturaleinkünfte veranschlagt. Dem Fürstenhaus verblieben als Nettoeinkünfte etwa 15500 Gulden.
Im Markt Wörth samt „Gschwöllmühle, Wörthelhof, Oberachdorf, Wiegenbach und Hungersdorf“ waren ab 1812 insgesamt 173 Personen beziehungsweise Einrichtungen an Thurn und Taxis abgabenpflichtig. Mit dem Lehenvertrag von 1812 fielen den Fürsten nur wenige Gebäude im Markt Wörth zu: das Weißbierbräuhaus, das Hofküfnerhaus, der Ziegelstadl und das Gerichtsdiener- und Amtsbotenhaus am Schlossberg. Diese Gebäude wurden zum Teil verpachtet.
In der Herrschaft Wörth erhielt Thurn und Taxis nur das Forsthaus in Hofdorf und das Gerichtsdienerhaus in Oberzeitldorn. Außerdem wurde zunächst nur der hintere Teil des Wörther Schlosses dem Fürsten überlassen. Dieser umfasste das „alte Schloss samt Schlosskapelle, das Flügelgebäude sowie ein Mitnutzungsrecht des Brunnens und einen Zugang zum Zwinger“. Weitere Teile des Schlosses kamen später hinzu.
Nie fürstliche Residenz
In den 175 Jahren, in denen das fürstliche Haus Thurn und Taxis Eigentümer des Schlosskomplexes war, diente dieser ausschließlich für Wohnungen fürstlicher Bediensteter und Kanzleien eigener und fremder Behörden; es war somit nie eine fürstliche Residenz. Manche Gebäudeteile waren schließlich renovierungsbedürftig.
So musste das alte Türmchen der Schlosskirche abgebrochen werden und wurde erst viel später wieder errichtet. Dabei dürfte die Überlegung eine Rolle gespielt haben, dass „die ganze Gemeinde Wörth den beiden Kirchenglocken eine Wunderkraft zuschreibt“, zitierte der Vortragende aus alten Dokumenten.
[Text und Fotos Reinhard Soller, Donau-Post]
Eingetragen am Fr. 24.09.2010Ein literarisches Tagwerk
Schnappschuss-Sammlung und Traumprotokol
Bernhard Setzwein las aus Buch „Das blaue Tagwerk“ – Lage der Literatur der Region erläutert.
Eine sehr interessante Autorenlesung und eine Schilderung der Situation der Gegenwartsliteratur im ostbayerischen Raum war am Freitag im Rondellzimmer im Schloss geboten. Autor Bernhard Setzwein las bei der Gemeinschaftsveranstaltung von „Kultur in Wörth“ und dem Wörther Buchladen aus seinem neuen Buch „Das blaue Tagwerk“. Hubert Ettl, Gründer und Geschäftsführer des „lichtung“-Verlages, blickte auf die 20-jährige Geschichte des kleinen Betriebes in Viechtach zurück. Kulturausschussvorsitzender Johann Festner wandte sich zu Beginn an den „kleinen aber feinen Kreis“ von Besuchern und würdigte das Werk des Autors und das Engagement des Verlages, der auch die sehr interessante Zeitschrift „lichtung“ herausbringe.
Setzwein, der in Waldmünchen lebt und bald den Friedrich-Bauer-Preis erhält, hat ein Tagebuch über den Zeitraum von 1997 bis 2009 geschrieben, das vieles beinhaltet: Schnappschuss-Sammlung, Traumprotokoll, poetische Alltagsszenen, Augenblicksdichtung, Pamphlet, Reiseberichte und vieles mehr. Das Buch entstand neben anderen Projekten des Autors. Dessen Theaterstück über den letzten Henker in Bayern, der in Wichenbach bei Tiefenthal seine Kindheit verbrachte, wurde vor einigen Monaten mit großem Erfolg im Wörther Schlosskeller aufgeführt. Setzwein wies darauf hin, dass er sehr lange an dem Tagebuch gearbeitet habe. Nicht einmal seine Frau und seine Tochter hätten etwas von dem neuen Vorhaben gewusst.
Eine Reise nach Bratislava
Der Schriftsteller trug zunächst drei Passagen aus Gegenden nahe der Donau vor. So war er mit Karl Krieg und Norbert Vollath auf dem Weg nach Bratislava, um die „Pegasus“-Sondernummer slowakischer Gegenwartsliteratur vorzustellen. Dabei schauten sie am Wiener „Friedhof der Namenlosen“ vorbei. Dort werden die Wasserleichen der Donau begraben. In einem nahe liegenden Gasthof entwarfen die Reisenden nebenbei ein kleines Dramolett, dessen Handlungsort der Friedhof sei. Nächtens könnten sich die Gräber beleben von Toten, welche die Donau von Passau und Regensburg dorthin getragen hat. In Bratislava essen die drei Reisenden dann in einem Schiffrestaurant Fisch aus der Donau, die hatten sich angefuttert, ja mit was? „Man sollte vielleicht nicht unbedingt vorher den ‚Friedhof der Namenlosen‘ besucht haben“, erläutert der Autor in seinem Buch zur Frage, was die Fische verschlungen haben.
Kritik am Literaturbetrieb
Die Themen, welche in dem Buch angeschnitten werden, sind sehr vielfältig und befassen sich auch kritisch mit Entwicklungen im Literaturbetrieb. Diese wurden auch von Hubert Ettl bereits vor der eigentlichen Lesung bei der Vorstellung des Verlages bedauert. Am deutlichsten war die Kritik bei einem Gespräch zwischen Verleger Hubert Ettl und Autor Bernhard Setzwein: Vor einigen Jahrzehnten habe es ein relativ großes Interesse an Literatur aus der Oberpfalz und aus Niederbayern gegeben. Nach der Öffnung der Grenzen zu den östlichen Nachbarstaaten, die beide grundsätzlich begrüßten, seien jedoch viele Autoren, etwa in Tschechien und Polen, entdeckt worden. Diese hätten eine Art „Exotenbonus“ erhalten und deren Bücher seien verhältnismäßig gefragt. [...]. Ettl hob hervor, dass es aber immer noch interessierte Buchhändler und Leser gebe, die einen Spürsinn für die Literatur aus der Region hätten. Diese fragten sich, was gibt es hier für Autoren? [...]
Text: Reinhard Soller, Donau-Post
Eingetragen am Sa. 18.09.2010Smell Teens
Newcomer-Band im Schlosskeller
Nicht zum ersten Male im im Scheinwerferlicht stand die Newcomer-Band Smell Teens, aber es war ihr erster Konzertauftritt, den sie alleine bestritten. Marinus Graf (Gesang), Dominik Eidenschink (Keyboard), Andy Groß (Schlagzeug), Manuel Bauer (E-Bass) sowie die beiden Gitarristen Lukas Baumann und Maximilian Miener bevorzugen das Repertoire der Größen aus dem Genres Pop und Rock. Zu ihren Favoriten gehören Brian Adams und Green Day, auch die Sportfreude Stiller, die Ärzte und die Oldies von Deep Purple, deren Hammerhit „Smoke on the water“ sie gerne interpretieren.
Text Sepp Raith, Donau-Post. Fotos Björn Miener
Eingetragen am Fr. 17.09.2010Lawaschkiri
Erste K.i.W.-Veranstaltung im Bürgersaal
Erstmals fand ein Konzert im Rahmen von Kultur in Wörth (K.i.W.) im neuen Bürgersaal statt. Die Folk-Band „Lawaschkiri“ aus Regensburg gab am Wochenende einen musikalischen Exkurs durch ganz Europa. Bürgermeister Anton Rothfischer durfte die Gruppe als die erste im Bürgersaal willkommen heißen und betonte dabei die Freude an der Musik. Die Band, die sich selbst als Power-Folk-Band vom Feinsten bezeichnet, besteht aus fünf Musikern: Bernadette Halas (Geige und Gesang), Reimund Bauer (Gitarre und Gesang), Florian Peters (Akkordeon, Gitarre und Gesang), Sonja Sanktjohanser (Flöte und Gesang) und Friederike Fischer (Kontrabass und Gesang). Das Repertoire reicht von Liebes-, Trink- und anderen Liedern in alle Ecken Europas. Kultur in Musik verpackt – so könnte man die Philosophie der Gruppe beschreiben. Über zwei Stunden gab die Band Musik aus Schweden oder Spanien, Frankreich oder Polen sowie vielen anderen Ländern und auch Eigenkompositionen zum Besten.
Text: Christoph Hollender, MZ. Fotos: Björn Miener und Christoph Hollender
http://www.lawaschkiri.org/
Eingetragen am So. 18.07.2010Kinderkulturfest Petersplatz
Ein Höhepunkt nach dem anderen.
Die stimmgewaltige niederbayerische Jazzröhre Steffi Denk pflügte mit „Swing for Kids “ am Sonntagnachmittag bei der Eröffnung durch ihr Reportoire, so dass der Petersplatz bebte. Neben der Musik kam aber auch die Literatur nicht zu kurz. Lotte Kinskofer und Petra Bertolli begeisterten mit ihrem ersten Vorlesebuch, das sie mit weiteren Autoren für Kinder ab zwei Jahren verfasst haben und ließen nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Meister aller Klassen waren allemal die Kindergartenkinder, die unter Leitung von Tobias Schreier, die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck aus dem Jahre 1892 auf die Bühne zauberten. Das Blechbläserensemble „Blechtett “ unter Mitwirkung von Andrea Dietmeier begleitete das kinder-reich mit Klassik vom feinsten.
Mit den Erkennungsmelodien „Pipi Langstrumpf“, „Probier`s mal mit Gemütlichkeit“, „Hier kommt die Maus“ über „Rosaroter Panther“ und „Wicki“ forderte Denk auf zum Mithüpfen, Mitsingen und Mitswingen. Sie stellte die Musikinstrumente vor und erklärte wie durch Zusammenwirken von Luft und Anschlagen der Saiten Töne entstehen. Makus Fritsch mit seiner „Berta“ dem Bass, einer Dame, die eine allzu weibliche Figur hat und eine Schnecke auf dem Kopf, spielte tiefe Akkorde und abgefahrene Riffs. „Für den Rhythmus sorgte Michael „Scotty“ Gottwald mit seinem Schlagzeug „Knut“, das viele Schlagzeug-Instrumente wie Trommeln, Tom Toms, beidseitig mit Fell bespannte Trommeln, Becken und Hi Hats beinhaltet“, führte Denk aus. Die Gitarre, ein sechssaitiges Harmonieinstrument schrubbte Hans „Yankee“ Meier. Franziska Forster brachte das Alt Saxophon „Selma“ zum swingen, indem die Luft über ein Holzblatt fuhr. Auch spielte Forster auf der Querflöte „Annabell“ und auf der Klarienette „Fräulein Rettich".[...]
Lotte Kinskofer und Petra Bertoli trugen im Lesezelt Geschichten aus ihrem gemeinsam mit anderen Autoren geschriebenen „Allererste Vorlesegeschichten“, das im Dudenverlag erschienen ist, vor. Bertoli zog Parallelen zu den Erfahrungen der Kinder, so dass sie wie gefesselt bei der Sache waren. Mit „Anne und Oma fahren Zug“ erzählt sie von der ersten Zugfahrt von Anne, die nie mehr enden sollte. Bei „Hannah traut sich“ zeigt sie auf, wie wichtig es ist Freunde zu haben, denn nur mit Hilfe von ihrem Freund Max traute sich Hannah von der Rutsche zu schlittern. Die Schilderung von „Basti will nicht schlaften“ weckte Erinnerungen an die so vielen Ausreden der Kinder zum Hinauszögern des Schlafen Gehens.
Lotte Kinskofer, Schriftstellerin und Drehbuchautorin, zeigte die Freundschaft von Dreieck, Viereck und den Zwilligskreisen auf. „Sind wir doch so verschieden, so sind wir doch die besten Freunde und wir können zusammen vieles machen, was wir alleine nicht fertig bringen würden. So können wir ein Haus bauen, ein Auto oder einen Wohnanhänger mit Dach“, stellte das Viereck fest. Nach der Lesung brachten die Autorinnen Malvorlagen mit, die reißende Abnahme fanden.
Über 60 Kinder waren bei der Aufführung der wohl bekanntesten spätromantischen Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck eingebunden. In den Hauptrollen steckten Hänsel alias Moritz Dietlmeier, Gretel als Marlene Pangerl, die Mutter verkörperte Sahra Lessmann, den Vater Louis Höcher und Laura Amann mimte die Hexe. Das Hexenhäuschen baute Elternbeiratsvorsitzender Horst Bendik und Farbe verlieh ihm Rebakka Hirmer, die auch das Märchen vorlas. Das weitere Zubehör beschafften und bastelten die Kinder und Betreuer des kinder-reichs.
Mit ihren sonnengelben leuchtenden Kostümen stellten die kleineren eine Entenschar dar, die tanzend und singend die Darbietung begleiteten. Andere Hortkinder tanzten in Dirndeln und Lederhosen mit Hänsel und Gretel zum Lied „Brüderlein komm tanz mit mir“. „Ein Männlein steht im Walde“, „Das Sandmännchen“ waren weitere Begleitstücke die das Blechbläserensemble „Blechtett“ darbot. Beschwingte heitere Töne beschrieben musikalisch einen erfolgreichen Markttag des Vaters, schwermütige tiefe angsterfüllte Laute standen für die Hexe und die Nacht. Blechtett mit Andrea Dietlmeier an der Trompete sind auch Andreas Wenzel an der Posaune, Werner Breuer, der seiner Tuba unermessliche Tiefen, beflügelte Höhen, von tosenden Donnerschlägen zu wohlig behaglichen Töne abwringt, der Hornist Ewald Dirnberger, der Spätberufene Klaus Ixmeier, der erst mit 18 Jahren begann Tromete zu spielen begann. [...]
[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am Do. 15.07.2010Lesung Benny und die Geheimnisse Arkaniens
Der Benny Blu-Roman steht dem Kassenschlager Harry Potter in nichts nach, waren sich die zahlreichen Zuhörer einig.
Im verdunkelten Rondellzimmer beschrieb Wirth die Hauptdarsteller Benny, Lena und Finn. Der 14-jährige Benny ist wissbegierig, liebt Sport, Spannung und Unterhaltung. Nur unter seinen blauen Haaren, für die es keine Erklärung gibt, leidet er unsagbar. Phil, ebenso 14 Jahre alt, bringt durch seine Tollpatschigkeit sich und andere des öfteren in Schwierigkeiten. In seiner Erfinderwerkstatt zimmert er erfolglos windschiefe Apparate. Seinen Hund Edison hat er nach seinem großen Vorbild Thomas Alva Edison, dem Erfinder der Glühbirne, benannt. Lena, ein taffes Mädchen, sagt gerade heraus was sie denkt und gerät dadurch oftmals mit Phil aneinander. Sie tritt für den Tier- und Umweltschutz ein und steht Schwächeren bei.
Wirth nahm die Zuhörer an der Hand und führte durch sie durch das Buch bis die drei Freunde auf die verborgene Welt Arkaniens stoßen, sich im Jahre 1718 wieder finden und nichts mehr so ist wie vorher. Die Einwohner des geheimnisvollen Landes sind verschiedenste Fabelwesen wie Riesen, Zwerge, Trolle, geflügelte Mischwesen genannt Harpien und werden von bösen Mächten bedroht. Als Panthea, die Wächterin der Erde, den drei Freunden eine folgenschwere Prophezeiung offenbart, dass nur sie die bösen Mächte aufhalten können, die auch die Herrschaft über die Erde übernehmen wollen, indem diese einen bestimmten Schlüssel finden, beginnen die gefahrvollen Abenteuer. Mit nichts anderem als einen geheimnisvollen Rätsel und einer Menge ungelöster Fragen finden sich die Benny, Finn und Lena auf dem Piratenschiff von Kapitän Blackbeard wieder. „Weiter will ich nichts verraten, das müsst ihr selber lesen“, regt die Autorin an. Ergänzt wird die Saga mit Wissenskästchen, die über Hintergründe und aktuelle Ereignisse wie „Piratennester – die sicheren Rückzugsorte an Land“ oder „Auf der Suche nach Piratenschätzen“ aufklären.
Nach ihrem Magisterstudium Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie in Regensburg im September 2008 begann Wirth ihre Arbeit im Kinderleicht Wissen Verlag, in dem sie bereits ein Praktikum leistete und als freie Mitarbeiterin arbeitete. „Hier habe ich meine ersten schriftstellerischen Gehversuche unternommen. Türme war mein erstes Bambini-Büchlein“, erinnert sich die zurückhaltende Schriftstellerin. Mit ihrem ersten 320 Seiten umfassenden Roman hat sie sich einen lang erhofften Wunsch erfüllt. „Ab Juni 2009 habe ich täglich zwei bis acht Stunden geschrieben. Im November stand die erste Rohfassung. Zwei Monate brauchte ich für die Überarbeitung“, beantwortete Wirth eine der zahllosen Kinderfragen. „Wann erscheint der zweite Teil?“, wollte Felix von Lieven wissen, der den ersten Teil bereits gelesen hat. „Ich arbeite bereits daran. Eines verrate ich euch aber, er spielt in Regensburg. Ihr werdet viele euch bekannte Plätze und den Dom darin wieder finden. Insgesamt umfasst die Reihe fünf Bände“, teilte Wirth mit. [...]
Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am So. 11.07.2010Kinderkulturwochen - Wasserwanderung
Kein Tropfen ist dem Wasserhahn mehr zu entlocken! Zähne putzen, Kaffee kochen, Wäsche waschen, unmöglich! Seit wie langer Zeit kommt unser Wasser aus der Leitung? Wie kommt es in die Leitung? All dies konnten die 24 Kinder und Erwachsenen in Zinzendorf erfahren.
„Wir dürfen heute Bulldog fahren!“, war aus zahlreichen begeisterten Kindermündern zu hören. Etwas skeptisch waren die Blicke der Erwachsenen, wie sie wohl auf den Anhänger kommen sollten. Heinrich Hahn schaukelte sein Fahrzeug gekonnt über die engen holprigen Waldwege und der Fahrtwind sorgte für Erfrischung.
Bei der ersten Quelle angekommen, ging es zu Fuß mitten durch den Wald weiter. „Dies ist die eine von sieben Quellen, die sich in dieser Region befinden. Genau unter diesem Stein verläuft eine Quelle. Ihre Talmauer ist zirka 50 cm hoch und zirka acht Meter lang und liegt zirka zwei Meter fünfzig unter der Erde. Wie aus einer Gieskanne läuft 0,01 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Rohr“, führte Schwesinger aus. [...]. „Der Zulauf schwankt um bis zu 50 Prozent. Unser momentaner Stand ist aufgrund der Hitze enorm niedrig“, fügt der Wasserexperte hinzu. [...].
Über sumpfiges Gelände, durch Dornengestrüpp, das Schwesinger in Vorarbeit bereits kräftig ausgeschnitten hatte, kämpfte sich die [...] Gruppe weiter zu einem größeren Sammelschacht, bei dem sechs der sieben Quellen zusammenlaufen. Kinder und Erwachsene stiegen den Schacht hinab und lauschten den Ausführungen Schwesingers: „Von hier bis zum Hochbehälter wird keine Pumpe mehr eingesetzt. Der Höhenunterschied beträgt einen dreiviertel Meter, so läuft das Wasser abwärts. Regelmäßig müssen Proben genommen werden und zur Untersuchung an ein Labor geschickt werden, um die Wasserqualität zu sichern.“ Weiter besichtigte die Gruppe einen Brunnen, der in nächster Zeit wieder aktiviert werden soll. „Dieser könnte das ganze Dorf versorgen“, teilte Schwesinger mit.
Am Hochbehälter zeigte er die Entwicklung der Wasserleitungen auf. Von 1880 bis 1909, in dieser Zeit wurden ausschließlich Holzrohre verwendet, versorgten zwei Brunnen, die sich in der Nähe der Kirche und im ehemaligen Anwesen von Ferdinand Lutz befanden, die Gemeinde. Der Entschluss zum Bau neuen Wasserversorgung im Dorf wurde im Jahre 1904 nach dem Großbrand gefasst, bei dem die Hälfte des Ortes zerstört wurde, da kein Löschwasser vorhanden war und mit Jauche gelöscht werden musste. Bereits ab dem Jahre 1909 wurden die Quellen gesammelt und ins Dorf geleitet. Von 1909 bis 1960 wurden Eisenleitungen verwendet. Von 1960 bis 1998 wurde das Wasser durch Asbestrohre geleitet. Aufgrund der drohenden Gesundheitsgefährdung durch Asbest und Aufkommen neuer Vorschriften wurden Kunststoffrohre eingesetzt. Ab 2007 waren die gesamten Leitungen im Gemeindebereich erneuert. [...].
Im Hochbehälter wird das Wasser durch einen drei Meter tiefen Jura-Kiesfilter gereinigt[...] geleitet. Eine UV-Bestrahlung tötet Keime ab. Erst jetzt fließt es in das Sammelbecken mit reinem Trinkwasser, das 100 Kubikmeter, heißt 100 000 Liter Wasser, fassen kann.
Nach der lehrreichen Wasserwanderung brachte der Bulldog alle zurück zum Feuerwehrhaus. Hier wurden sie freudestrahlend in Empfang genommen und vorzüglich bewirtet.
Die Hauptorganisation lag bei Richard Schwesinger[...]. Unterstützt wurde er von der Freiwilligen Feuerwehr sowie von zahlreichen Frauen, von denen die Teilnehmer anschließend mit leckeren Kuchen, Kaffee und Getränke versorgt wurden. K.i.W.-Organisator Johann Festner bezeichnete die Veranstaltung als sehr lehrreich und dankte allen für die rührende Organisation.
[Text und Bilder: Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Fr. 02.07.2010Kinderkulturwochen Straubinger Tagblatt
Kindergruppe besichtigte Verlag und Druckerei.
Auch Sonderausstellung "150 Jahre Straubinger Tagblatt" im Gäubodenmuseum besucht.
Viele neue Eindrücke erhielten 13 Mädchen und Buben sowie einige Erwachsene, die am Freitag im Rahmen der Kinderkulturwochen einen Ausflug nach Straubing unternahmen. Dabei wurden die Sonderausstellung „150 Jahre Straubinger Tagblatt“, das Verlagsgebäude der Donau-Post am Ludwigsplatz und das neue, hochmoderne Druckzentrum am Asterweg besichtigt. Alle Teilnehmer waren von den Führungen begeistert.
Die Mädchen und Buben wurden von Petra Klesse und Christine Müller begleitet sowie an den drei Besichtigungsorten in der Gäubodenstadt von Heribert Seibold von der Marketing-Abteilung des Straubinger Tagblatts. Die jeweiligen Informationen waren kindgerecht aufbereitet. Dr. Stefan Maier, stellvertretender Leiter des Gäubodenmuseums, führte durch die Sonderausstellung „Gedruckte Zeit – 150 Jahre Straubinger Tagblatt“. [...] Unter den vielen Exponaten gibt es eine Kopie der ersten Ausgabe des Straubinger Tagblatts zu sehen: Mit einem Umfang von gerade einmal vier Seiten ist sie am 1. Oktober 1860 erschienen. Einige Meter entfernt befindet sich ein Ölgemälde mit dem Bildnis von Clemens Attenkofer, dem ersten Verleger des Straubinger Tagblatts. Am 2. Juli 1860 hatte der aus Landshut kommende Druckermeister an den Magistrat der Stadt Straubing das Gesuch gestellt, die Druckerei Franz Seraph Loreno kaufen und sich in der Stadt niederlassen zu dürfen. Dies wurde gewährt und das Unternehmen erhielt den Namen „Cl. Attenkofer‘sche Buch- und Kunstdruckerei“. Nach dem frühen Tod von Clemens Attenkofer heiratete dessen Witwe Josephine den Buchdrucker Georg Huber im Jahr 1870. Mit diesem Verleger begann die Entwicklung, andere Zeitungen dazuzukaufen beziehungsweise es entstanden Regionalausgaben.
1928 wurde die Wörther Volks-Zeitung und 1930 die Donau-Post erworben. Mittlerweile erscheint die Wochenendausgabe einschließlich der Regionalausgaben in einer Auflage von 143000 Exemplaren. Dr. Maier stellte auch andere Erzeugnisse des Verlages vor, so zum Beispiel den „Straubinger Kalender“ und Kinderbücher. A
nschließend marschierte die Gruppe zum Verlagshaus am Ludwigsplatz, wo Heribert Seibold die Führung übernahm. Dieser gab Erläuterungen zu den verschiedenen Redaktionen und Ressorts. [...]
Die letzte Station war das neue Druckzentrum am Asterweg. Dort erklärte Seibold die Entwicklung vom alten Setzkasten über die Bleisetzmaschine bis hin zur riesigen Druckmaschine mit vier 13 Meter hohen Türmen. Diese ist eine der modernsten ihrer Art und existiert weltweit in nur vier Exemplaren. In einer Sekunde werden 17 Meter Papier bedruckt. Seibold erläuterte die vielfältigen Arbeitsschritte, die nötig sind, damit in der Nachtschicht, die von 22 bis 5 Uhr dauert, die Zeitung hergestellt werden kann.
Bis zu 45000 Exemplare mit bis zu 64 Seiten können in einer Stunde in vollem Farbumfang bedruckt werden. Die Kinder wollten nun die Druckmaschine unbedingt in Aktion sehen, was allerdings dazu führte, dass der Ausflug etwas länger dauerte, als vorgesehen. Diese Vorführung war möglich, da der Kraftfahrzeugmarkt am Freitag bereits am frühen Abend gedruckt wurde. Die Kinder staunten über die technischen Möglichkeiten der neuen Maschine und traten beeindruckt die Heimfahrt nach Wörth an.
[Text und Bilder Donau-Post, Soller]
Eingetragen am So. 27.06.2010Kinderkulturwochen Pfarrei
Töne, die an Vuvuzelas erinnerten, entlockten die Kinder am Sonntagnachmittag bei der Veranstaltung „Pfeifen-Glocken-Kikeriki“ den verschiedenen Orgelpfeifen. Auch zahlreiche Erwachsene nahmen die Gelegenheit wahr, die Pfarrkirche St. Peter, den Außenbereich, den Vorraum, das Mittel- mit beiden Seitenschiffen, den Altarraum sowie die Sakristei und die Orgel zu besichtigen. Die Kirchturmbesteigung entfiel aus Sicherheitsgründen.
Dr. Ursula Eicher und Josef Forster übernahmen die erste Führung und Gemeindereferentin Elisabeth Dummer und Regina Berger die zweite. Ludwig Eiglmeier erklärte jeweils den Aufbau und das Zusammenspiel der Elemente der Orgel sowie Heinz Hohmeier die Sakristei.
[...] „Wisst ihr, dass dies nicht die erste Kirche in Wörth war?“, fragte Eicher in die Runde. „Vor rund 1200 Jahren wurde eine Kirche gebaut, die dem heiligen St. Petrus gewidmet war, aber in den vielen Kriegen zerstört wurde“, informierte sie weiter. Auf die Frage nach dem Standort, zeigten die Kinder ihr Wissen über die Heimat. „Am Petersplatz“, kam prompt die Antwort. „Es ist nun so 800 Jahre her, seit mit dem Bau der neuen Kirche begonnen wurde und der jetzige Kirchplatz war damals ein Friedhof, der vor 200 Jahren in den Hohen Rain verlegt wurde. Reste von Grabplatten, eines Weihwasserbehälters sowie Reliefs an den Kirchenaußenmauern sind Zeugen vergangener Zeiten“, zeigte die Pfarrgemeinderätin auf.
Josef Forster teilte mit, dass der Kirchturm genau 50 Meter und zehn Zentimeter misst und aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr bestiegen werden darf. „Die St. Petrus Figur im Eingangsbereich ist eine Kopie, dessen Original aus dem Jahre 1869 im Diözesanmuseum Regensburg steht, da sie einfach zu wertvoll ist. Vier Glocken gibt es im Turm. Die kleinste führt den Namen Jesus und erklingt als Sterbeglocke“, führte Forster weiter aus.
Meditative Musik erklang und die Gruppe durchrundete die Kirche [...], vorbei an den beiden Beichtstühlen sowie den Kreuzwegbildern. „Das Taufbecken mit dem Weihwasser soll uns daran erinnern, dass wir alle Kinder Gottes und Mitglieder der christlichen Gemeinschaft sind. Die Figur des Johannes des Täufers wurde vor vier Jahren gestohlen, konnte aber wiederbeschafft werden“, gab Eicher ihr Wissen an die aufmerksamen Kinder weiter. Dass der erste Altar, der Volksaltar, zwei Stufen von den Gläubigen sowie der sich anschließende Hochaltar nochmals drei Stufen erhöht sind, nahm die Gruppe augenscheinlich wahr. „Die Vorderseite des Altars ziert ein Bild mit einem Hahn. Dieses erinnert an den Verrat von Petrus an Jesus, als dieser voraussagte „Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verraten haben“, teilte Eicher mit. Auf die Deckenbilder, die Maria Himmelfahrt sowie in den Medaillons die Stationen Marias, unbefleckte Empfängnis, Geburt, Tempelgang und Verkündigung zeigen, wurde eingegangen, ebenso auf die damaligen Maltechniken.
In der Sakristei übernahm Heinz Hohmeier die Führung. Den Rauchmantel sowie das Velum, das der Priester beim Erteilen des sakramentalen Segens als Zeichen der Ehrfurcht trägt, da er das Allerheiligste in der Monstranz nicht mit bloßen Händen zu berühren vermag, konnten die Kinder bestaunen. Beide Monstranzen, wobei die größere, die aus der Goldschmiede Augsburg stammt, sehr wertvoll ist. Kelche, Hostienschalen, kleinere Monstranzen, Kelche für das Blut Christi werden in einem Safe aufbewahrt. Auch die Funktion des Weihrauchfasses und dass der Weihrauch das Wachs eines Baumes ist, erfuhren die Anwesenden von Ralph Amann.
Nachdem die Außenseiten des Flügelaltars, der zur Rechten den Engel zeigt, der Maria die Empfängnis verkündet und zur linken Jesus am Ölberg, erfuhren die Wissbegierigen, dass dieser immer zur Fastenzeit geschlossen wird. Durch die letzte Station führte Ludwig Eiglmeier. Er zeigte die Funktion der Orgel. So gebe es Lippenpfeifen und Zungenpfeifen, aus letzteren können Töne erzeugt werden, die an die Vuzuzelas erinnern. Jedes Kind durfte selbst durch die Pfeifen Luft blasen. Helle, sanfte, leise, tiefe, laute, kräftige, brummende, monotone und beschwingende Laute entwichen den Pfeifen. [...]
[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am Fr. 25.06.2010Kinderkulturwochen Schule Wörth
Lesung mit Vivi Heider und Büchereiralley.
Quirlig frech schauen die blonden Haarsträhnen von Vivi Heider über ihre orange Schirmmütze, um einen Blick auf die gebannten wissensdurstigen Schüler der ersten bis vierten Klasse zu ergattern. Mal schrill, mal gehaucht, die Lippen und Augen zusammengekniffen schleudert sie ihre Geschichten und Rätsel in das Klassenzimmer und die Kinder verlieren sich im Ideenreichtum, der Gestaltungskraft, der Begeisterung der Autorin für Malerei und Wort. Auch für Rundfunk und Fernsehen, wie „Sendung mit der Maus“, hat sie Texte verfasst. Eine Büchereirallye mit Preisen rundete die kurzweilige schulische Pflichtveranstaltung [...] am Freitagnachmittag in der Schule Wörth ab.
Als verrückten Kopf bezeichnet sich Vivi Heider selbst, die vor 25 Jahren mit dem Erzählen von Kindergeschichten begann, anschließend brachte sie diese zu Papier und arbeitete für verschiedene Verlage. „Hast du denn für deine Geschichten keine Bilder“, wurde sie von den jungen Zuhörern und Lesern gefragt. „So begann ich zu zeichnen, habe viele Lehrgänge besucht“, teilte Heider mit. „Nie ist von Anfang an alles gut. Alles muss wachsen wie ein Baum, geht es an einer Stelle nicht mehr weiter, so verzweigt er sich. Fangt einfach an und probiert es selbst aus“, spricht sie den Kindern Mut zu.
„Oh, ah, das ist toll!“, entfuhr es den Kindermündern, als die Illustrautorin einige ihrer über tausend Bilder zeigte. Farbenprächtige, schimmernde, gescheckte, gestreifte, gepunktete, dicke, dünne, verzogene Drachen, Wasserschnecken, Frösche und Eisbären zogen vor den Augen der kleinen Betrachter vorbei. „Malt nie ein Tier ganz aus, lasst weiße Punkte, vor allen in den Augen, das lässt das Bild lebendig werden“, empfahl sie [...]
Die Geschichten von Herrn Zippel Zappel, der nicht lachen wollte, und beim Bau des eckigsten Schneemanns geradezu lospustete sowie eine Jungengeschichte, der in einem schwarzen großen Hund seinen Freund fand, begeisterte die Schüler. Über 30 Bücher und zusätzliche CD hat die Künstlerin, die mit Wortwitz mit Hand zum Kabarett zu überzeugen weiß, bereits veröffentlicht. „Es muss einfach aus mir raus“, sprudelte sie weiter. Ebenso fanden die Rätsel gefallen, waren diese doch gar nicht so einfach: „Ein braunes Tier mit Flügelchen, fliegt vom Kastanienhügelchen, frisst grüne Blätterkügelchen, lebt nur im Monat Mai“. „Der Maikäfer!“, antworteten die Kinder nach längerem Grübeln. „Bekommen wir noch ein Autogramm?“, forderten die Kinder, die sich gar nicht mehr von der Autorin trennen wollten.
Als Vivi Heider noch zwei Klassenmaskottchen, eine Vielzahl von ihren Büchern, Esspapier, Lampions, kleine Herzen für Verliebte an die Kinder verteilte, war die gesamte Schüler- und Lehrerschaft sprachlos. Auch der Bücherei brachte sie eine Vielzahl ihrer Werke als Geschenk mit.
„Das ist aber schwer“, waren sich die Schüler einig, als sie den zweiseitigen Fragebogen durchforsteten. Über allgemeine Fragen über die Bücherei, wie Öffnungszeiten, Ausleihfristen und -gebühren, wurden auch Fragen nach Autoren, Inhalte sowie Anordnung der Regale und dem Aufbau der Beschriftung erfragt. Mit einem Büchergutschein in Höhe von zehn und zwölf Euro sowie ein kleines „Was ist was“-Heftchen belohnte die Schule Wörth die beiden besten jeder Klassenstufe sowie den Drittplatzierten. [...]
[Text und Bilder Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am So. 20.06.2010Kinderkulturwochen Zinzendorf
Märchenhafte Wald(ver)führung mit geheimnisvoller Rast.
Josef Schütz führte am Sonntagnachmittag 25 Teilnehmer bei der Veranstaltung „Märchenhafte Wald(ver)führung mit geheimnisvoller Rast“ im Rahmen der Kinder-Kulturwochen 2010 durch den Zinzendorfer Märchenwald. Bei einer kleinen Lichtung wurde die Gruppe von der über die Grenzen von Wörth hinaus bekannten Märchenerzählerin Edeltraud Forster empfangen, die mit dem Märchen „Das Waldhaus“ der Gebrüder Grimm die Kinder und Erwachsenen in eine Phantasiewelt entführte. Für Speisen und Getränke sorgte Hildegard Schindler, die Verantwortliche vor Ort.
Josef Schütz verwies auf eine größere Anhäufung von Ästen, Zweigen, Wurzelstöcken und Reisig und fragte die Kinder, wer sich hier verstecken könnte. „Wichteln, Zwerge“, kam es spontan aus den Kindermündern, änderten diese dann ihre Meinung und zählten Spinnen, Füchse, Vögel, Igel, Schlangen und Ameisen auf. „Genau, dies sind wichtige Nistplätze sowie Unterschlüpfe für die Tiere“, ergänzte Schütz. Nach ein paar Schritten wunderten sich die Teilnehmer, wer denn Mitten am Sonntag im Wald Holz machen würde, als mit lautem Gepolter ein Holzfäller aus früheren Tagen den Abhang herunterfegte. „Habt ihr meine Tochter gesehen? Sie wollte mir mein Mittagessen bringen. Habe ich doch Hirse ausgestreut, damit sie den Weg findet!“. Die kleinen Spurenleser fanden den Hirseweg, als schon ein Mädchen mit einem Korb voll Essen heraneilte und nach ihrem Vater fragte. Die Kleinen wiesen ihr sofort und hilfsbereit den Weg. An bemoosten Ästen vorbei erreichte die homogene Gruppe eine Futterstelle für Wildschweine und Rehe. „Mais ist das Lieblingsfutter der Wildschweine. Seht ihr, in diesem Mais-Behälter ist eine Uhr versteckt, die jedes Mal wenn ein Tier im Trog wühlt, beim Herabfallen aufschlägt und stehen bleibt. So kann der Jäger sehen, zu welcher Zeit das Schwein gefressen hat“, führte der Wanderführer aus. Aus dem Wald wird nur so viel Wild geschossen, wie neu geboren wird. So bleibt ein gesundes Verhältnis bestehen, führt er weiter fort. Kurz darauf erschien ein zweites Mädchen und fragte nach seinem Vater. Dieser habe Linsen ausgestreut, damit sie den Weg finde. Spontan wurde auch ihr der Weg gewiesen. [...]
An der Lichtung angekommen wurde die Gruppe von der Märchenerzählerin Edeltraud Forster empfangen, die über die seltsamen Gestalten auf dem Weg aufklärte, indem sie gekonnt das Märchen „Das Waldhaus“ der Gebrüder Grimm frei erzählte, Kinderaugen und –münder immer größer werden ließ und bei den Erwachsenen Erinnerungen an die eigene Kinderzeit weckte. Auf dem Rückweg, der schleichend und flüsternd zurückgelegt wurde, um Zwerge und Wichtel zu sehen, hatte doch die Märchenfee gesagt, man sehe diese nur bei absoluter Stille. So guckte schon mal ein rotes Mützchen hinter einem Baum hervor, oder eher doch nicht. Bei einer weiteren Rast besannen sich die Teilnehmer auf ihre Sinne, schlossen auf Anweisung die Augen, rochen, hörten, hörten dreimal ein seltsames Gekicher. Da lief der kleine Felix sofort zu Schütz, um zu berichten „Ich habe einen Zwerg gehört“. „Was hat der denn gemacht?“, fragte er. „Der hat uns ausgelacht, weil wir die Augen zugemacht haben“, war Felix überzeugt.
[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]
Eingetragen am Fr. 18.06.2010Die Bayerischen Löwen
Vielfältiges Feuerwerk an Blasmusik.
Genau eine Hand voll junger, ambitionierter Musiker brachte die Stimmung im altehrwürdigen Schlosskeller zum Brodeln. Die "Bayerischen Löwen" gaben am Freitag ein Konzert.
Wer sie nicht kannte, wurde überrascht, von einem vielfältigen Feuerwerk an Blasmusik. Dominik Glöbl, Christian Striegl, Michael Wallner, Franz Eisenschink und Sepp Haslinger, die Bayerischen Löwen, "brüllten" hervorragend im Keller des Schlosses Wörth.
Eine reine Augenweide
Dabei wurde eine musikalische Veranstaltung vom Feinsten geboten. Die Plätze waren restlos besetzt. Kaum vorstellbar, welche Vielfalt an Stilrichtungen sich einer Trompete, Tuba, Posaune und Co. entlocken lassen. Obendrein waren die fünf jungen Musiker eine reine Augenweide: Jeweils mit Krawatte zur Krachledernen und schmucken Wadlstrümpfen waren sie ganz "auf fescher Bua" getrimmt. Besonders die goldene Glitzerkrawatte machte sich hervorragend.
Unkonventionelles Programm
So unkonventionell wie ihr rasantes Programm, das manchmal - ganz ohne Ankündigung - vom einen Stück übergangslos hinüberglitt in das nächste, sind auch ihre "Umgangsformen". Der Hemdsärmel des Kollegen oder die eigene Krawatte wird da kurzerhand auch mal zum Schweißtuch umfunktioniert. Und wenn die Löwen mal nicht musizieren, singen sie entweder mit ihren wunderbaren Stimmen oder bringen ihr Publikum mit einem pantomimischen Sketch, ganz ohne Worte, zum Lachen. Mal entlocken sie ihren Instrumenten eine Horde wilder Tiere, beim nächsten Stück interpretieren sie die "Capri-Fischer" auf ihre ganz eigene Weise.
Den Rhythmus im Blut
Den Rhythmus haben sie einfach im Blut, rassig und zackig klang es südländisch, aber auch der Ausflug in die gefühlvollen Schnulzen der 50er-, 60er-Jahre gelang ihnen auf ihre Art einfach wunderbar. Witzig und humorvoll stellten sich die Löwen zum Abschluss des Konzerts noch kurz vor und standen gerne für Autogramme bereit. Demnächst sind sie im Bayerischen Fernsehen zu bewundern.
Weitere Infos zu den Bayerischen Löwen unter www.bayerischeloewen.de
[Text: Petra Schmid, Mittelbayerische Zeitung]
Eingetragen am Fr. 18.06.2010Kinderkulturwochen Benny Blu
Besuch im Kinderleicht Wissen Verlag.
Wer kennt sie nicht, die altersgerechten Kinder-Wissensbücher um die Figur Benny Blu. Dass der Verlag seinen Sitz in Regensburg hat, seit 2004 besteht und seither zirka 3 Millionen Büchlein verkauf hat, durften die 14 Kinder im Alter zwischen sieben und 12 Jahren im Rahmen der Veranstaltung der Kinderkulturwochen 2010 „Wir besuchen Benny Blu“ erfahren. Mit dabei war auch Barbara Keil als Kinderreporterin. Begleitet wurde die Gruppe von Maria Keil und Anke Urban, die der leitende Kopf dieser Veranstaltung war. Finanziell unterstützt wurde das Unternehmen von der Auto Piendl GmbH, Wörth. „Unheimlich freundlich und herzlich durften wir eineinhalb Stunden, und das nach Feierabend, Einblicke in den Verlag nehmen. "
Eine Autorin und zwei Lektorinnen erklären die Arbeit im Lektorat. Hier werden Ideen gesammelt und einem von knapp hundert Schriftstellern, die für den Verlag arbeiten, zugesandt. Die Auswahl richtet sich nach den Themengebieten. Nachdem das Skript vom Autor zurückgeschickt wurde, wird es gelesen und verbessert, kurz redigiert. Es folgt die Arbeit des Layouters, der die Seite aufbaut und gestaltet. Die Arbeit des Illustrators wurde anhand eines Beispiels an der Bambini-Reihe „Fred sucht ein Zuhause“ aufgezeigt. [...]
Nicht schlecht staunten die Besucher, als ihnen eine chinesische Lizenzausgabe gezeigt wurde. „Die Benny Blu Bücher erscheinen auch in vielen anderen Ländern“, teilte die Lektorin mit. Die Stationen der Entstehung eines Heftes oder Buches wurde den Kinder am Computer überschaubar aufbereitet verdeutlicht.
[...] Bevor sich die Besucher an einem leckeren Kuchenbuffet, feinen Obstschnittchen und Getränken stärkten und sich auf dem Heimweg machten, las die Autorin der Reihe Abenteuergeschichten die Erzählung „Tante Bärbel hat Schwein“ in der sich die ängstliche Tante Bärbel regelrecht als Schweinebändigerin entpuppt. War die erfahrene Aufmerksamkeit und Bewirtung nicht genug, so bekamen die Teilnehmer von den Inhabern, Dagmar und Josef Kuffner, noch eine Benny Blu Mappe mit zwei großen und drei kleinen Büchlein zum Schmökern mit auf den Nachhauseweg.
Text Beate Geier, Donau-Post; Fotos: Anke Urban
Blues Control
Boten des Blues.
Die Beiträge am Samstag auf der Bühne im Wörther Schlosskeller waren vom ersten Akkord bis zum letzten Ton ein Loblied auf die musikalische Kultur, die ihre Wurzeln in den amerikanischen Südstaaten hat. Auf den Baumwollplantagen im Mississippi-Delta und in den dunklen Bars in Alabama wurde jenes Spiel geboren, das vom Unglück, Elend und Schmerz der schwarzen Bevölkerung, von der bitteren Armut, der Hoffnungslosigkeit, der Depression und den Träumen der Sklaven berichtet. Der Blues und der Kummer gehen Hand in Hand, er kommt aus dem Herzen eines unterdrückten, geschundenen Volkes, dem Künstler wie Robert Johnson, Blind Willie McTell oder Sonny Terry und BrownieMcGhee eine Stimme gegeben haben.
Ihnen fühlten sich Stefan Baumgartner aus Haselbach und Tina Buchschmid aus Kagers verbunden, die seit zwei Jahren die mit Schwermut, Trauer und Melancholie getragenen Weisen vortragen. Längst hat der Blues Zugang zur Rockmusik gefunden. Eric Clapton oder Joe Cocker, die Rolling Stones oder Ten Years After haben ihm in ihren Kompositionen die gebührende Referenz erwiesen.
Auf ihrer Wellenlänge befinden sich auch Christian Meidinger (Gitarre, Gesang), Günter Tille (Bass) und Stefan Hirtreiter (Schlagzeug), die „Blues Control“ (links) bilden. Christian Meidinger sagte die Umgebung übrigens sehr zu. Das „sensationelle Ambiente“ des Schlosskellers hat ihn absolut überzeugt. Rundum zufrieden war auch das Publikum, das einenrecht kleinen Umfang hatte. [...]
[Text: Sepp Raith, Donau-Post]
Eingetragen am Fr. 11.06.2010Kinderkulturwochen Mittelbayerisches Druckzentrum
Schüler der Volksschule Wörth-Wiesent waren zu Besuch im neuen Druckzentrum der MZ. Hier lernten sie, wie der Text des Reporters in die Zeitung und auf den Frühstückstisch kommt.
Wenn die Viertklässler der Volksschule Wörth-Wiesent nachts schlafen, wird in der Rathenaustraße fleißig gewerkelt. Damit am Frühstückstisch nicht nur ein frisches Brötchen, sondern auch eine druckfrische MZ liegt. Putzmunter waren die 80 Schüler[...] im neuen Druckzentrum des Mittelbayerischen Verlags, um zu erfahren, wie die Zeitung gemacht wird. [...]
Der Job eines Reporters
Heinz Klein aus der MZ-Lokalredaktion Regensburg erklärte den Besuchern, wie der Redaktionsalltag aussieht, und berichtete über die Arbeit eines Reporters. Wer entscheidet, welche Themen in die Zeitung kommen? Wie wird man Journalist? Wie sieht die Zukunft der Zeitung aus? Schüler und Lehrerinnen waren sehr interessiert und fragten dem Redakteur so einige Löcher in den Bauch. Viele Fragen stellen – das ist eine Eigenschaft, die ein guter Reporter mitbringen sollte. Auch ein paar der Schüler stellten fest: Reporter, das ist ein Beruf, den sie später auch gerne machen würden. Wie Benno: Ihm würde es gut gefallen, über Sport zu berichten. Ganz begeistert waren er und seine Mitschüler, als Heinz Klein ihnen erzählte, dass ein Kollege nach Südafrika gereist ist, um von dort – exklusiv für die MZ-Leser – über die WMzu berichten.
Vier Farben braucht der Drucker
Im Anschluss ging es mit Karl Kerschbaum und Andreas Deppert [...] durch die Hallen, in denen seit 4. Januar die neue Maschine täglich die Zeitung druckt. Laut war’s da und riesige Rollen Papier standen herum. Das Papier wird später in einer Geschwindigkeit von 12 Metern pro Sekunde durch die Maschine gejagt und mit den Bildern und Texten bedruckt, die vorher zum Beispiel Heinz Klein geschossen beziehungsweise geschrieben hat. Damit die MZ so schön bunt wird, braucht man vier Farben: rot, blau, gelb und schwarz. Die werden in riesengroßen Behältern aufbewahrt und riechen ein bisschen streng, wie eine der Schülerinnen bemerkte. Doch das machte den Kindern nix. Sie waren begeistert. Ambros sogar so sehr, dass er gerne mal wieder kommen würde, wenn er könnte. Sein Kumpel Simon war froh: Er hatte die Brotzeit zu Hause vergessen. Zum Glück hatte das MZ-Druckzentrum nach dem Rundgang noch ein paar Häppchen auf Lager.
[Text Lisa Kräher, MZ; Bilder Petra Falter]
Auch die Kinder haben einen Bericht über ihren Besuch bei der MZ geschrieben (s. Downloads).
Eingetragen am So. 06.06.2010Kinderkulturwochen Oberachdorf
Spuren vergangener Zeiten in Form von Hofkreuzen, Marterl und markanten Kapellen verfolgte die knapp zwanzigköpfige Gruppe bei der Radexkursion am Sonntagnachmittag unter Leitung von Bernhard Lohmeier. Während die Kleineren lauschten und sich bei so mancher „Weizgeschichte“ gruselten, so erzählten, erinnerten und ergänzten die Erwachsenen die aufschlussreichen Beiträge.
„Der Flurbereinigungsstein soll an zwei Ereignisse erinnern, an den Dammbau mit der Binnenentwässerung und an die Flurbereinigung", so Lohmeier. Grund und Boden war früher die Lebensgrundlage für die Menschen. Infolge von Realrechtsteilungen entstanden immer kleiner werdende, teilweise spitzwinklige Felder, die schwer zu bewirtschaften waren, informierte er weiter. Die Flurbereinigung ordnete und gestaltete den landwirtschaftlichen Raum neu in große, meist rechteckige Nutzflächen, sodass der Einsatz von Großgeräten möglich geworden ist. Auf dem Stein ist eine Tafel mit der Aufschrift angebracht „Flurbereinigung 1976 – 1990, „Gott schütze unsere Fluren“. E[...]. Nach kurzer Fahrt Richtung Donau, erinnert auf linker Seite ein kleines „Marterl“ an Mathilde Krieger, die am 6. September 1945 im Blütenalter von 22 Jahren tödlich vom Blitz getroffen wurde. Diese soll mit Ihrer Schwester „g`heigt hom“, Heu eingebracht haben, als es plötzlich stark zu regnen begann. Ihre Schwester fuhr mit dem Rad, aber Mathilde wollte lieber gehen, zog sich eine Wolldecke über den Kopf, als kurz darauf der tödliche Blitz herabfuhr und sie tötete.
Die Radfahrer nahmen Kurs auf Wörthhof. Lohmeier zeigte ein zirka 100 Jahre altes Foto, auf dem der Wörthhof wie eine Insel aus dem Hochwasser ragt. Daher der Name Wörth, ursprünglich Werid, das Insel beziehungsweise erhöhtes Land bedeutet. Ein Hofkreuz zwischen zwei Birken soll den Hof schützen und ihm gute Erträge sichern. Weiter in Richtung Straße stieß die Gruppe auf das „Laumerkreuz“. „Leider kann ich euch zu diesem Kreuz nichts erzählen, trotz vieler Nachfragen weiß niemand den Ursprung dieses Kreuzes. Gepflegt wird es von der Familie Kunz aus Oberachdorf. Weiter Richtung Biederer Weiher zeigte Lohmeier ein nahe des Wassers, hinter Sträuchern verborgenes Kreuz. „Zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg ist hier ein Bauer mit seinem Ochsenfuhrwerk umgekippt und verunglückt. Es war bereits verkommen, doch Rudolf Biederer und weitere Oberachdorfer Bürger haben es restauriert und wieder aufgestellt. Die Bevölkerung nennt das Kreuz Sollederkreuz.", erzählt Lohmeier. Weiter Richtung Heider Weiher fordert ein Wegkreuz die vorbeiziehenden Wanderer zur kurzen Rast auf. Die Inschrift lautet „Lieber Wanderer mach hier Rast. Bet´ einen Vaterunser, sei mein Gast". Im Jahre 1975 fand Johann Wagner das Kreuz, dessen Alter unbekannt ist, verwahrlost im Feld liegen. Seitdem ist es ihm ein Anliegen, dieses Instand zu halten und zu pflegen. Erich Käs, Wiesenter Künstler, restaurierte das Bild im Kreuz. Vor Giffa bewunderte die Gruppe vor dem Hof ein gut erhaltenes schmiedeeisernes Kreuz, dessen Bedeutung und Herkunft unbekannt ist. [...]. Weiter Richtung Kiefenholz beim südlichen Ortseinganz befindet sich das wohl älteste Relikt dieser Gegend. Ein Schweden- auch Hussitenkreuz, das aus dem 30-jährigen Krieg (1618) stammt, erinnert an ein Verbrechen und wurde vermutlich als Sühnekreuz errichtet. Gepflegt und in Ehren gehalten wird es von Max Weikl. Die Weinzierl Kapelle nebst der Autobahnunterführung ist ursprünglich auf einem anderen Platz gestanden und wurde im Rahmen der Flurbereinigung versetzt. In der Ortschaft Kiefenholz steht das Haselbeck Kreuz, jetzt Mandlik, aus dem Jahre 1869. Wieder durch die Ortschaft Kiefenholz, gegenüber dem Autohaus Mandlik, befindet sich das „Fuchsenkreuz“, das als Feldkreuz errichtet wurde und von Ludwig Fuchs in einem hervorragenden Zustand gehalten wird. Unweit davon liegt zwischen zwei Linden gebettet die Linden- oder Stadlerkapelle genannt, die aus dem 17 Jahrhundert stammt. „Dies zusammen kann wohl auch als Naturdenkmal bezeichnet werden“, meint Lohmeier.
Nach gut zwei Stunden kamen die Teilnehmer wieder am Feuerwehrhaus in Oberachdorf an und wurden von der Feuerwehr mit Bratwurstsemmeln und Getränken versorgt.
[Text Beate Geier, DP, Bilder Johann Festner]
Eingetragen am So. 16.05.2010Kinderkulturwochen - Waxenberg
Über die Vergänglichkeit des Seins.
Um über die Vergänglichkeit des Seins nachzudenken, machten sich am Sonntagnachmittag über 80 Interessierte auf den Weg zu den Überresten der verschwundenen Ortschaft Waxenberg. Die Veranstaltung im Rahmen der Kinderkulturwochen wurde mit Geschichten und Erzählungen von Pfarrer Lorenz Schnitt und Ortsheimatpfleger Fritz Jörgl vollendet. Die Wanderführung unterlag zweiten Bürgermeister Josef Schütz, der über die Bedeutung des Waldes, über Pflanzen und Käfer informierte sowie ein Tastspiel mit den Kindern durchführte.
Von Weihern aus machten sich die Heimatverbundenen auf den Weg entlang des Sees, vorbei an blühenden Rapsfeldern, die ihren eigenartigen Geruch verströmten, den weitläufigen Wiesen bis hin in die Waldeinsamkeit des Waxenberges östlich von Wörth und nördlich von Zinzendorf-Hof. „Der Weiler Waxenberg zählte im Jahre 1904 insgesamt 24 Einwohner, die in drei Höfen lebten. Die Gemeinde hatte 91 Bewohner und umfasste die Orte Augenthal, Baumschule, Breimbachmühle, Forstbrunn, Hub, Schiederhof und Wachsenberg sowie das bereits damals unbewohnte Wachthaus am Pflegerschlägen“, untermauerte Jörgl durch Anschauungsmaterial die Vergangenheit. Die Gemeinde war flächenmäßig mit 27000 Hektar eine der größten im damaligen Waldamt vom Herrschaftsgebiet Wörth und sogar die größte Gemeinde des Bezirksamts Regensburg. Sie umfasste eine Fläche von 3 Kilometern Breite und 9 Kilometern Länge. Ein Marterl auf einer halbrunden von großen Granitsteinen gebildeten Geländestufe erinnert an den Wegzug der Familie Fürst im August 1906. Die Familien zogen, ihr Hab und Gut auf einem Leiterwagen verstaut, mit der Fähre übergesetzt, nach Sallach, Kößnach, Mötzing. Ein Teil der Familie Fürst lebt noch immer in Hofdorf. In den 30-er Jahren wurde die Ortsbezeichnung Wachsenberg in der Gemeinde Höhenberg aufgelassen. Ab 1936/37 war die neue Schreibweise Waxenberg üblich. Weiter erinnert Jörgl an die Bedeutung des Ortes vor über 1000 Jahren. Die Burgställe „Alter Schlossgraben“ sowie „Schlössl“ liegen unmittelbar bei der Ödung Waxsenberg. Ein dritter, bislang unbekannter Burgstall, befindet sich auf dem Galgenberg. Diese dienten wohl als Fluchtburgen, in denen die Menschen Schutz vor dem damals größten Feind, den Ungarn, suchten. Der Galgenberg lässt wiederum Rückschlüsse auf eine Gerichtsbarkeit zu. „Einen einzigen Verein gab es im Ort, den Schützenverein, der in der Flaschenbierhandlung gegründet wurde“, führte Jörgl weiter aus, sowie dass es nie zu einer Gründung einer Feuerwehr gekommen sei. Weiter wurde ein verfallender Gewölbekeller in Augenschein genommen. „Im Jahre 1429 verkaufte Priorin und Konvent zu Prüll mit Zustimmung des Abtes das Dorf Waxenberg mit Gericht, Lehenschaft und Hofmarksrechten. Im Jahre 1477 kam der Besitz zum Kloster Windberg und schließlich zum Hofstift Regensburg und endgültig zur Herrschaft Wörth“, zeigte Jörgl die Eigentumszugehörigkeit auf.
Pfarrer Lorenz Schnitt marschierte flotten Schritts mit und zeigte die damalige für Kinder schwere Zeit auf. Nicht schlecht staunten die Kinder, als sie erfuhren, dass der knapp vier Kilometer lange Schulweg zu Fuß und bei jedem Wetter zurückgelegt werden musste und das meist bei Dunkelheit und durch den Wald. Zum Gruseln, zum Nachdenken und zum Schmunzeln brachte er die Besucher bei der Geschichte der Katl aus Obermiethnach. So musste Sie nach einem Besuch bei ihrer Basl in Weihern mit dem Mofa bei der Dunkelheit nach Hause fahren. Trotz Mahnung der Basl, dass sie nicht über den Galgenberg und Waxnberg fahren solle, da es dort „weitze“, nahm die Katl trotzdem die Abkürzung. Nach Waxnberg bemerkte diese eine Last auf dem Gepäckträger und ein stetiges Klopfen auf ihren Rücken. Auch das schnellere Fahren nutzte nicht, den Beifahrer abzuschütteln. Zuhause angekommen bemerkte Sie, dass sich lediglich ein Ast verkeilt hatte. Schnitt unterbrach das Gelächter, mit der Bemerkung, dass es ja doch vielleicht der Geist gewesen war, der den Ast auf das Mofa geworfen habe.
„Die Veranstaltungsreihe trifft den Nerv der Zeit. Global zu sein und sich doch mit der Heimat auseinander zu setzen“, beschreibt Dr. Förch aus Wörth seine Eindrücke.
[Terxt und Bilder: Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Sa. 15.05.2010Die Cuba Boarischen - Ausverkauft
Urbayerische Gemütlichkeit und lateinamerikanischer Rhythmus.
Die gute Laune der über 300 Gäste ließ schon im Vorfeld der Veranstaltung auf einen unterhaltsamen Abend schließen. Mit dem Marsch „Mein Heimatland“ marschierte die Band in den Gewölbekeller ein, der auch den Musikern ein außergewöhnliches Ambiente bot, und versprühte innerhalb kürzerster Zeit Lebensfreude pur.
Hubert Meixner, der Leiter der Formation, erzählte dem Publikum wie aus den „Dorfmusikanten“, die aus Rosenheim und Umgebung kommen, die „CubaBoarischen“ entstanden. Auf einer Urlaubsreise unterwegs in Lateinamerika entdeckten die Musiker zufällig die Liebe zu den kubanischen Rhythmen. Als dort in ihrem Quartier drei Einheimische Musik spielten, fragte Hubert Meixner, der kein Wort Spanisch konnte: „Du geh weida, gib ma a mol dei Gitarr. [...].“
Die Leidenschaft der urbayerischen Volksmusikgruppe für die kubanische Musik geht ins Ohr. Sie verschmelzen bayerisches Liedgut mit unverkennbarer südamerikanischer Musik. Gerade wie es ihnen gefällt, wechseln sie zwischen Polka, Walzer, Salsa und Cha-Cha-Cha hin und her, und das Verblüffende daran ist, es passt perfekt zusammen. Sozusagen bayerisch-kubanische Zwiefache, Jodler inklusive.
So abwechslungsreich wie der Rhythmus, so abwechslungsreich sind auch die Instrumente. Vom Akkordeon zur Okarina, Querflöte, Klarinette, Gitarre, Congas, Bongo, Saxophon zu Posaune und Trompete, die für viel Zwischenapplaus sorgte. [...]
Die Themen waren vielseitig, angefangen von der Liebe, zur Lokomotora über Jennerwein und Rehragout. Die Texte amüsant und unterhaltsam, aus dem Leben gegriffen. Mit der „Moral Moritat“, bei der es um an Buam geht, der schon 40 Jahre zuhause bei der Mutter wohnt, weil jedes Mal wenn er ein Mädchen gefunden hat, der Vater abrät: Des ist net gwiß, ob des net dei Schwester is. Bis es ihm reicht und er dem Vater sagt: D’Mama hot g’sagt, das i dei Bua goa net wa". [...]
Erst nach der vierten Zugabe konnten die Musiker Abschied nehmen.
[Text: Donau-Post]
Eingetragen am So. 09.05.2010Wörthissimo: Spirit Of Summer
Sommerlieder und Tangotänze.
Der Chor Wörthissimo stimmte mit seinem Konzert am Sonntagabend im Schlosskeller die Besucher auf den Sommer ein. "Spirit of Summer" lautete das Motto der Gruppe um Andrea Feldmeier, die im Rahmen von Kultur in Wörth (K.i.W.) ihre Stücke von modern bis Kult, von südamerikanisch bis kirchlich präsentierte. Besonders gut kamen die Klassiker "Here comes the Sun", "Follow me" und "Hallelujah" von Leonard Cohen an. "Wir wollten eine Verbindung mit den Zuhörern schaffen", so Feldmeier. Zwei Stunden lang dauerte die Vorführung, die sich etwa 100 Zuhörer nicht entgehen lassen wollten. Zu sehen waren auch zwei Tangotänzer, die Extra-Beifall für ihre Vorführung des "Blue Tangos" bekamen.
[Text u. Fotos: Christoph Hollender, MZ]
Eingetragen am Sa. 08.05.2010Lesung Peter Wenk
Skurrile Satzsonaten.
Leichte Muse war die Literatur-Serenade mit dem treffenden Titel „Ribble, Bobble, Pimlico“ nicht, die am Samstag im Rondellzimmer des Schlosses intoniert wurde. Die Mehrzahl der Kreationen setzten schon das Kunststück voraus, sie überhaupt fehlerfrei vorzutragen. Peter Wenk, seit 1997 in den Gebieten Rezitation, Sprachperformance und Schauspiel beschäftigt, kann dieses Geschick bestätigt werden. Der 40-jährige Regensburger trägt komplizierte und komplexe Satzsonaten von Autoren wie Bob Cobbing, Raoul Hausmann oder Kurt Schwitters, die sich samt und sonders am Rand der Popularität bewegen, ansprechend, wirksam und mit einer unterhaltsamen Note vor. Doch selbst dann erschließen sich die verborgenen Inhalte und die schöpferischen Potenziale der schemen- und schelmenhaften Schriften nicht auf Anhieb, die als Lautgedichte, Sprachspiele und gewagte Wortartistik bewertet werden und sich nur schwer definieren lassen. Gleichwohl sollte die Poesie der unbekannten Worte, so die Werbung im Vorfeld, das Publikum „mühelos in eine bessere Welt jenseits der notorischen Sinnsuche“ entführen. Vom Dadaismus bis zur konkreten Poesie spannt sich der Bogen der experimentellen Dichtung, die ihre Botschaften, ihre Informationen und Anliegen gut verpackt. Groß war der Kreis leider nicht, der Peter Wenk auf dem Weg durch den Parcours der „babylonischen Sprachverwirrung“ begleitete.
[Text und Bilder Sepp Raith, Donau-Post]
Eingetragen am So. 02.05.2010Kinderkulturwochen: Maibaumfeier
Neugierige Sonnenstrahlen.
Einige neugierige Sonnenstrahlen drangen am Sonntagnachmittag durch die dicke Wolkendecke, als sich zirka 180 Leute am Bergkircherl in Tiefenthal trafen, um zusammen den im Rahmen der Kinder-Kultur-Wochen gestalteten Maibaum, aufzustellen. Die Gruppe Z`Wiad sorgte für musikalische Umrahmung sowie für Stimmung der eindrucksvollen Brauchtumsgemeinschaft. Die überwältigende, Beteiligung und der Gemeinschaftssinn der Bevölkerung war wohl Anlass, dass die Wolken letztendlich vor Rührung doch noch einige Tränentröpfchen nicht zurückhalten konnten.
Von drei Ausgangspunkten marschierten Jung und Alt los, um gemeinsam beim Bergkircherl in Tiefenthal feierlich einen Maibaum aufzustellen. Vor dem Feuerwehrhaus in Hungersacker traf sich eine kleine Gruppe um Josef Schütz. Der Wanderführer erklärte, warum manche Bäume weiße Bänder um ihre Stämme haben. Zur Verwunderung besagt dies nicht, dass diese gefällt werden sollen, sondern dass dieses Wertbäume seien, ausgeästelt werden und später gutes Geld bringen würden. Weiter führte er aus, dass Totholzbäume sehr wichtig für die Insekten seien. „Weiß jemand was das ist“, fragte Schütz und zog eine durchsichtige Dose aus der Jackentasche. „Das sind tote Borkenkäfer“, erläuterte er. „Die mag keiner wirklich, gel!“, ertönte es prompt aus einem Kindermund. Luis fand sogar eine kleine tote Blindschleiche, die abwechselnd immer wieder in die Hand und Hosentasche wechselte und von jedem Kind gehalten werden wollte. Weitere Rast wurde auf einem Aussichtspunkt eingelegt. „Seht ihr, ganz hinten am Horizont liegt Mintraching, am Berg ist Kiefenholz und dort Geisling“, fügte Schütz hinzu. Mit Ferngläsern späten die Kinder begierig in die Ferne. Auch ein Ameisenhaufen wurde erkundet. Ein Tastspiel mit Naturalien des Waldes forderte weitere Sinne und vertiefte das Gefühl für die Schätze des Waldes.
Die Gruppe aus Wörth, Kiefenholz und Oberachdorf machte sich mit knapp 40 Wanderern unter Führung des Waldvereins von Hungersdorf aus auf den Weg. Die Zinzendorfer und Hofdorfer marschierten vom Fußballplatz Hofdorf aus unter Führung von Gudula Wolf. Zahlreiche Besucher waren nach Tiefenthal gekommen, um gemeinsam den altbewährten Brauch des Maibaumaufstellens zu feiern. Kräftige musikalische Unterstützung fand man in gewohnter Weise mit der Gruppe Z`Wiad. Als Florian Eicher die Besucher aufforderte Aufzustehen und im Zusammenhalt den Symbolwert dieses Festes zu würdigen, schmetterten die Besucher die Bayernhymne in die Frühlingsluft.
Neun Kinder, darunter auch zwei Jungs, zeigten die unter Ulrike Riedel-Waas einstudierten Tänze „Hiatamadl“, „Kikeriki“, „Hans bleib da“ und „Siebenschritt“. Hand in Hand tanzten sie um den von Anton Dietl gestifteten Baum. Während sich die Älteren auf den Bierbänken niederließen und von der Feuerwehr verpflegt wurden, tobten die Kinder um den Maibaum und um das Kircherl, aber erst nachdem sie respektvoll das Innere der Bergkirche gesichtet hatten.
[Text und Bilder: Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am So. 25.04.2010Kinderkulturwochen Schlossführung
Information, Spannung, Unterhaltung.
Mit der Jugendgruppe der Kolping-Theaterbühne um Traudl und Hans Eigenstetter tauchten die Besucher in das Schlossleben früherer Tage ein. Bei der Erlebnis-Schlossführung, einer Veranstaltung der Kinderkulturwochen 2010 führte das Burgfräulein, alias Melli Walsberger, am Sonntagnachmittag die Besucher in den Schlosskeller, das Rondellzimmer, die Schlosskirche, in den Hungerturm sowie in den alten Burghof. Begleitet wurde die Gruppe von Trommler Sebastian Sagmeister und Trompeter Stefan Rösch. Finanziell unterstützt wurde diese Aktion von der Druckerei Schramm.
Nach der Begrüßung [...] übernahm das Burgfräulein das Zepter. Um Zugang zur ersten Station, dem Rondellzimmer, zu bekommen, musste die dominant auftretende Musiklehrerin, Veronika Waas, erst überredet werden. „Dies ist der schönste Raum der Gegend. Jahrelang wurde daran gearbeitet, bis er fertig war. Also nichts anfassen oder beschmutzen.“, mahnte die Lehrmeisterin. Einen Aufsehen erregenden Auftritt zeigte der Gesandte, Florian Stadler, als er höchst aufgebracht über die vielen Leute im Raum seiner Wut Luft machte. [...].
Bei der Schlosskirche Sankt Wolfgang empfing ein Abt, Georg Walsberger, die Einheit, der mit dem Maler, der Oma und Annerl die bekannte Sage um das Kreuzigungsbild nachstellte. Auf die Frage des Burgfräuleins, was auf dem Bild fehle, kamen aus mehreren Kindermündern unmittelbar: „natürlich das INRI“.
An der dritten Station, dem Kerker, konnte das Verbrennen einer Hexe gerade noch verhindert werden. Sie verstand sich darauf einen Kräutertee zu brauen, der die durch ein Fliegenpilzgericht vergiftete höhere Gesellschaft in kurzer Zeit wieder gesunden ließ.
Im Alten Burghof schrien die Kinder so laut, dass das Schlossgespenst, Julia Rösch, aus dem Schlaf gerissen wurde. Dieses klagte, dass Gespenster zur heutigen Zeit öfter selbst erschrocken werden. „Erst vor kurzem war im Schlosskeller ein Rockkonzert. Grüne Haare hatten die und schwarze lange Mäntel, ich wäre fast ihn Ohnmacht gefallen“, stöhnte der Geist.
Am Ende begrüßte Zirkusdirektor, Robin Griesbeck, die Zuschauer beim Zirkus „Lustikus“. Herkules, der stärkste Mann der Welt, stellte seine Kraft zur Schau. Zwei tollkühne Seiltänzerinnen schwebten graziös in rosa Rüschenkleid und passendem Schirmchen über ein drei Zentimeter hohes Seil. Orientalischer Schlangentanz und Schlangenbeschwörung verängstigten die Kinder nicht, sondern ließen sie mit beöffneten Mündern staunen, wie das so funktionieren könne. Wahrsagerin „Nix Gwiss“ überzeugte mit ihren vorausblickenden Fähigkeiten. Bei Hans Eigenstetter orakelte sie eine hübsche elfenhafte Gestalt mit langen blonden Haaren an seiner Seite. Nach dem Räuspern aus dem Publikum und der Feststellung, dass dies doch seine Frau sei, meinte die Hellseherin, das sei wohl die falsche Hand gewesen. In der anderen sah sie nach langem Zögern, einen „Drachen“! Lautstark mit unverkennbarer Stimmgewalt, drohte Traudl ihrem Hans mit „do kummst sofort her!“ Zauberer „Meng da da scho“ sowie der Flohzirkus mit „Wamberl“ und „Zamperl“ rundeten die Vorstellung ab.
[Text: Beate Geier, Donau-Post; Fotos: Johann Festner]
Eingetragen am So. 18.04.2010Norfolk And Goode
Lieder und kleine Geschichten beim Blueskonzert.
Lieder und kleine Geschichten hörten die Besucher bei der Veranstaltung von „Kultur in Wörth“ am Sonntag im Rondellzimmer des Schlosses in Wörth. Das Duo „Norfolk and Goode“ sorgte für einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend, an dem zu den Klängen auch mitgeswingt wurde. Bürgermeister Anton Rothfischer hatte die Gäste [...]begrüßt. Der Engländer Graham Lewis (Graham Norfolk) und Jochen Günther (Joe Goode) aus Guntersblum präsentierten deutschsprachiges englisches Kabarett. Musikalisch bewegten sich die beiden ganz ausgezeichneten Gitarristen und Sänger zwischen Rhythm’n’Blues, Rock’n’Roll und Folk. Beide konnten wirklich exzellent spielen und da Graham Norfolk gebürtiger Engländer ist, gab es auch keine Probleme mit der Aussprache. Zudem erzählte er mit charmantem hessisch-englischen Akzent kleine Geschichten. Spaß und Leidenschaft verbindet die beiden beim Musizieren.
[Text und Foto: Christl, Donau-Post]
Eingetragen am So. 28.03.2010Klingendes Weltall
Visuelle Reise bei „K.i.W.“-Abend mit musikalischer Begleitung zu fremden Planeten.
Die beeindruckenden Nahaufnahmen verfehlten ihre Wirkung nicht. Die faszinierenden Porträts, die fremde Galaxien und Himmelskörper vorstellten, waren eine Einladung, in Gedanken zu versinken und den Alltag einen Augenblick auszublenden. Der Titel „Klingendes Weltall“ war Programm und Orientierung [...] im Schlosskeller. Musik und Darstellungen formten ein einheitliches Stimmungsbild, das der Fantasie Raum verschaffte, das die Dimensionen, die Energie und die ursprüngliche Schönheit des Universums würdigte. Für die gut 100 Teilnehmer war der kurze Ausflug mit Dr. Andreas Segerer und dem Duo „Canto Di Cosmo“ zur Milchstraße und zu entfernten Galaxien schon ein besonderes Erlebnis. [...]
Das große Tor zum Thema versuchte Dr. Andreas Segerer bei seiner Einführung einen Spalt weit zu öffnen. Der Vorsitzende der Sternwarte Regensburg bezog sich wiederholt auf den Mathematiker und Forscher Johannes Kepler (1571 bis 1630), der einst mit einfachen Instrumenten wie Jakobstab und Galileo-Fernrohr Planetenbewegungen und Umlaufbahnen erkundete und völlig neue Erkenntnisse in der Sternenkunde gewonnen hatte. Auf diesen prinzipiellen Positionen basierten die weiteren Fortschritte im weiten Feld der Astronomie. Einige Beispiele, die dem heutigen Wissensstand entsprechen, listete der Gast in seinem Vortrag auf. Vor 13,7 Milliarden Jahren sollen demnach mit dem Urknall alle Entwicklungen ihren Anfang genommen haben; vor viereinhalb Milliarden Jahren soll das Sonnensystem entstanden sein; viereinhalb Milliarden Kilometer würden den Neptun und die Erde trennen, die als einziger der acht Planeten lebensfreundlich sei. [...]
Und doch sollte diese Veranstaltung keine „wissenschaftliche Lehrstunde“ werden. Dr. Andreas Segerer stellte ein anderes Ziel in den Vordergrund. Das Publikum sollte das Wesen dieser zauberhaften Welt und die gewaltigen Ausmaße in diesem Raum mit „Augen, Ohren, Gedanken und Gefühlen“ erfahren. Die Bilder des Hubble-Weltraumteleskops von den unterschiedlichen Formen, die auf der Großleinwand in leuchtenden Farben zu sehen waren, haben mit den „imaginären Sphärenklängen“, die das Duo „Canto di Cosmo“ (Heinz Grobmeier und Helmut C. Kaiser) mit Instrumenten wie Space-Drum, WuWu, Sansula und Schalmei erzeugte, eine meditative Atmosphäre geschaffen. Astronomie begreifen ! [...]
Text und Bild Donau-Post, Sepp Raith
Eingetragen am Sa. 27.03.2010Eröffnung Kinderkulturwochen
Ein Paukenschlag
Einem Paukenschlag gleich starteten die Kinder-Kultur-Wochen am Samstagnachmittag im Rondellzimmer mit den Puppen von Tania Schnagl und dem Märchen „Der Matrose und die Prinzessin“. Begleitet wurde sie von ihrer [...]Schwester Angelika Plötz am Klavier mit lyrischen Stücken von Edvard Grieg. Diese sprach die Dialoge und verstand es mit Lautung und Stimmlage das vielköpfige Publikum in Atem zu halten oder es zu beruhigen. Ein Chor des Kindergartens unter Leitung von Tobias Schreier umrahmte die Veranstaltung. [...]
Gespannt und zappelig wetzten die Kleinen ruhelos auf Stuhlkissen am Boden vor der Puppenbühne, bis Tania Schnagl das Spiel begann. „Vor gut 100 Jahren starb der norwegische Komponist Grieg. Er hinterließ Kompositionen für Klavier- und Kammermusik und auch lyrische Stücke, aus denen meine Schwester und ich 14 ausgewählt haben“, informierte Schnagl vorab. Die farbenfrohe übermütige Puppe Paulinchen, die eine Klavierschülerin Griegs ist, fragt ihn über sein Leben und Wirken aus. „Ich bin aus Norwegen“, erklärt der Komponist, „wisst ihr wo das ist? Hier gibt es viele schöne Märchen, ich will euch eins erzählen“, so Grieg. Nachdem der Matrose Willi viel Geld verdient hat und wieder in seine Heimat will, wird er überfallen und ausgeraubt. Im Traum erscheint ihm ein Bild einer wunderschönen Frau. Als er erfährt, dass dies die Prinzessin Carolina ist und von einem bösen Kobold entführt wurde, macht er sich sofort auf den Weg, um sie zu befreien. Ein Vöglein, Wichtel, Elfen und eine schlaue Großmutter helfen ihm dabei um einen Wächter, Geister, Kobold, einer Hexe und dem König selbst zu besiegen.
Zwischenrufe „Hör auf! Hör auf! Jetzt hast du ihn!“, begleiteten die Vorstellung. Mit großen Augen, offenen Mündern, vor sich hin plappernd, mit rot glühenden Wangen, verfolgten die Kinder jede Regung der Puppen, bis endlich die Hochzeit des Matrosen und der Prinzessin gefeiert werden konnte.
Kindergartenleiter Tobias Schreier hatte zehn Wackelzähne im Gepäck. Die Vorschulkinder wurden bei ihrem Gstanzln und dem Kindergartenlied von Gertraud Högerl mit der Gitarre und von Ingrid Dums am Akkordeon begleitet. Die Reime wurden vom Kinderreichteam gedichtet und beschrieben jede einzelne Veranstaltung der Kinderkulturwochen. „O `fanga duad`s heit`glei`mim Puppenspui, d`Frau Schnagl uns sicher vui zeigen wui“, stimmten sie anfangs nervös, dann immer sicherer werdend an. "
Die Kinderkulturwochen sind eine tolle Idee. Das vielseitige umfangreiche Kulturprogramm von K.i.W. in dieser Dimension ist für die Größe einer Stadt wie Wörth eine sensationelle Leistung“, lobte Stellvertretender Landrat Josef Weitzer, der mit seiner vierjährigen Tochter Lena die Vorstellung besuchte. [...]
Eingetragen am Fr. 19.03.2010Kinder malen für die Kinderkulturwochen
Am 2. Mai stellen Kinder in Tiefenthal beim Berkircherl einen Maibaum auf.
Im März haben sie fleißig am Baumschmuck gearbeitet.
Eingetragen am So. 07.03.2010ÜberWunden
Meditatives Konzert zur Fastenzeit.
Lieder und Texte zum Einfühlen und Nachdenken – Einen Engel und eine Rose für jeden Zuhörer.
Zu einem Konzert der Fastenzeit hatte K.i.W. am Sonntagnachmittag in die Schlosskirche eingeladen. Klänge, Rhythmen, Einklang von Stimme und Dialekt sowie Gedanken über Wunden, die alltäglich geschlagen werden, die man selbst schlägt, aber auch die Hoffnung, den Mut, das Sehnen nach einer guten Welt in den selbst verfassten Texten von Schwester Flavia Büglmeier versetzten die Seelen und Gedankengänge der zahlreichen Besucher in Schwingungen.
[...] Hubert Treml und Franz Schuirer sind „b.o.s.s.“. [...] Ihr meditatives Programm verstehen sie als Herausforderung. Die Zusammenarbeit mit Schwester Flavia bezeichnen sie als willkommene bereichernde und besinnliche Abwechslung. Schwester Flavia Büglmeier „übersetzte“ die auf die Lieder bezogenen Texte, damit diese auch für Oberpfälzer-Mundart-Unkundige gut verständlich werden.
„Arbeit gibt dem Menschen Würde. Arbeit macht Spaß! Aber nicht, wenn es um das Überleben geht, wenn es nur noch um Profit geht und nicht mehr um die Menschen. Nicht einmal die Tiere werden so gehetzt, wie Menschen", interpretierte sie das Lied „Fabrik“. Die geschlagenen Wunden stellt sie symbolisch dar, indem sie Nägel in ein Holzstück schlug. Die Ruhe, das Gefühl der täglichen Erfahrungen lassen die geschlagenen Wunden körperlich spürbar werden. Frauen werden oft als Menschen zweiter Klasse behandelt und das geschieht heute, betont die Ordensfrau wiederholt. „Einsamkeit weint und schreit, das Herz schwer und kalt. Ist niemand da, der Gemeinsamkeit und Ruhe bringt? Miteinander bestehen ist schwer, aber auch schön. Leben heißt: Leben, Fallen, Aufstehen!, führt Büglmeier weiter aus. „Stirbt ein Mensch, so fehlt die liebe Person, mit der das Leben einfach schön war. Er kommt nicht wieder. Dies reißt eine tiefe Wunde. Wie wird sie heilen?“, fragt sie weiter.
Sie fordert aber auch den Mut zur haben, sich zu stellen, auf die andere Straßenseite zu wechseln. „Raus aus dem Dunkel, raus aus der Last, wir sind nur Gast und wandern ohne Ruh, der ew´gen Heimat zu", formuliert sie. [...]
Hubert Treml wünschte jedem Besucher „An Engla af da Stoing“. Das gleichnamige Lied entstand nach dem Buchtitel „Die Asche meiner Mutter“. Nachdem ein Waisenjunge ein neues zuhause gefunden hatte, sagte der Vater bei jeder Geburt eines neuen Geschwisterchens, dass auf Stufe sieben ein Engel säße, dem man seine Sorgen erzählen könnte. Und so einen Engel wünsche ich euch, jedem von euch!. Zum Abschluss überreichte Schwester Flavia jedem Besucher eine aufgeblühte Rose, ein Zeichen der gemeinsamen besinnlichen Stunde.
[Donau-Post, Beate Geier]
Eingetragen am Sa. 06.02.2010Cellokonzert mit Ludwig Frankmar
Ludwig Frankmar aus Schweden spielte auf einem Barockinstrument aus dem Jahr 1756 in der Wörther Pfarrkirche.
Der Schwede Ludwig Frankmar begeisterte mit einem Cellokonzert in der Pfarrkirche die Wörther Zuhörer. Auf einem Barockinstrument, von Louis Guersan 1756 in Paris gebaut, spielte er Werke von Aurelio Virgiliano (um 1600), "Ricercata per Flauto, et ogni altro instrumento aus Il Dolcimelo" von Johann Sebastian Bach (1685-1750), die "Suite Nr. 4 Es-Dur BWV 1010", das "Preludium-Allemande-Courante-Sarabande-Bourree-Gigue" aus "6 Suites a Violoncello solo senza basso", von Giovanni Batista Degli Antonii (1636-1698) und die "Ricercate IX/X/XI/XII aus "Ricercate sopra il Violoncello o Clavicembalo", Bologna im Jahre 1687.
Ludwig Frankmar stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfailie. Zunächst studierte er Musik in seiner Heimatstadt Malmö bei Guido Vecchi. Er hatte Anstellungen im Symphonieorchester des Liceotheaters an der Oper in Barcelona und als Solocellist der Göteborger Oper. Nach Studien bei Thomas Demenga an der Musikhochschule Basel wurde er als Solocellist an die Camerata Bern berufen. Seit 1995 beschäftigt er sich mit zeitgenössischer Musik.
Die Zusammenarbeit und Kontakte mit Kirchenmusikern leiteten ihn zur alten Musik und zur historischen Aufführungspraxis. Er gibt zahlreiche Konzerte, teils in deutschen Kirchen, und arbeitet mit anderen Barockmusikern zusammen. Er lebt in Berlin.
[Text und Bild: Oertel, MZ]
Eingetragen am Fr. 22.01.2010H. C. Artmann-Abend
Ein ganz besonderes Erlebnis hatten am Freitagabend die Besucher einer Veranstaltung der Reihe „Kultur in Wörth“. Im fast ausverkauften Rondellzimmer im Schloss Wörth mit dem schönen Ambiente lauschten die Gäste den Rezitationen von Ludwig Eiglmeier und der Musik von Mike Reisinger, die Werke des österreichischen Schriftstellers H.C. Artmann präsentierten.
Zu Beginn der Veranstaltung stimmte Gerhard Luber aus Miltenberg die Zuhörer auf die Werke von H.C. Artmann ein und schilderte den österreichischen Literaten als vielfältigen Poseur, der nicht nur Gedichte und barocke Schwänke verfasste, sondern auch Theaterstücke schrieb und als Übersetzer tätig war. Er habe nicht nur „med ana schwoazzn Tintn“ geschrieben, sondern mit Gefühl und Witz oft ein Spiel mit der Sprache getrieben.
Danach folgte ein Ohrenschmaus der besonderen Art – Ludwig Eiglmeier begann seinen Vortrag mit dem ersten Gedicht aus „med ana schwoazzn Tintn“. Hier erteilt Artmann allem Herzschmerz eine rigorose Absage – „nua ka schmoez how e xogt“ (nur kein Schmalz, hab ich gesagt) wurde so überzeugend vorgetragen, dass kein Zuhörer einen Zweifel an Artmanns Befehl haben konnte.
Im Verlauf des Abends ließ Ludwig Eiglmeier die Hauptfiguren und Themen in Artmanns Versen durch seinen gefühlvollen, pointierten und überaus professionellen Vortrag lebendig werden. Die Zuhörer konnten staunen, sich gruseln, sich wundern und immer wieder regten die mit Liebe zum Dichter vorgetragenen Verse zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken an.
Mike Reisinger, der mit dem „Duo De Clarinettes-Basses“ seit 1997 als Begleiter von Lesungen auftritt, hatte in Zusammenarbeit mit Ludwig Eiglmeier einige Gedichte vertont und trug mit seinen Darbietungen dazu bei, diesen Abend zu einem kulturellen Höhepunkt werden zu lassen. Das Spektrum der am Klavier, mit dem Akkordeon oder auf der Klarinette entstandenen Melodien bewegte sich zwischen Jazz und Folk, zwischen Klassik und Moderne. Ganz besondere Klänge, die die Mystik der Verse Artmanns unterstrichen, entlockte der Musiker dabei Instrumenten wie der Dan Moi, einer vietnamesischen Maultrommel und der Kalimba, einem über 1000 Jahre alten Instrument afrikanischer Geschichtenerzähler. Ein ganz besonderer Höhepunkt des Abends war der gemeinsame Gesangsvortrag der beiden Akteure. Ihr Lied, das einfach nur „Lied“ heißt, begeisterte die Zuschauer.
Artmann selbst sagte einmal über seine Verse: „Ich möcht’ keine Menschen erziehen und möchte keine Menschen erfreuen, ich bin da ganz egozentrisch. Wenn´s einem anderen Freude macht, dann ist es ok. Aber vorerst einmal, also primär, will ich, dass ich etwas schreib’, das mich bezaubert.“ Dank Ludwig Eiglmeier und Mike Reisinger hat H.C. Artmann aber nun doch bezaubert - manch einer kannte den Österreicher vor diesem Abend nicht, wird ihn aber wohl nie wieder vergessen.
[Foto Sebastian Schmid, MZ; Text: Donau-Post]
Eingetragen am So. 03.01.2010Ensemble für Alte Musik Regensburg
Lasst uns das Kindlein wiegen - Barockmusik zur Weihnachtszeit.
Sopranistin Barbara Bübl zum ersten Mal vor heimischem Publikum.
Eindrucksvoll in der gekonnten Darbietung faszinierte das Ensemble für Alte Musik Regensburg die zahlreichen Konzertbesucher in der Schlosskirche in Wörth mit Barockmusik zur Weihnachtszeit. Die Lieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert gaben einen verzaubernden wohlklingenden Einblick in dieMusikgeschichte und die Entwicklung der christlich abendländischen Kultur in Regensburg zur Zeit des „Immerwährenden Reichstages“ mit seinen Gesandten und deren Gefolgschaften aus allen Himmelsrichtungen und Kulturkreisen.
Mit im Ensemble war Barbara Bübl,Sopranistin aus Wiesent, die zum ersten Mal vor einem Wörther Publikum sang. Kunst und Musik aus „aller Herren Länder“ wie zum Beispiel aus Österreich, Böhmen und Italien verbanden und ergänzten sich zu neuen Stilrichtungen. Hauptsächlich die weihnachtlichen Klänge fanden neue Ausdrucksformen.
Die überlieferten Noten und Texte von „Lasset uns das Kindlein wiegen“ von Franz Xaver Murschhauser (1663 - 1738) bis hin zu „Gaudeamus omnes“ von Tarquinio Merula (1595 - 1665) klangen in der Konzertaufführung der studierten, vielseitigen Musiker des Ensembles für Alte Musik Regensburg rhythmisch, fesselnd und nahezu zeitgemäß modern.
[Text: Wörther Anzeiger; Bilder 1 und 2 Raith, Donau-Post; Bild 3 und 4 privat]